Bundesheer

Personalvertreter fürchtet Aus für Entachers Posten

Interview | Katrin Burgstaller, 9. November 2011, 12:02
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    foto: privat

    Peter Schrottwieser: "Wir haben alle Grund zu vermuten, dass der Posten des Generalstabschefs gänzlich abgeschafft wird."

Für Schrottwieser geht das "Ramba-Zamba-Spiel" im Ministerium von Darabos weiter - Die Stimmung der Bediensteten sei am Boden

Die geplanten Umstrukturierungen im Verteidigungsministerium (derStandard.at berichete) sorgen für Aufregung unter den Mitarbeitern. "Unter den Bediensteten herrscht eine große Unsicherheit, weil sie nicht wissen, was morgen sein wird", sagt  Peter Schrottwieser, Vorsitzender des Zentralaussschusses beim Bundesministerium und stellvertretender Vorsitzender der Heeres-Gewerkschaft. Dass in der Causa Entacher nun Ruhe einkehrt, glaubt der oberste Bundesheer-Personalvertreter nicht: "Das gleiche Ramba-Zamba-Spiel scheint von vorne zu beginnen". Über "Kadavergehorsam", die Verantwortung des Ministers und die Moral der Truppen sprach der Oberstleutnant im derStandard.at-Interview.

***

derStandard.at: Herr Schrottwieser, Verteidigungsminister Darabos schließt eine Beschneidung der Kompetenzen des Generalstabschefs aus. Glauben Sie das?

Schrottwieser: In der Weisung des Ministers an die Sektion 1, in der er eine Verschlankung des Apparates fordert, sind natürlich keine konkreten Hinweise darauf zu finden. Vielmehr finden sich Andeutungen. Wir vermuten unter anderem, dass Fragen der Beschaffung, des Informations- und Kommunikationstechnologie-Bereiches und der Ausbildung, die auch maßgeblich den Arbeitsplatz des Generalstabschefs bestimmen aus seinem Verantwortungsbereich kommen sollen. Aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt Kaffeesudlesen. Was wirklich passiert, werden wir erst sehen, wenn es so weit ist.

derStandard.at: Darabos wird nicht müde zu betonen, dass er die Entscheidung der Berufungskommission akzeptiert und mit Entacher professionell zusammenarbeiten will.

Schrottwieser: Das sehe ich anders. Das gleiche Ramba-Zamba-Spiel scheint von vorne zu beginnen. Wir haben allen Grund zu vermuten, dass der Posten des Generalstabschefs gänzlich abgeschafft wird. Dann gäbe es statt dessen vielleicht einen Generalsekretär. Würde sich der Aufgabenbereich des Arbeitsplatzes in einem entsprechend erheblichen Ausmaß verändern, müsste der Posten neu ausgeschrieben werden. Dass Entacher diesen Job wieder bekommt, scheint ungewiss.

derStandard.at: Aber Entachers Vertrag läuft bis 2013.

Schrottwieser: Ja, General Entacher wurde befristet betraut, aber wenn es seinen Posten nicht mehr gibt, dann müsste er qualifiziert anders verwendet werden.

derStandard.at: Gesetzt den Fall, das wäre wirklich der Plan des Ministers. Wird er das so einfach durchsetzen können?

Schrottwieser: Nein, der Minister wird es sehr schwer haben.

derStandard.at: Jetzt jedenfalls betont Darabos, dass es zu keiner Beschneidung der Kompetenzen des Generalstabchefs kommt.

Schrottwieser: Der Minster hat schon so oft Dinge angekündigt, die sich dann in weiterer Folge durchaus anders dargestellt haben. Zuerst war er Verfechter der Wehrpflicht, seine Meinung hat sich dann um 180 Grad gewandelt. Bei seinen Freiwilligenheer-Modellen hat er unterschiedlichste Zahlen präsentiert.

derStandard.at: Wie ist die Stimmung unter den Mitarbeitern im Ministerium?

Schrottwieser: Die Stimmung der Bediensteten ist am Boden. Das Personal leidet und ich hab Bauchweh ohne Ende, wenn der Minister Veranstaltungen wie den Nationalfeiertag am Heldenplatz mit über 1.000 Wehrpflichtigen zelebriert, die er ja eigentlich abschaffen will. Unter den Bediensteten herrscht eine große Unsicherheit, weil sie nicht wissen, was morgen sein wird.

derStandard.at: Leidet auch die Moral der Truppe?

Schrottwieser: Das Kaderpersonal ist sehr loyal und macht fast alles mit. Das Personal folgt seinem Kommandanten, aber oft mit Bauchweh.

derStandard.at: Der Minister will Entacher notfalls mehr Weisungen erteilen. Kann so die Zusammenarbeit gut funktionieren?

Schrottwieser: General Entacher hat Handschlagqualität und er hat festgestellt, dass er seine Meinung zur Wehrpflicht nicht ändern wird, denn das Heer braucht die Rekruten. Allfällige Weisungen wird er natürlich befolgen.

derStandard.at: Sie sind Gewerkschafter und Mitarbeiter im Verteidigungsministerium - fürchten Sie keine Konsequenzen, wenn Sie den Minister so offen kritisieren?

Schrottwieser: Ich spreche als Gewerkschaftsvertreter und als solcher fühle ich mich berufen die Sorgen, Nöte und Ängste der Bediensteten in sachlicher, wenn auch manchmal kritischer Form darzustellen. Die Gewerkschaft ist im Sinne eines sozialpartnerschaftlichen Geistes im Ministerium verankert. Ich befürchte daher für mich persönlich keine Konsequenzen.

derStandard.at: BZÖ-Chef Josef Bucher sagt, Österreich werde von den Beamten statt von der Politik regiert, die Minister tragen jedoch die Verantwortung. Wie sehen Sie das?

Schrottwieser: Das Erkenntnis der Berufungskommission im Bundeskanzleramt beschneidet den Minister nicht in Kompetenz und Verantwortung. Es stellt nur fest, dass auch Beamte das Recht auf Meinungsfreiheit haben und nicht dem blinden Kadavergehorsam unterworfen sind. (Katrin Burgstaller, 9. November 2011, derStandard.at)

PETER SCHROTTWIESER, geboren 1963 in Lienz, Vorsitzender des Zentralaussschusses und stellvertretender Vorsitzender der Heeres-Gewerkschaft, ist seit 1998 im Verteidigungsministerium tätig.

Kommentar posten
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maj jong
00
24.11.2011, 10:56
es gibt zu viele Entachers...

ein Fünftel würde reichen in einem durch die EU befriedetes Europa, aber .......

es könnte ja die eigene Bevölkerung einmal auf die Straße gehen......

oder man braucht uns in Frankreich, Spanien, Italien,

....gegen die (EU-betrogene) Bevölkerung :-(

donquichotesenior
22
10.11.2011, 14:47
Die unabhängige Berufungsskommission

ist meiner Meinung nach in der Causa Entacher nicht als unabhängig, sondern zumindest als befangen, anzusehen, da sie sich vorwiegend aus Beamten zusammensetzt.

naihoit
11
10.11.2011, 14:02
Personalvertreter fürchtet Aus für Entachers Posten

Wieso?
Schlecht für´s Heer, oder schlimmer
schlecht für Herrn Personalzertreter?
Wer nicht mehr zu fürchten hat ist zu beneiden.

naihoit
10
10.11.2011, 13:59
Ich bin dafür, daß der ehrenwerte Herr Schrottwieser 2. NR.-Präsident wird,

weil das, was er vertritt zumindest die Irrtümer des Herrn Neugebauer aufwiegt und in Bezug auf Weltfremdheit und Ahnungslosigkeit schlägt er diesen ja um Längen.
Und bevor er Depressionen bekommt, weil er erkennt, wie verzichtbar er ist, weil es keinen "Feind" mehr gibt, betrauen wir ihn doch mit einer politischen Funktion, das kommt billiger als eine Therapie.

naihoit
00
10.11.2011, 13:53
Ich bin dafp

naihoit
10
10.11.2011, 13:50
Ja, General Entacher wurde befristet betraut, aber wenn es seinen Posten nicht mehr gibt, dann müsste er qualifiziert anders verwendet werden.

Und wieso?
Hat er das Recht auf eine überdurchschnittliche Gage oder hat er auch das Recht, unbescholtene Bürger (ohne -Innen) zu malträtieren?

naihoit
10
10.11.2011, 13:46
Wir haben allen Grund zu vermuten, dass der Posten des Generalstabschefs gänzlich abgeschafft wird. Dann gäbe es statt dessen vielleicht einen Generalsekretär.

Und?
Leben wir dann gefährlicher, oder nur billiger, oder ist´s eh Wurscht?
Es lebe die Selbstbedienungsgesellschaft.

jumpingjack flash
10
10.11.2011, 13:16

das sie ja aus steuermitteln bezahlt werden - was machen all die generäle in österreich genau?

jumpingjack flash
10
10.11.2011, 13:11
nicht fürs harte leben geschaffen:

"Das Personal leidet und ich hab Bauchweh ohne Ende, wenn der Minister Veranstaltungen wie den Nationalfeiertag am Heldenplatz mit über 1.000 Wehrpflichtigen zelebriert, die er ja eigentlich abschaffen will."
sorry, aber was sind das für lulus beim österr. heer - ich packs nicht.

Anna Lukoschenko
02
10.11.2011, 11:56
Daraboscherl´s Inzuchtg´schau sagt alles

Die Bader an seiner Seite passt gut dazu. Ein Psychostadl der tiefsten burgenl. Inzuchtprovinz

MCU
10
10.11.2011, 09:40
Unfassbar, daß

Österreich heute GLEICH VIELE Generäle hat, wie vor 100 Jahren zur Zeit des 1.Weltkrieges die k&K-Armee mit zig-mal so viel Soldaten.
Heute gibts ja beinahe für jeden Soldaten einen eigenen Offizier.

ALSO:
Reduzieren des unnötigen Wasserkopfes um mind. den Faktor 10 !!!

Andronikos
10
10.11.2011, 09:25
Wenn ich mir das Blabla dieses Gewerkschaftsfritzen durchles

muss ich mir im Hintergrund immer das feiste Grinsen dieser wamperten, etwa 50jährigen Vzlts vorstellen, die schon nach dem Mittagessen in der UO-Messe (komplettes Menü um 80 Cent) ihre erste Flasche Schnaps anreißen, im Dienst absolut nichts arbeiten außer ihre Privatgeschichtln und ab und zu ein bisserl GWD schikanieren.

Und unfähige Sozis wie der Fischer verteidigen diesen Privilegienstadl mit Klauen und Zähnen unter Hinweis auf den "12. Februar" - als hätten Franco, Pinochet und all die anderen nicht auch mit Wehrpflichtigenheeren geputscht...

Jukebox
01
10.11.2011, 08:10

Die Zentralstelle ist zu 2/3 überbesetzt. Die 2/3 sind fast ausschließlich ausrangierte Truppenoffiziere, für die es keine Verwendung mehr gibt.

Dass Darabos mit diesem ministeriellen Elefantenfriedhof endlich aufräumt ist lobenswert.

Kubaner
00
21.11.2011, 12:17
komisch

Trotzdem werden nach wie vor Generalstabskurse abgehalten!? Werden die gebraucht? Disese werden danach schneller befördert! Ein Goldfasanenüberschuss?

don calvo
10
10.11.2011, 08:09
das Militär untersteht den gewählten volksvertretern und der Regierung

das sagen sie ja sogar als eid. der Verteidigungsminister muss einen General abberufen können wenn dieser sich der politischen Linie widersetzt und diese nicht der verfassungs widerspricht.
es ist absolut unsinnig jemandem mit einer grundlegenden Heeresreform zu befassen, der öffentlich dagegen auftritt. ich würde das eher als faktische Befehlsverweigerung interpretieren.

.........1
00
10.11.2011, 07:51
Ein Rezept, dass sehr erfolgreich war

Blau schwarz unter Schüssel, Schwarz unter Pröll in Nö.....zusammenlegen, auseinanderlegen und schon ist die Umfärbung fertig
Umstrukturierung ist das Zauberwort

V995
11
10.11.2011, 07:48
entacher und co

einsparen und pension auf asvg niveau

gogosch der Grosse
21
10.11.2011, 05:18
Weg mit den Goldfasanen!

S. Aynf
11
10.11.2011, 07:40

Wissen Sie woher der Ausdruck "Goldfasan" eigentlich kommt?
Wenn ja, sollten Sie wissen, dass er hier mehr als unangebracht ist.

gogosch der Grosse
10
10.11.2011, 09:21
Oder soll ich die Offiziere besser mit "Lametterheinis" bezeichnen?

S. Aynf
11
11.11.2011, 09:18

vl einfach als das, was sie sind? als offiziere?

pfaffe 38
12
10.11.2011, 00:24
ein minister muß

sich seinen obersten beamten aussuchen dürfen. da wird es immer umfärbung geben und im eigenen roten pelz widersprüche. sollte jetzt über die stellenbeschreibung eine neudefinition stattfinden wäre es österreichisch und aber dumm.

Raphael Hythlodeus
28
9.11.2011, 23:58
kein mensch braucht einen generalstabschef.

den rest der generalität bitte auch gleich miteinsparen!

gogosch der Grosse
10
10.11.2011, 09:46
Wir brauchen kein Bundesheer!

Dornbirner1
01
10.11.2011, 07:53
Irrtum, den komischen Minister braucht keiner.

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