KFOR setzt gegen Serben Tränengas ein

9. November 2011, 14:02
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Aktion zur Schließung von illegalen Übergängen - Unterstützung für EU-Rechtsstaatsmission EULEX

Pristina/Belgrad - Die internationale Schutztruppe KFOR hat gegen die Serben in Nordkosovo Tränengas eingesetzt, um eine ihrer Barrikaden räumen zu können. US-amerikanische KFOR-Soldaten räumten am Mittwoch in der Früh eine serbische Blockade beim Grenzübergang Jarinje, berichteten Augenzeugen. Dabei seien die Serben mit Tränengas von ihren Straßensperren vertrieben worden. Allerdings errichteten die Serben dann wenig entfernt eine neue Barrikade.

Die Aktion der internationalen Schutztruppe KFOR im Nordkosovo zielte darauf ab, illegale Grenzübergänge zu schließen. Das bestätigte das KFOR-Hauptkommando in einer Aussendung. Am Mittwoch in der Früh hatten Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR eine von ortsansässigen Serben unweit des nordkosovarischen Grenzüberganges Jarinje errichtete Barrikade besetzt.

Dabei seien die Serben mit Tränengas von ihren Straßensperren vertrieben worden, berichteten Augenzeugen. Zwei Personen wurden von KFOR-Soldaten vorübergehend festgenommen, um kurz danach freigelassen zu werden. Die Operation sei zur Unterstützung der EU-Rechtsstaatsmission EULEX erfolgt, teilte das KFOR-Kommando mit.

Serbische Lokalpolitiker kritisierten die KFOR-Aktion. Es sei nicht KFOR-Aufgabe, alternative Verkehrswege zu schließen und diesen Landesteil hermetisch abzuriegeln, meinte der von Belgrad bestellte Verwalter der Region von Mitrovica, Radenko Nedeljkovic, serbischen Medien gegenüber. Die internationale Staatengemeinschaft müsste seiner Ansicht nach die "Realität vor Ort" akzeptieren, also die Tatsache, dass die kosovarischen Institutionen von ortsansässigen Serben nicht akzeptiert würden.

Die Grenze bei Jarinje wird seit Mitte September von Beamten der EU-Rechtsstaatsmission EULEX kontrolliert. Kosovarische Zöllner sind anwesend. Aus Protest gegen die Präsenz der kosovarischen Zöllnern benutzen Serben im Nordkosovo seit knapp zwei Monaten ausschließlich die inzwischen angelegten illegalen Grenzübergänge. Die wichtigsten Verkehrswege in diesem Landesteil sind verbarrikadiert.

Der Staatssekretär im serbischen Kosovo-Ministerium Oliver Ivanovic meinte unterdessen, dass die KFOR-Aktionen Serben nicht an der Errichtung von "alternativen Wegen" in Richtung Serbien hindern würden. Auch werde die heutige Aktion nur die Spannungen erhöhen, warnte Ivanovic. Die Situation im Nordkosovo sei ruhig, berichteten Medien am Vormittag.

In den vergangenen Wochen hatten KFOR-Soldaten mehrere Barrikaden unweit des Grenzüberganges Brnjak beseitigt. Serben errichteten immer wieder neue Barrikaden.

 

Seit Monaten haben die Serben in Nordkosovo den Verkehr mit knapp 20 Blockaden lahmgelegt. Sie wollen damit erzwingen, dass Zöllner und Polizisten der albanisch geführten Kosovo-Regierung von Jarinje und vom benachbarten Grenzposten Brnjak abgezogen werden. Das lehnen die USA und große Teile der EU ab, weil die Kosovo-Regierung das Recht habe, an den Außengrenzen des Landes eigene Beamte zu postieren. Die Serben erkennen die Unabhängigkeit Kosovos nicht an und betrachten die Region als Bestandteil des serbischen Staatsgebiets. (APA)

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    Seit Monaten brodelt der Konflikt.

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