Harte Strafen für Moggi und Konsorten

8. November 2011, 22:57
15 Postings

Ehemaliger Juventus-Sportdirektor in Zivilprozess um italienischen Manipulationsskandal zu mehr­jähriger Haftstrafe verurteilt

Neapel - Das Verfahren um Manipulationen in der italienischen Fußball-Liga im Jahr 2006 ist am Dienstagabend mit strengen Strafen zu Ende gegangen. Der frühere Sportdirektor von Juventus Turin, Luciano Moggi wurde zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten verurteilt. Die Richter sind der Auffassung, dass der 74-Jährige als Drahtzieher einer kriminellen Vereinigung das italienische Fußballsystem manipuliert hat. Moggi bestritt hartnäckig, die Liga durch seinen Einfluss auf die Schiedsrichter zur Farce degradiert zu haben.

Der ehemalige Schiedsrichter-Koordinator Paolo Bergamo wurde zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt, sein Kollege Pierluigi Pairetto zu 16 Monaten. Auch Klubverantwortliche wurden vom Gericht für schuldig befunden. Claudio Lotito, Präsident von Lazio Rom, wurde wegen Sportbetrugs zu 15 Monaten Haft verurteilt, die Besitzer des AC Florenz, Andrea und Diego Della Valle aus dem gleichen Grund ebenfalls zu 15 Monaten. Leonardo Meani, ehemalige Manager des AC Mailand, kam mit einem Jahr Haft davon.

Mit dem Zivilprozess findet der größte Manipulationsskandal im italienischen Fußball seinen Abschluss. Vor dem Sportgericht des Fußballverbands waren Moggi und seine Komplizen bereits im Sommer 2006 zu langen Berufsverboten und Geldstrafen verurteilt worden. Juventus wurden die Meistertitel 2005 und 2006 aberkannt und Inter Mailand zugesprochen. Juventus musste in die Serie B absteigen.  (APA/sid/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.