"Strache meets young leaders"

Kolumne | Hans Rauscher
8. November 2011, 18:57

Fazit von Strache als Stargast: Haider ist er keiner

Wussten Sie, dass Heinz-Christian Strache für die Körperpflege in der früh nur 30 Minuten braucht? Oder dass er jeden Tag mit einem "Danke" beginnt? Einem "Danke für den schönen neuen Tag"? Sehen Sie, das wussten Sie nicht. Die Teilnehmer eines Diskussionsabends bei der Accedo Austria, einem internationalen Unternehmensberater, sind jetzt um diese Informationen reicher. Sie erlebten einen Heinz-Christian Strache, der, ausdrücklich als möglicher nächster Kanzler eingeladen, eine Weichspülversion von sich selbst zum Besten gab.

Solche Abende sind informativ, weil man ein wenig ablesen kann, wie ein rechtspopulistischer Bierzelt-Rabauke vom jüngeren Wirtschaftsestablishment aufgenommen wird. Die etwa 50 bis 60 Teilnehmer im feinen Historismus-Saal von Accedo trugen Titel wie "Marketing-Manager", "Leiter der Unternehmenskommunikation" und "Strategisches Management". Der einzige bekannte Industrielle im Publikum war Mirko Kovats, der soeben spektakulär Pleite gemacht hat.

Fazit von Strache als Stargast: Haider ist er keiner. Wenn der Verblichene vor einem solchen Publikum auftrat, war er binnen Minuten Herr der Situation, drehte jede kritische Frage zu seinem Vorteil um, erzeugte (billiges) Gelächter, vergaß aber nie, den Managern und Unternehmern das Goderl zu kratzen: von wegen Leistung, unternehmerischer Freiheit und bösen schwarz-roten Funktionären. Heute hat er noch immer Anhänger unter Wirtschaftstreibenden, ganz egal, dass er für die größten Pleite nördlich von Athen verantwortlich ist.

Strache hingegen war defensiv, musterschülerhaft bemüht, einen guten Eindruck zu machen und seinen eigentlichen Heimatboden vergessen zu machen: Bierzelt? Ja, schon, aber nur weil man dort die Menschen so unglaublich direkt kennenlernen kann.

Christoph Edelbacher, geschäftsführender Gesellschafter von Accedo, hatte sich geschickt scheinnaive Fragen zurechtgelegt: Was hat er z. B. heute so den ganzen Tag gemacht? Strache, dessen Arbeitswut als enden wollend beschrieben wird, ging in die Falle: Ja, eigentlich nix Besonderes, Zeitungslesen und so, das Übliche.

Die Vertreter der Leistungsgesellschaft waren etwas verwirrt. Überhaupt, Strache war so anders, so brav: "Ich hoffe, dass ich die Menschen, die mich jetzt ablehnen, überzeugen kann" - Der Slogan "Daham statt Islam"? - "Ja, das war ein Fehler, ich hätte den ,-ismus' anprangern sollen statt des Islam." Na gut, aber "Daham statt Islamismus" hätte sich nicht so schön gereimt.

Macht aber nichts. Strache verweist darauf, dass er cool ist - "bei den 16- bis 19-Jährigen haben wir die absolute Mehrheit, bei den Lehrlingen 70 Prozent, bei den Gymnasiasten 42 Prozent". Er ist Facebook-Kaiser mit 105.000 "Freunden".

Das beeindruckt den einen oder anderen Marketingmanager. Hingerissen sind sie nicht von dieser Performance, aber sie halten sich die Option offen. Einer sagt den klassischen Satz: "Ich bin offen für jeden, der demokratisch gewählt ist." Übersetzung: Passt schon. Im Fall des Falles.(DER STANDARD; Printausgabe, 9.11.2011)

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Drittklässler?

Bei den Gymnasiasten 42%? In meiner Schule findet man dafür ganz schön viele "Strache blocken"-Pickerl, und in der 7. in der ich hock, wird dafür ganz schön oft über Strache geschimpft und mit der Meinung "Wenn der 2013 echt gewählt wird, studier ich im Ausland!" bin ich nicht die Einzige.
Der Kerl ist wie ein Drittklässler, stolz, weil er hat ja schon soviele Facebook-Fans oooh, und spielt den lieben braven Bubi, weil er ziemlich viel Dreck am Stecken hat.

Linke neigen eher zu politischem Aktionismus als Stracheanhänger.

Zudem sollten Sie die Schüler eines Gymnasiums vom Neubau nicht mit denen aller österreichischer Gymnasiasten gleichsetzen.

Weil FPÖ Wähler nicht zu illegalen Verschmutzungen öffentlichen Eigentums durch Pickerl, Graffitis oder sonstigen Schmutz neigen.
Das ist die Domäne der linken Grünen.

Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß dabei

Als "Replik" auf das obere Posting ist Ihres aber sowas von daneben.

Als ob man Strache deswegen nicht wählen würde, weil die braven Rechten solche böse Gewaltverbrechen wie Graffitischmierereien nie im Leben begehen würden. Der linken Grünen? Bruahaha. Eher der Teenager, der Anarchisten und der Künstler. Euch? Wieso euch? Wer euch? Wer Strache nicht wählt, ist automatisch ein linker Grüner, der öffentliches Eigentum beschmiert?

Was kann man aus 20 Nullen machen?

Nicht nur 20 FPÖ-Funktionäre, sondern auch 10 WC-Schilder.

also rein theorethisch:

die regierung in den letten 50 jahren hat es geschaft uns von einem nachkriegsland in so ziemlich allen bereichen (lebensqualität, gesundheitssystem, arbeitslosigkeit, reichtum, umweltschutz, sicherheit,.....)
unter die top 10 der welt zu bringen!
und diese position halten wir auch!

jetzt könnte man streiten ob es überhaupt möglich ist länder wie luxemburg und schweiz beim reichtum zu überholen!?

was können wir bei einem blauen kanzler theoretisch gewinnen? er schafft es uns von den top ten in die top 5 zu katapultieren?

was wir verlieren können sehen wir sehr gut in italien wo die rechtspopulisten stärkste kraft sind (waren)...
ALLES!!!!!

Was könnten wir gewinnen:
Änderung... das ist eigentlich der einzige Grund für mich die FPÖ zu wählen.

Denn auch wenn wir laut deiner Aussage (vollkommend unfundiert imo) unter den Top10 sind so spüre ich davon kaum etwas. Unter welchen Top10 sind wir denn? Zähl doch bitte ein paar auf.

änderung?

na mahlzeit...vielleicht wird sichs unter strache so verändern, dass es dir noch schlechter gehen wird als jetzt...aber bitte wähle ihn, vielleicht schnallst du es dann!

lieber hr. rauscher

die überschrift bitte auf deutsch damit strache sie auch versteht

Bitte, gerne:

Strache, Mietz und junge Lieder

... und Faymann auch.

Wenn Österreich diese NULL tatsächlich zum Kandesbunzler macht, ist weltweite Häme und Spott gesichtert.zeit

Stimmt, wahr ist aber leider auch, dass dann die eine Null die andere Null ablöst.

wobei aber Hatsche die gefährlichere Null ist ...

gefährlich mag ein anderes Wort für effizient sein.

Ich mag meine Messer in der Küche auch gerne rasierklingenscharf und mordsgefährlich... damit kann man einfach besser arbeiten als mit stumpfen, ungefährlichen, niedlichen Buttermessern.

"Gefährlich" kann man auch positiv sehen wenn man weiß gegen wen oder was es sich richtet.

Gefährlich, tod- und elendbringend, aber höchst effizient:

die deutschösterreichische Mordsmaschinerie des Dritten Reiches. Gegründet von lauter intellektuellen Nullen (mit einem vernachlässigenswerten IQ und einem EQ von minus 10 mindestens). Unterstützt von Millionen weiteren. Von großen Teilen der Industrie (!!) nicht zu vergessen.

Es.

Das Messer? Oder doch das Es?

Auf der anderen Seite

wer will es sich schon bei solchen Veranstaltungen mit zukünftigen "Leadern" und damit meine ich Strache verscherzen. Schon allein deswegen stellt man da nur Wischi-Waschi Fragen. Weil man will ja nicht schuld sein, dass es dann aufgrund einer blöden frage in 3 jahren zu einer "anlassgesetzgebung" kommt.

Das ist typisch für diese vorauseilende Angst, was nicht alles sein könnte, wenn ich das und das sage. Wenn alle so denken, sagt keiner mehr was, das haben wir in den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts. Das ist keine reale, sondern eine potenzierte Angst.

ein stimmungsbild

die absicht rau´s war offenbar eine art stimmungsbild der veranstaltung zu geben. einer veranstaltung, wie sie vielleicht des öfteren in ähnlicher form abgehalten wird. da geht es nicht um details oder gar die wiedergabe bestimmter aussagen zu dem einen oder anderen thema. da geht es darum, dass sich der leser so fühlt, als wäre er dort gewesen.
es tut mir leid, aber mir ist völlig egal, wie der herr, der die veranstaltung organisiert hat, genau heißt. ihm vielleicht nicht....
für mich hat der artikel genau seinen zweck erfüllt, ich kann mir ziemlich gut vorstellen, wie so etwas abläuft. ich habe das gefühl, ich wäre dabei gewesen. ich finde das hat rau sehr gut rüber gebracht.

kovats und strache. passt.

die fpö und heinerle strache sind natürlich

der traum für jede interessenvertretung,

die haben kein programm, keine ideologie, keine landesorganisationen, keine vorfeldorganisationen, niemand mit gewissen und verstand,
der chef ist faul und uninteressiert, dröhnt sich mit seiner wählerschaft die birne zu

also man bräuchte nur den preis des gesetzes verhandeln, den inhalt könnte man wörtlich durchbringen

die einzige bedingung, man darf nichts gegen nazis haben

so habens vor 20 jahre auf der uni wien auch angefangen und genauso haben sich die professoren dumm und blind gestellt...

Bush und Strache.

Als Bush noch USA-Präsident war, wusste hierzulande jeder: Der ist ein Hampelmann für die Regierung, ein wandelndes Wahlplakat mit der Botschaft: "Ich bin einer von Euch."

Die Politik steuerten die rechten Hardliner, mit desaströsen Folgen (2Kriege, Geldvernichtung im Turbotempo....).

Anstatt den Disco-Bierzelt-"I bin eicha Hawara"-Strache anzugreifen, ist es an der Zeit den Leuten die Augen dafür aufzumachen, dass in der zweiten Reihe die Hardliner sitzen.

..instrumentalisierung..

..wenn schon nicht de wähler, dann werden die medien hc zum bk machen,..
quoten sind doch was geiles,..
höchste zeit, auch den standard rechts liegen zulassen,..

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