Justiz zum Weinen

Einserkastl8. November 2011, 18:52
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Die Justiz sorgt sich um ihren Ruf - Die Justizministern lässt eine Tiefenumfragen durchführen

Die Justiz sorgt sich um ihren Ruf. Um herauszufinden, warum der so bescheiden und der Vertrauensverlust in sie so groß ist, wie er eben ist, lässt die Justizministerin gerade eine Tiefenumfrage für eine zweckdienliche Studie durchführen.

Nach nur zehn Jahren Libro-Verfahren, nach nur vier Jahren Ermittlungen in der Causa Meinl und nur ein paar Jahren, in denen wenige Staatsanwälte mit überschaubarem Erfolg an vielen Causen à la Kommunalkredit, Buwog/Grasser, Kärntner und niederösterreichische Hypo, Bawag 2 (ja, das Verfahren gibt es noch) kiefeln, eigentlich eine ganz gute Idee.

Vielleicht thematisiert dabei auch einmal jemand, dass die Sprecher der Staatsanwaltschaften am Wochenende für Medien, die den Ruf der Justiz auch ein bisserl mitbeeinflussen, unerreichbar sind. Weil ihr Dienstgeber nämlich nicht bereit ist, sie fürs Arbeiten am Wochenende zu bezahlen; von der Etablierung eines Journaldiensts ganz zu schweigen.

Wir lassen uns also tiefenbefragen und leisten damit, so stellen wir uns stolz vor, einen kleinen Beitrag zur "neuen Justiz". Die hat ja die Ministerin für die Zeit nach ihrer Studie versprochen.

Warum man dafür beim Meinungsforscher ausgerechnet eine Flasche Wein bekommt, bleibt ein Rätsel. Das böse Gerücht, der Wein sei den Behörden in Vorarlberg beim Filzen exministerieller Kofferräume in die Hände gefallen, ist jedenfalls definitiv falsch. (DER STANDARD; Printausgabe, 9.11.2011)

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