Pro Beamte austauschen

Teure weiße Elefanten

Kommentar | Eric Frey, 8. November 2011, 18:42

Auch im Ministerium muss die Maxime gelten, mit geringen Kosten effizient und auf Vertrauensbasis zusammen zu arbeiten

Nicht nur für die Beamten auf dem Gewerkschaftskongress ist Edmund Entacher ein Held. Auch viele andere gönnen es dem sympathischen Generalstabschef, dass er auf seinen Posten zurückkehren darf. Doch so wenig Verständnis man mit Norbert Darabos auch haben mag - es ist ein Fehler, dass ein Minister nicht bestimmen kann, mit welchen Spitzenbeamten er zusammenarbeitet.

Ein Ministerium ist zwar kein Unternehmen. Aber auch dort muss die Maxime gelten, mit möglichst geringen Kosten möglichst effizient zu arbeiten. Dazu zählt, dass Chefs ihren Mitarbeitern trauen müssen. Fällt diese Vertrauensbasis - aus welchem Grund auch immer - weg, dann ist der Apparat gelähmt.

Der Versetzungsschutz für Beamte führt dazu, dass Minister unliebsame Führungskräfte umgehen und Parallelstrukturen aufbauen, oft über das eigene Kabinett. Das kostet doppelt: Die entmachteten Mitarbeiter werden weiter bezahlt und die Entscheidungsabläufe verkompliziert. In Zeiten knapper Mittel kann sich das Land die vielen weißen Elefanten in den Ministerien nicht leisten.

Deshalb wäre es bei allem Respekt für ein unabhängiges Beamtentum notwendig, dass ein Verteidigungsminister seinen Generalstabschef feuern kann, ohne dass eine Kommission ihm das untersagt. Wenn Darabos falsch gehandelt hat, dann sollen die Wähler seine Partei dafür abstrafen. (DER STANDARD; Printausgabe, 9.11.2011)

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Posting 1 bis 25 von 28
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master_of_disaster1
00
16.11.2011, 07:07
Wenn Sie schon Spitzenbeamte...

nach parteipolitischem Gutdünken feuern wollen...

Wer feuert dann ideologisch verbrämte und noch dazu unfähige Politiker???
Wer erlöst den Bürger von solchen Idividuun?

Lünz
04
11.11.2011, 15:23
Äußerst schwacher Beitrag, Herr Frey.

Schon die Tatsache, daß die obersten Organe der Verwaltung, vulgo Minister, durch die Parteipolitik besetzt sind stellt einen massiven Angriff auf die Gewaltenteiliung dar. Der erweiterte Versetzungs- und Kündigungsschutz stellt eine der letzten Bastionen gegen die Vereinnahmung der Politik dar.
und genau diese Bastion wollen sie, Herr Frey, kippen und der Parteizentralendiktatur Tür und Tor öffnen.
Wenn ihr Beispiel Schule macht:
Was passiert wohl mit einem unter einem FPÖ- Justizminister dienenden Richter, der Uwe Scheuch verurteilt? Richtig. Vertrauensverlust, und Tschüß.

germany´s next topfmodel
03
9.11.2011, 19:57
Herr Frey, haben Sie schon

einmal was von "legaler Herrschaft" nach Max Weber gehört? Vermutlich nicht.

Tschurndorf
01
9.11.2011, 17:24
das problem ist halt

der burgenländer hat über 200 seiten zusammentragen wollen, was entacher alles falsch machte. gekostet hat der private schnüffeldienst natürlich nix, meint der darabos.

die rote baronin
01
9.11.2011, 13:58
"Wenn Darabos falsch gehandelt hat, dann sollen die Wähler seine Partei dafür abstrafen."

Ergo: solange die BürgerInnen wählen können, können PolitikerInnen tun und lassen was sie wollen. Dann werden sie nächstes mal halt nicht mehr gewählt.
So, so....

wurm83
 
10
9.11.2011, 16:11
auch wenn der darabos nicht richtig gehandelt hat

was soll er sonst tun?

wenn er das ganze wie eine private fimra führen will, was uns allen zugute kommen würden weil effizient, dann sagen ihm die leute ne das kannste nciht machen weil das ist eben das BH und das sind eben beamte...

OK denkt er sich

und "gibt dem entacher den befehl" sich nciht negativ in den medien über seine pläne zu äussern...aufeinmal haun ihm alle am kopf weil er de freie meinungsäusserung einschränken will...

na was jetzt bundesheer oder privatwirtschaft?
in beiden fällen wär ein untergebener der sich dem chef in grundsatzfragen öffentlich wiedersetzt weg...

man stelle sich vor steve jobs sagt wir bauen IP 4 und aufeinmal sein untergebener: alles scheiße, wir sollten lieber android machen...

Lünz
01
11.11.2011, 14:09
Ihr Apple-Vergleich sagt schon WER falsch gehadelt hat.

man stelle sich vor steve jobs sagt wir bauen IP 4 (oder: das Parlament beschließt wir haben Wehrpflicht)
und aufeinmal sein untergebener: alles scheiße, wir sollten lieber android machen...
(oder: Darabos meint Berufsheer; und Entacher verteidigt die Strategie der Konzernführung)

§83SPG
02
9.11.2011, 22:24

Das Bundesheer ist keine Privatfirma und mit einer solchen auch nur sehr, sehr bedingt zu vergleichen. Es gibt keine Konkurrenz, ja nicht einmal einen Markt. Das Produkt ist sehr abstrakt: militärische Sicherheit.
Ziel der gesamten staatlichen Verwaltung, ist das Gemeinwohl und dem ist jeder Beamter verpflichtet. Ziel der Privatwirtschaft ist heutzutage nur noch die Dividende. Ich ersuche ganz dringend, Prinzipien (sic) aus der Privatwirtschaft (Gewinn, gibts sonst noch was?) nicht für gesellschaftlich relevante Organisationen einzufordern.
Und tun sie nicht so, als wäre die Reaktion des Generals auf den atemberaubenden Positionswechsel des Ministers in der Grundsatzfrage schlechthin, illegitim gewesen.

§83SPG
03
9.11.2011, 13:21

Ich erinnere mich gut, als der unsagbare Strasser Innenminister wurde und unliebsames Personal im über Dekaden roten Ministerium umbesetzte. Was wurde da geschrien und über die Umfärbung (war es ja auch definitiv) gejammert. Wobei der als cholerisch bekannte Strasser in erster Linie Brutal-Reformer suchte und auch z.B. den roten Horngacher förderte. Kritische Schwarze hatten auch beim ehrlichen Ernsti keine lange Überlebensdauer.
Der Darabos hat in den letzten Jahren nicht anders gehandelt und hat seine Leute auf die wichtigen Posten gesetzt - nur die Presse war besser. Am Ende hat es sogar den im Zuge der Darabos Personalentscheidungen und Umstrukturierungen (auch eine Umfärbung) selbst eingesetzten roten Generalstabschef erwischt.

Tschurndorf
00
9.11.2011, 17:20
schön

beschrieben.

Graf Bobby
01
9.11.2011, 11:08
Wäre der Kommentar auch so ausgefallen

wenn der Minister z.B. HC geheißen hätte?

Poldi Fesch
01
9.11.2011, 13:54
ja, warum

nicht. Das macht den Kommentar aber nicht besser

Lupus67
06
9.11.2011, 09:19
äpfel und birnen vermischt?

SO stimmt das ÜBERHAUPT nicht, denn:
beamte haben ihre entscheidungen auf grund der gesetze zu treffen, und nach bestem wissen und gewissen für die REPUBLIK ÖSTERREICH zu arbeiten..............während politiker dummquatsch und wahlkampf betreiben können so viel sie wollen, auch gegen die interessen der republik zum stimmenfang.

es wäre daher ÄUßERST nachteilig für die bevölkerung, wenn minister nach lust und laune ihren beamtenapparat feuern oder einstellen können, nur um ihre kurzfristige wahlkampfpolitik gut an den mann/frau bringen zu können.

insofern ist das SEHR GUT, wenn beamte den entsprechenden schutz genießen, um verirrte politiker auch wieder auf den weg der legalität zurückführen zu können.

Poldi Fesch
00
9.11.2011, 13:55
grosso modo

ja. Die Beamten sind eine leidliche Garantier dafuer, dasz Minister eigentlich oberste Vw-Organe sind u. keine Politiker

prometheus7888
16
9.11.2011, 08:56

Es sollte dem Autor des Artikels klar sein, dass es in einem Ministerium keine unabhängige Beamte gibt, diese haben vielmehr Weisungen zu befolgen. Allerdings gehört es zur Dienstpflicht, dass die Bediensteten ihre Vorgesetzten auf Probleme, Fehler oder Schwierigkeiten aufmerksam machen. Der Artikel ist somit sehr schlecht recherchiert. Der Autor sollte macht lediglich Polemik, als Journalist kann man ihn nicht bezeichnen. Schade, dass sich der Standard von diesem "Autor" nicht trennt.

pereswon
11
9.11.2011, 10:44
Die Frage ist,...

...ob die von Entacher ÖFFENTLICH getätigte Aussage "...Kein Vernünftiger Mensch würde das machen...", nicht über die Dienstpflicht, den Vorgesetzten auf Probleme, Fehler oder Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, ein bissl hinausschießt. Meiner Meinung nach grenzt das an öffentliche Verächtlichmachung des Ministers, und das scheint mir ein guter Grund für einen massiven Vertrauensverlust. Dass es dienstrechtlich scheinbar nicht ausreicht, um Entacher "kaltzustellen" ist eine andere Sache. Ich kenne das Urteil der Berufungskommission übrigens nicht. Wird der Vertrauensverlust an sich in Abrede gestellt, oder hat die Personalabteilung beim Versetzungsverfahren einfach Fehler gemacht?

AlliGator
12
9.11.2011, 08:47

In den USA reichen nach einer Wahl die Beamten ihren Rücktritt ein. Wäre doch auch eine Anregung...

Graf Bobby
01
9.11.2011, 11:09

Was in den USA (zumindest auf der höchsten Verwaltungsebene) praktiziert wird ist nichts anderes als Ämterkauf.

kawe3143
02
9.11.2011, 07:30
teure Leihelefanten

Stefan Kammerhofer, der Kabinettchef und Schattenverteidigungsminister befehligt ~ 30 Kabinettsmitarbeiter. Wie viele davon wie er, Leiharbeitskräfte sind und ihre Kosten wäre interessant.

rumpelpum
06
8.11.2011, 23:56

"Deshalb wäre es bei allem Respekt für ein unabhängiges Beamtentum notwendig, dass ein Verteidigungsminister seinen Generalstabschef feuern kann, ohne dass eine Kommission ihm das untersagt. "

Aso wo wir gerade dabei sind, soll doch bitte auch ein Arbeitgeber einfach einen ARbeiter feuern können ohne später vllt was vom Arbeitsgericht zu hören....

Wenn wir mal soweit sind, in einem demokratischen Staat muss der oberste General das Recht darauf haben seine Meinung zu äussern, alles andere ist demokratiefeindlich und als solches verfassungswidrig.

Erwin Wolfram
100
8.11.2011, 23:14
...

laecherliche diskussion, als wie wenn man die gesamte beamtenschaft nicht durch einen computer im tabletformat ersetzen koennte, da die einzige leistung darin liegt sich zu vervielfaeltigen und die buerger zu noetigen und zu belaestigen, was strafbar ist...

Bunte Blumenwiese
12
9.11.2011, 02:33
Bitte recherchieren

Schon seit ca. 10 Jahren werden Spitzenbeamte beim Bund (z.B. Sektionschefs) nur befristet auf 5 Jahre bestellt. Entacher ist ein lebendes Fossil nach altem, auslaufenden Dienstrecht. Das Ergebnis der neuen Regelung ist leider auch, dass diese Parteineffen die politische Ebene von den echten Problemen und den beamteten Experten abschirmen. Nur so konnte es passieren, dass der hyperventilierende Darabos so einen Schnitzer macht und es erst merkt, wenn es zu spät ist. Der Zivildiener als Diktator: "Das Recht bin ich."
Es gibt für beide Varianten, also befristet und lebenslänglich, Pro- und Kontraargumente. Nur liebe Qualitätsjournalisten: Rechtsstand ist BEFRISTET.
Pro und Kontra ist verkehrt herum! Pervers!
Nie wieder Standard!

tock tock tock
00
22.11.2011, 23:40

Entacher kam erst mit Darabos in dieses Amt. Wenn seit 10 Jahren also Spitzenbeamte beim Bund nur befristet auf 5 Jahre bestellt werden, sagt uns das was?

mike sierra
02
8.11.2011, 22:45
Ich bin für Volksabstimmung ;)

Also ehrlich:
Der letzte Satz zeigt wieder einmal, wofür Wahlen herhalten müssen.

Nicht um die generelle politische Ausrichtung, nicht um die wichtigsten Reformmaßnahmen oder zumindest um die Frage, wer als Bundeskanzler das Land führen soll, soll es bei den Wahlen gehen, sondern um Detailfragen, ob ein Minister personelle Maßnahmen richtig gesetzt hat???

Für so wichtige Fragen könnte man ja eine Volksabstimmung abhalten ;)

Im Ernst: Da hätte sich das Maßnahmenpaket samt Hair Cut in GR wohl eher eine Volksabstimmung verdient, weil man offenbar aus Wahlen alles Mögliche herauslesen kann.

Peda
17
8.11.2011, 20:42

Meint Herr Frey tatsächlich, dass der Versetzungsschutz gelockert werden muss, weil Minister, die unfähig sind, mit kritischen, aber korrekten und fachkundigen Spitzenbeamten zusammenzuarbeiten, andernfalls teure Parallelstrukturen einführen?

Auch in einem Unternehmen kann niemand einfach einen verdienten, kompetenten Mitarbeiter ohne weiteres entlassen (Vertrauensverlust ist nachzuweisen)- bestenfalls kündigen. Allerdings wird in einem wettbewerbsorientierten Unternehmen -anders als in der Bundesregierung- jemand, der sich nur so zu helfen weiß, kaum Verantwortung übertragen bekommen.

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