Wien

Sprachförderung: Wien fürchtet Kürzung

8. November 2011, 18:37

Die Verhandlungen um die 15a-Vereinbarung zur Sprachförderung sind weit gediehen - Der vorgeschlagene Verteilungsschlüssel würde für Wien allerdings 600.000 Euro weniger bedeuten, sagt Bildungsstadtrat Oxonitsch

Wien - Zuerst war die Sprachförderung nicht mehr Teil der neuen 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern. Dann hat Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz doch mit Finanzministerin Maria Fekter ausgemacht, dass es 2012 wieder fünf Millionen Euro dafür geben soll. Nun geht es in den Verhandlungen darum, wie das Geld unter den Länder aufgeteilt werden soll - und da scheint es politisch zu knirschen.

"Geht es nach dem derzeitigen Entwurf, dann soll Wien 600.000 Euro weniger bekommen als bisher", sagte Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SP) am Dienstag zum Standard. "Das wäre eine deutliche Verschlechterung." In den Jahren 2008 bis 2010 hatte die Bundeshauptstadt jedes Jahr 1,73 Millionen Euro für die frühkindliche Sprachförderung erhalten. Oxonitsch befürchtet jetzt, dass es im kommenden Jahr nur noch 1,12 Millionen sein könnten.

Der Grund: Bisher war die Anzahl der außerordentlichen Schüler Basis für die Berechnung des jeweiligen Länder-Anteils, der neue Entwurf sieht die Zahl aller Drei- bis Sechsjährigen als Grundlage für den Verteilungsschlüssel vor. Und dass bedeute, so Oxonitsch, dass Wien im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern weniger Gelder erhalte.

Im Büro von Integrationsstaatssekretär Kurz (ÖVP) hieß es am Dienstag, die Gespräche stünden kurz vor dem Abschluss, alles sei auf Schiene - bis auf den Verteilungsschlüssel. "Aber das müssen sich die Länder untereinander ausmachen, wir stellen lediglich das Geld zur Verfügung", sagte ein Sprecher von Kurz.

Schlechte Karten

Dem widerspricht Oxonitsch. Das Integrationsstaatssekretariat habe nicht nur quasi das Geld, sondern auch gleich einen Verhandlungsentwurf auf den Tisch gelegt, der eben diesen neuen Verteilungsschlüssel zum Inhalt hatte. "Dass Wien dadurch eine schlechtere Verhandlungsbasis hat, ist klar", betont Oxonitsch.

Der Bund möchte in Zukunft bei der Sprachförderung grundlegend mehr mitreden und auch verstärkt kontrollieren. So müssen die Länder ihre Maßnahmen und Konzepte zur Sprachförderung in den Kindergärten vorlegen, bevor es Geld gibt. Wie bereits in der vorangegangenen 15a-Vereinbarung verdoppelt der Bund die Summe, die die Länder in Sprachförderung in den Kindergärten investieren. Nach Ende des Kindergartenjahres müssen die Länder schließlich eine Abrechnung vorlegen.

Mit der verstärkten Kontrolle kann Oxonitsch leben - "soll sein", sagt er, "auch wenn man alles zu Tode kontrollieren kann". Bisher habe ja schließlich auch das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) die Maßnahmen der Länder evaluiert.

Kurz zeigte sich am Dienstag nach einem Gespräch mit der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), der Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz, jedenfalls zuversichtlich, dass es eine längerfristige Lösung geben könnte. Mit den derzeitigen Verhandlungen soll die Sprachförderung nämlich nur für das kommende Jahr gesichert werden. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD; Printausgabe, 9.11.2011)

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15 Postings
Dan12
00
9.11.2011, 14:26
das ist ja sowas von ...

... in die falsche richtung gearbeitet, dass einem die grausperln aufsteigen.

da sollten wir doch eni bissl druck machen und das volkbegehren unterschreiben, oder?

http://www.vbbi.at/volksbege... ngszeiten/

schniggschnagg
 
04
9.11.2011, 14:09
1.5 Millionen... furchtbar!

Das sind ja unglaubliche Summen, wenn's darum geht, Geld "sinnvoll" oder zumindest mit einem sinnvollen Ziel in die Hand zu nehmen. 600.000 für Bildung, igitt - oder 7.5 Millionen für CERN... aber wenn's um bunte Pratervorplätze, oder Bauten um Steuergeld geht, die dann plötzlich 100 Millionen mehr als veranschlagt kosten, wenn's um Milliarden für private (!) Bankinstitute oder bankrotte Länder geht, dann ist das Geld immer irgendwie aufzutreiben! Verrückte Welt!

V995
01
9.11.2011, 14:07
keine sprachförderung mehr

dann gibts noch mehr fpler die nicht richtig deutsch können

Pierre d´Aubusson
11
9.11.2011, 08:10
"für die frühkindliche Sprachförderung erhalten"

Und da sind eben die 3-6jährigen die Maßzahl.
Ich schließe daher aus dem nicht ausdrücklich gesagten, daß Wien bisher nicht widmungsgemäß Geld erhalten hat, das schleunigst zurückgezahlt werden sollte.
Wien sollte daher nicht nur die Kürzung fürchten.

mike sierra
14
9.11.2011, 13:16

Meinen Sie, dass alle Kinder frühkindliche Sprachförderung benötigen?
Also die 3-jährigen in Ö aufgewachsenen Kinder, die ich kenne, plaudern schon wie große Kinder.

Dürfte doch etwas mit "Ausländerkindern" zu tun haben. Schließlich kommt das Geld vom Integrations-Staatsekretariat.
Aber vielleicht brauchen auch mit ö Dialekten aufgewachsene Kinder "Integration" und "frühkindliche Sprachförderung". ;)

Aber:
Der Begriff "außerordentliche Schüler", die früher Basis für die Berechnung waren, ist leider nicht erklärt.

Cielito Lindo
00
13.11.2011, 02:01

Jedes schulpflichtige Kind mit nicht deutscher Muttersprache wird die ersten 2 Jahre nicht benotet, wenn es nicht über gute Dt.-Kenntnisse verfügt. Es wird als außerordentlicher Schüler geführt.

mike sierra
01
14.11.2011, 09:50

Danke für die Information.

Aber keine Schulnoten (1-5) in der 1.+2. Klasse VS ist auch für öst. Kinder heutzutage offenbar schon Standard. Meist gibt es nur mündl. Beurteilung oder sonst. alternative Beurteilungsmethoden.

Cielito Lindo
00
14.11.2011, 21:17

Eine verbale Beurteilung hat den Vorteil, dass der Lehrer bei der Leistungsbeschreibung sehr genau auf die Stärken und Schwächen eingehen kann.
In Klassen (VS) mit einem sehr hohen Migrantenanteil gehen aber viele zur Ziffernbenotung über, wenn die Eltern mit den verbalen Benotungen nicht viel anfangen können und wissen wollen, welche Note es denn wäre. Möglich ist auch die Kombination offiziell Noten plus verbale Beurteilung in Form eines Briefes an den Schüler.

Fritz Wunderlich
11
9.11.2011, 09:25

schwachsinn

lesen sie den artikel noch einmal durch, vielleicht verstehen sie ihn dann

Pierre d´Aubusson
00
9.11.2011, 13:45

Ich habe den Artikel nur allzu gut verstanden, hab aber darüber, wie ich ihn verstehe wiederum nix geschrieben. Vielleicht liegts daran?
Vielleicht kanns Ihnen auch Psoter mike sierra erklären...

absurdistanerin
04
9.11.2011, 07:17
zu Tode kontrollieren...

...und das vom Oxi... Dann soll er sich bitte auch gleich an die pädagogische und wirtschaftliche Übergangsleitung der Wiener Kinder Gärten wenden - die haben sämtliche Materialanschaffungen für den Kindergarten externalisiert, sodass uns zur eigenen Verwaltung nur noch 35€ (in der Krippe nur 25) pro Gruppe zustehen und sonst um jedes Taschentuch, Bilderbuch und jedes Buntpapier beim Beschaffungskompetenzzentrum angesucht werden muss. Sämtliche Kindergartenkonten wurden geräumt, damit das Geld, das dringend für die Kinder benötigt wird von einem verstärkten (unnötigen) Verwaltungsapparat aufgefressen wird. Soviel zum kontrollieren...

Radlerwahn68
00
9.11.2011, 11:43

zu 100% zustimmung! so wie jetzt reguliert und kontrolliert wird, ist es nur mehr eine frage von monaten bis die ersten meldungen kommen:"gratis kindergarten in wien nicht mehr finanzierbar!"hauptsache die verwaltung wird aufgeblasen dass es einem schlecht wird!

Springender Jakob
00
9.11.2011, 02:06
Ein weiterer klassischer Föderationskonflikt, bei dem Bund und Schrebergartenländer das Geld der Steuerzahler zerdiskutieren?

Erwin Wolfram
01
8.11.2011, 23:07
...

huch hunderte "hochqualifizierte" 2 wochen sprachkurshalter werden arbeitslos! ich freue mich schon! im uebrigen lernen die oesterreicher die fremdsprachen lieber, da es keine chancen fuer deutschsprachige migranten gibt zb auf eine weiterfuehrende ausbildung...

6000
00
9.11.2011, 14:39

sie freuen sich, wenn menschen arbeitslos werden, oder teilzeitbeschäftigungen verlieren, weil ihnen der inhalt der tätigkeit missfällt????? na bravo

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