Doch kein Ferrari

Wall-Street-Banker bangen um ihre Boni

8. November 2011, 17:14

Tiefe Löcher hat die Schuldenkrise in den Bankbilanzen hinterlassen, die Boni werden zusammen­gestrichen

New York - Den erträumten Ferrari müssen sich viele Wall-Street-Banker wohl erstmal abschminken. Denn ihre Gehaltsschecks dürften für dieses Jahr ein ganzes Stück kleiner ausfallen. Schuld ist die Schuldenkrise in Europa und die lahmende US-Wirtschaft. Beides lässt die Einnahmen bei den Wall-Street-Häusern schrumpfen.

Die Banker dürften je nach Position 20 bis 30 Prozent weniger Boni ausgezahlt bekommen als fürs Vorjahr. Davon geht die auf Gehaltsfragen spezialisierte Unternehmensberatung Johnson Associates aus. Die Experten haben am Dienstag ihre in der Finanzwelt viel beachtete Studie zur Einkommensentwicklung vorgestellt.

Die Banker müssten sich auf die schwächste Bonussaison seit der Finanzkrise gefasst machen, stellte die "New York Times" fest. Boni machen an der Wall Street typischerweise den Großteil des Gehalts aus. Über die Höhe der Extrazahlung wird Anfang des Folgejahres entschieden, wenn die Finanzfirmen ihre Bilanzen erstellt haben. Dann fließen mit einem Schlag Abermilliarden Dollar auf die Konten der Banker.

Zahltag

Die Zahltage sind legendär an der Wall Street. Den Ferrari- und Porsche-Händlern rund um New York wird nachgesagt, dass sie in dieser Zeit das beste Geschäft des Jahres machen. Auch die Verkäufe von Rolex-Uhren oder Yachten schnellen angeblich hoch. Die Luxusanbieter müssen sich nun darauf gefasst machen, dass der eine oder andere Kunde ausbleibt.

Vor allem diejenigen Banker, die mit Anleihen oder Rohstoffen handeln, werden kürzertreten müssen. Die Schuldenkrise hat die Anleger vorsichtig werden lassen - und weniger Aufträge der Kundschaft bedeuten auch weniger Gebühreneinnahmen. Dagegen dürfen sich diejenigen Kollegen auf höhere Boni einstellen, die Übernahmen, Fusionen und Börsengänge betreuen oder die das Vermögen reicher Privatkunden verwalten. Hier lief das Geschäft bis dato eher besser als im Vorjahr.

Am Hungertuch muss aber kein Banker nagen. Selbst bei heftigen Gehaltseinbußen bekommen die Wall-Street-Zocker immer noch ein Vielfaches dessen, was Otto-Normalverbraucher verdient. Im Schnitt hatten die Mitarbeiter von Goldman Sachs für das vergangene Jahr insgesamt 431.000 Dollar (312.591 Euro) nach Hause getragen, die Investmentbanker von JPMorgan Chase 370.000 Dollar und selbst die Mitarbeiter der zwischenzeitlich Verluste schreibenden Investmentbank Morgan Stanley kamen auf knapp 257.000 Dollar.

Spitzenverdiener

Der Verdienst von Führungskräften geht in die Millionen. Spitzenverdiener unter den US-Bankchefs war im vergangenen Jahr Jamie Dimon, der den Branchenprimus JPMorgan Chase lenkt. Er hat insgesamt 20,8 Mio. Dollar eingestrichen, wobei das Festgehalt "lediglich" bei 1 Mio. Dollar lag. Der Rest waren im Wesentlichen Boni in bar, Aktien und Aktienoptionen.

Der Druck auf die Banken hat aber zugenommen. Die Politik beginnt langsam, die Lehren aus der Finanzkrise des Jahres 2008 zu ziehen und den Banken strengere Auflagen zu machen. So sollen sie mehr Kapital vorhalten, um für Krisen besser gewappnet zu sein, und zudem auf die früher so einträglichen eigenen Spekulationen verzichten.

Die Banken reagieren auf die Probleme mit Kündigungen. Alleine bei der Bank of America sollen 30.000 Jobs in den kommenden Jahren wegfallen. Das könnte den verbleibenden Mitarbeitern ironischerweise zum Vorteil gereichen: Denn künftig müssen sie sich die Einnahmen mit weniger Kollegen teilen. Für 2012, so sagte Alan Johnson von der Gehaltsberatung Johnson Associates dem "Wall Street Journal", könnten die Boni deshalb schon wieder steigen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 29
1 2
gemeinwohl-ökonomie
00
9.11.2011, 12:07
pinkepinke
00
9.11.2011, 11:06
Solange eine Bank am Tropf des Steuerzahlers hängt,

solange dürfen keine Boni ausgezahlt werden!

monopoly
00
9.11.2011, 10:59
Protest

In Wien findet am 11.11. 2011 eine Occupy Demo statt. Treffpunkt 15h30 am Heldenplatz. Bitte weiter verbreiten!

Fritz Meyer
01
9.11.2011, 10:07
*schniiief!*

Da kommen einem schier die Tränen.

Marquis de Sade
 
00
9.11.2011, 09:55

Bonuszahlungen sind in jedem Unternehmen normal. Auch in Banken. Dass das an den (langfristigen und nachhaltigen) Erfolg der Bank geknüpft sein sollte, steht auf einem anderen Blatt.

Besonders witzig finde ich jedoch, wenn (von dort weiß ich es von diversen Bekannten) zB eine Bank Austria Mitarbeitern die über 100 - 120 % Zielerreichung haben Boni in der Höhe von 400 - 700 Euro brutto auszahlen. Und das sind Zahlen, die schon zwei oder drei Jahre auf dem Buckel haben und wo man zwei Wochen später bekanntgab, dass man ein Rekordergebnis erwirtschaftet hat.

Ich hab nichts gegen Boni für Banker. Sollte aber auch mal die wirklich arbeitenden Jungs und Mädels treffen.

Andreas W
23
9.11.2011, 09:40
Ich kann diesen dummen "Neid" und "Links" oder "Rechts" - Reflex mancher Ignoranten nicht mehr ertragen!

Dass Arbeitnehmer am Erfolg des Unternehmens Anteil haben müssten, hat nichts mit links zu tun, sondern mit ganz banaler Gerechtigkeit und entspränge auch dem Leistungsgedanken!

Dass aber diese Banker keine solchen Arbeitnehmer sind, sollte jeder der Vernunft zugängliche Mensch schon daran erkennen, dass die keine Mehrwerte durch Leistung, sprich Arbeit, schaffen, sondern mal Gewinne mal Verluste durch Casino-ähnliche Wettereien machen.

Und dass eine Bank, die Verluste schreibt, Boni ausschüttet, ist ohnedies fern jeder Logik und kann nur mit einer gewollten Umverteilung von vielen (Steuerzahler, die die Banken gerettet haben) hin zu ein paar wenigen Privilegierten erklärt werden.

Die Reichen von heute sind längst die Monarchen von damal

monopoly
00
9.11.2011, 11:03
Frage: wo war die Leistung der Boni-Empfänger?

vielleicht darin, daß ein gewiefter Fondsmanager wieder ordentlich Hedge-Fonds verkauft hat und damit so ganz nebenbei eine Volkswirtschaft in Bedrängnis gebracht hat?

PROTEST gegen die zerstörerische Kapitalwirtschaft!
In Wien findet am 11.11. 2011 eine Occupy Demo statt. Treffpunkt 15h30 am Heldenplatz. Bitte weiter verbreiten!

Daumendreher
01
9.11.2011, 09:02
Oja

Jetzt verhungerns, die armen Banker.

Mike McCready
01
9.11.2011, 08:27
liebe mitposterInnen!

ich geb euch im lauf des tages noch bescheid. wenn ich fertig bin mit der einrichtung des spendenkontos....

wir müssen denen doch unter die arme greifen, bitte!!!

Ivan Bukov
00
9.11.2011, 08:03
Ironie zum Quadrat

Trotz der durchaus berichtigten Diskussion ueber die hoehe der Boni nach einem Auffangen muss man hier auf die Ironie hinweisen.
Die Ironie ist dass die Banken genau das machen was die Linken seit Jahren von den Konzernen fordern. Gewinne werden an die Mitarbeiter (Banker) ausbezahlt und fuer Fehler des Managements muessen sie nicht leiden.

Plato
00
9.11.2011, 06:41
Das Mitleid der ganzen Welt ist den Wall-Street-Geckos gewiss !

Grantscherben
00
9.11.2011, 01:49

Diese armen Teufel ... *heul* *snif* *fg*

Cynicism
32
9.11.2011, 00:33
Auch wenn das typische Standard-Klientel

Fünfhundert-Euro-Scheine maximal vom Hörensagen kennt und eh jeden hasst, der mehr Geld hat:

Muss man deren Beißreflex echt mit solch polemischen Formulierungen und Artikeln anheizen?

Gobi Todic
00
9.11.2011, 09:57
da die 1% schuld sind an der armut der restlichen welt

JA

Cynicism
10
9.11.2011, 19:59
Steht doch jedem frei,

zu diesem einen Prozent zu gehören statt zu den anderen 99%.

Gobi Todic
00
9.11.2011, 23:56

stimmt. das nächste mal werd ich reich geboren.

jassl11
00
8.11.2011, 23:05

200 bis 300 k / jahr brutto; na ja, reich wirst damit nicht.

darkwing
00
8.11.2011, 21:55
Hoffentlich.....

......schnürt die EU-Bonzokratur schnell ein Hilfspaket für diese armen Würschteln

derBoFH
00
8.11.2011, 20:38

die tun mir ja sooooooooooooooooo leid, arme arme banker ...

DeKa
00
8.11.2011, 20:35
Den erträumten Ferrari wird es nicht geben?

Wohl eher: Es wird den 10ten Ferrari dieses Jahr nicht geben... halt noch ein paar Mon warten und wieder alles ok.

01052004
00
8.11.2011, 20:12
"Die Banker dürften je nach Position 20 bis 30 Prozent weniger Boni ausgezahlt bekommen als fürs Vorjahr."

wo kann man spenden???

ich helf ja auch dem netten onkel aus nigria, wenn der mal ein problem mit einer erbschaft hat, laß mir auf kaffefahrten überteuerte rheumadecken andrehen und bin 100 prozent überzeuigt, unsere jetzigen politiker sind die allerbesten, charkterfestesten menschen auf diesem sauberen, heilen kriegsfreien planeten...

[/ironie off]

nur so zum nachdenken
01
8.11.2011, 19:35

Auch für Investmentbanker gilt: Das letzte Hemd hat keine Taschen;-)

Truhe
 
01
8.11.2011, 18:39
Oooooooooooooooooch

Ist da jemand?

nukularteilchen
01
8.11.2011, 18:18

Zum Glück haben wir in Europa ja ein Auffanglager für Versager in Brüssel damit die nicht auf der Strasse betteln müssen.

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