Die Söhne, die Pläne und das Debüt von Viveiros

8. November 2011, 17:06
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Neo-Teamchef nützt Turnier in Ungarn zur Talent-Sichtung

Wien - "Papa, wir wollen Stürmer spielen." "Aber Kinder, überall auf der Welt sind Verteidiger gefragt." "Papa, verteidigen ist blödsinnig und fad." "Aber Kinder, ich hab auch Verteidiger gespielt." "Ja, eh, Papa."

In etwa so, sagt Manny Viveiros, sind mehrere Gespräche mit seinen beiden Söhnen verlaufen. Und weil weder Österreichs Eishockey-Teamchef noch andere Väter dem Offensivdrang der Buben beikommen, haben Klubs und Teams landauf, landab, ihre liebe Not damit, Verteidiger zu finden. Viveiros, ansonsten KAC-Trainer, steht vor seinem Debüt als Head Coach des Nationalteams. Bei der "Euro Ice Hockey Challenge" in Miskolc wird Österreich ab Freitag auf Italien, Japan und Gastgeber Ungarn treffen.

Das Turnier soll Viveiros (45) zur Sichtung von Talenten dienen. Er redet von Charakter und Identität, Stolz und Teamgeist. "Eislaufen, eislaufen, eislaufen", darauf fuße das moderne Eishockey. "Wenn einer eislaufen kann, ist es egal, wie groß er ist." Viveiros nennt die Schweiz, die vor 15 Jahren auf demselben Level spielte und nun Top-8-Nation ist, als Vorbild. Ob sich kurzfristig Erfolg einstellt und Österreich den Wiederaufstieg in die A-Gruppe schafft, bleibt abzuwarten. Mittel- bis langfristig will sich Viveiros mit dem Team oben etablieren. Er ist mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet. Das mag ihm helfen, beim Nachwuchs anzusetzen. Die eigenen Söhne hat er schon überzeugt, beide spielen mittlerweile Verteidiger. (fri - DER STANDARD-Printausgabe - 9.11 2011)

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