Panzerwagen und Riesenpolizeiaufgebot

Ansichtssache
8. November 2011, 15:56

Die Hausbesetzung in der Lindengasse im siebten Wiener Gemeindebezirk ist vorbei - die Polizei räumte das Gebäude, es gab keinen Widerstand der Aktivisten (siehe Bericht). Mit einem massiven Aufgebot war das Gelände großflächig von der Andreasgasse bis zur Kaiserstraße abgesperrt worden. Nur Personen, die nachweisen konnten, dass sie in den gesperrten Teil müssen, wurden durchgelassen - zum Teil nur bei Vorzeigen eines Meldezettels. Es kam zu erheblichen Verkehrsproblemen im gesamten Bezirk. (mob, derStandard.at, 8.11.2011)

apa-foto: herbert p. oczeret
foto: derstandard.at/mob
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apa-foto: herbert p. oczeret
apa-foto: herbert p. oczeret
foto: derstandard.at/mob
foto: herrnböck
foto: herrnböck
foto: derstandard.at/mob
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apa-foto: herbert p. oczeret
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polizei spielt krieg

Krank und jeglicher Verhältnismäßigkeit entglitten!

Hier wurde an einem Tag wegen einer handvoll Besetzer wohl mehr mobilisiert als gegen die unzähligen Finanz-Verbrechen in einem gesamten Jahr?

Das die Hausbesetzung in der Lindengasse geräumt wurde habe ich bereits vor zwei Tagen erfahren. Aber die Bilder dazu sind doch sehr erschreckend.

Da ist gut zu sehen wo unsere Politiker die Prioritäten setzen...

Foto Nr. 5:

da kommt sich jemand aber sehr gut vor,
bestimmt schon eine ikone unter den besetzern.

Foto Nr. 5 :

der mit die "wirschtlhoar" schaut besonders gefährlich aus wie ich finde, da hätte sie ruhig den hubschrauber auch noch holen können.

der mit die "wirschtlhoar" und "dreckig uman mund" ist
an peinlichkeit kaum mehr zu übertreffen.
selbst bei den 12-jährigen ist dieser style schon seit jahren sowas von unhip.

war eh da

dann halt noch den eurofighter dazu :D

Der von Gott mit Naivität ausgestattete Österreicher "bedarf

seines kindlichen, des Vertrauens fähigen und bedürftigen Charakters halber, mehr noch als jeder Andere, der sittlichen, kirchlichen und politischen Autorität, daß sie ihn leite". So 1848 Carl Ernst Jarcke, der Nachfolger von Gentz in Metternichs Staatskanzlei. "Seine Herrlichkeit sagt immer: Der Regent ist der Vater, der Untertan is a kleins Kind, und die Freiheit is a scharfs Messer" (Nestroy:"Freheit in Krähwinkel"). Was hat sich seitdem geändert? Erziehungsmittel der demokratischen "Herrlichkeiten" von heute ist die Drohung mit dem Einsatz des Polizeipanzers. "Ewiges Österreich"?

typisch polizei

bei paar harmlosen besetzern fahrt sie mim panzer auf - dort wos aber richtig kracht (korruption etc) schaut sie gerne weg oder fährt mim dreirad auf...

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass viele hier sehr enttäuscht sind, dass die Räumung friedlich und korrekt abgelaufen ist und man dem "faschistischen repressiven Polizeistaat" nicht mal mit viel Phantasie "Gewaltorgien" unterstellen kann. Deshalb wird es als Skandal hochstilisiert, dass viele Polizisten anwesend waren. Schon irgendwie lustig.

Vom "Gefühl beschlichen", werden die Kritiker angepatzt.

Solche Unterstellungen nach altbekanntem Schema sind doch nur Ausreden, mit denen die Peinlichkeit
vertuscht werden soll.

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl als wären Sie sehr enttäuscht dass die BesetzerInnen keinen Grund für Gewalt seitens der Polizei gaben. Denn damit wäre für manche hier das unsägliche Polizeiaufgebot in irgendeiner Form noch zu rechtfertigen. Aber 200 Kieberer für 20? Schon irgendwie lustig...

kein geld das man drogendealer und verbrecher jagd aber gegen wehrlose mit einer riesigen armee vorgehen, einfach nur peinlich die wiener polizei!!

Eindeutig falsch - heuer schon viele Hasch-Indoor-Plantagen ausgehoben!!

Den big stick vor Augen:

Bleibt der Untertan friedlich, dann kann alles korrekt ablaufen, und der Knüppel muß nicht aus dem Sack!

sie zählen ganz offensichtlich zu den tief enttäuschten "untertanen" die sich ein bisschen knüppelei gewünscht hätten.

"offensichtlich"? Eher doch bösartige Unterstellungen von Autoritätsfans!

Selbstverständlich freue ich mich darüber, daß nichts noch Roheres passiert ist. Ob wirklich schon die massive Gewaltandrohung allein für die perfekte Unterwerfung verantwortlich war, und nicht die bekannt friedliche Gesinnung der Betroffenen eine Eskalation ausgeschlossen hat, kann ich von hier aus nicht beurteilen. Was aber "offensichtlich" fehlte, war ein zivilisierter Dialog. In metternichscher Manier entschied man sich für eine Machtdemonstration, die jeden Gedanken an ein "Aufmucken" im Keime erstickt. Generalprobe für die Zukunft? Die verlogene "österreichische Seele" verharmlost das.

Genausogut könnte man den Besetzern vorwerfen, sie hätten keinen zivilisierten Dialog zur Schaffung eines Kulturzentrums geführt sondern hätten sich einfach eigenmächtig in ein fremdes Haus gesetzt.

Meines Wissens handelte es sich um eine der längst Tradition gewordenen Hausbesetzungen, durch die kein Bewohner enteignet oder geschädigt, sondern nur eine gewisse, inzwischen wohlbekannte BUWOG betroffen wurde. Ich habe seinerzeit miterlebt, wie jahrelange Mieter dieser staatlichen Einrichtung durch das spezielle Tätigwerden eines sehr gefeierten finanzpolitischen Genies auf die Straße gesetzt worden sind. Daß sich jetzt ebendiese Firma geweigert hat, ein weiteres Kulturzentrum für junge Leute zu akzeptieren, wundert mich nicht.

Warum sollte eine Privatfirma das auch akzeptieren?

Den zivilisierten Dialog gab es vorher schon mehrfach. Jedesmal verbunden mit der Weigerung der Besetzer, zu gehen.
Dialog hat also nachweislich nicht funktioniert, also musste auf etwas Anderes, die Räumung, zurückgegriffen werden

Ein gut geführter Dialog führt meistens zu einer Kompromißlösung. Wenn jedoch eine Seite zu mächtig ist, wird sie versucht sein, die andere Seite
einfach auflaufen zu lassen: "Gehts, schleichts eich!".
Was wurde denn im Gegenzug angeboten?

Wer sich eigenmächtig in ein fremdes Haus setzt verlässt den Boden der allgemein anerkannten Spielregeln und hat somit kein Recht mehr von irgendwem einen Dialog zu fordern, selbst wenn er noch so gute Argumente vorzubringen hätte.

Sie meinen: Hausbesitzer fürchten sich vor Haubesetzern, und bestimmen daher die Spielregeln?
Dem würde ich nichts entgegenhalten, handelte es sich um Privateigentum und um Staatseigentum, dessen Nutzung nicht schon aufgegeben wurde. Und da wir, wie es so zynisch heißt, "alle der Staat sind",
ist eine solche Hausbesetzung doch sinnvoll, wenn sie dem Staat hilft, seine kulturellen Verpflichtungen wahrzunehmen. Es kommt auf die "Umstände" an, nicht um juristisch-bürokratischen Fundamentalismus.

Nein ich meine...

...demokratisch legitimierte Institutionen (im Wesentlichen der Nationalrat durch seine Gesetzgebung, die Landtage, die Verwaltungsbehörden im Falle von Verordnungen) bestimmen die Spielregeln und die erlauben kleinen Gruppen ohne demokratische Legitimation weder sich eigenmächtig Privatgrund von bösen Hausbesitzern noch öffentlichen Grund selbst anzueignen.

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