Neugebauer lädt Volksbegehrer zu Kongress

8. November 2011, 15:20
5 Postings

Initiator Androsch wird mit Ergebnis des Volksbegehrens "nicht zufrieden sein"

Wien - Der Industrielle und frühere SP-Finanzminister Hannes Androsch hat am Dienstag bei einem Infrastruktursymposium im Haus der Industrie in Wien für sein Bildungsvolksbegehren geworben. "Ich werde mit dem Ergebnis auf jeden Fall nicht zufrieden sein, denn die Wunschvorstellung, dass 90 Prozent der Wahlberechtigten erkennen, dass das Anliegen wichtig ist, wird sicher nicht in Erfüllung gehen", sagte er.

"Indifferente Haltung" zu Bildung

Als Grund dafür ortet Androsch eine "indifferente Haltung breiter Schichten", wo viele meinten, "das geht uns nichts an". Diese Stimmung sei die Grundlage für Funktionäre, in "feindseliger Versessenheit" zu beharren. Als "Symbol des Stillstands und der Lähmung in Österreich" bezeichnete er den derzeit abgehaltenen Bundeskongress der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD). "Diese Lähmung führt zum Terror des Status quo". Es gebe in Österreich "hervorragende Beamte und Lehrer", aber eine hypertrophe Schulorganisation und eine heillose Zersplitterung, kritisierte Androsch.

Angesprochen auf den Beamtengewerkschaftschef Fritz Neugebauer (ÖVP), der bereits angekündigt hatte, das Volksbegehren nicht zu unterschreiben, meinte Androsch, Neugebauer müsse natürlich nichts unterschreiben. Wenn er aber auch selbst keine Zukunftskonzepte vorlege und sich gegen alle Reform stemme, dann beeinträchtige er die Zukunft der nächsten Generationen, der Kinder und Enkelkinder.

Kundgebung vor Kongress

Vor dem Bundeskongress des machten Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens mit einer Kundgebung auf ihre Anliegen aufmerksam. Während im Foyer die Polizeimusik die Kongress-Teilnehmer empfing, machte vor dem Eingang eine Trommler-Gruppe Werbung für das Volksbegehren, zudem wurde der "Bildungsvolksbegehren-Song" uraufgeführt. Auf einem Transparent hieß es: "Aus der Steinzeit in die Bildungszukunft".

Dass dafür ein Signal von dem GÖD-Bundeskongress ausgehen könnte, davon ist aber auch einer der Initiatoren, der Schauspieler Harald Krassnitzer, nicht überzeugt. Gegenüber der APA meinte der "Tatort"-Kommissar, er sei "Realist genug, dass davon keine großen Impulse ausgehen". Mit der Aktion wolle man aber daran erinnern, dass man das Volksbegehren noch bis Donnerstag unterzeichnen könne. Bei dem Kongress seien auch viele Lehrer anwesend, und die wolle man daran erinnern, dass es auch um Verbesserungen für ihren Berufsstand gehe.

Neugebauer lädt Volksbegehrer ein

Neugebauer selbst sprach an die Repräsentanten des Bildungsvolksbegehrens die Einladung aus, entweder morgen Nachmittag im Rahmen der Diskussion von Anträgen auf dem Kongress oder auch außerhalb der Tagesordnung ihre Vorstellungen zu präsentieren. "Wir sind offen", bekundete der GÖD-Vorsitzende, der betonte, die angesprochenen Fragen schon längst zu diskutieren. Grundsätzlich plädierte Neugebauer in der Bildungspolitik für Evolution statt Revolution und meinte, dass es schon "high life" gebe, wenn die Regierung nur ihr Koalitionsprogramm umsetzen würde.

Die Eintragungsfrist des Bildungsvolksbegehrens läuft noch bis inklusive Donnerstag. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kundgebung vor dem Kongress des GÖD in Wien.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schauspieler Harald Krassnitzer war bei der Kundgebung dabei, ist nach eigenen Angaben aber "Realist genug, dass davon keine großen Impulse ausgehen".

Share if you care.