Verschlüsselung geknackt - ORF startet Smartcard-Tausch

8. November 2011, 14:47
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"Wir müssen verschlüsseln, weil Europa- und Weltrechte für uns nicht erschwingbar wären"

Der seit längerem anstehende Tausch der ORF-Digital-Sat-Karten (Smartcards) soll am kommenden Montag endgültig anlaufen. Das kündigte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Dienstag im Publikumsrat an. Zunächst soll ein Testlauf mit rund 20.000 Mailings starten, um den Tauschmodus zu erproben. Der eigentliche Tauschprozess beginnt dann im Frühjahr 2012 mit den ältesten Karten aus den Jahren 2003 und 2004. Der gesamte Tauschvorgang, von dem rund 2,2 Millionen österreichische Haushalte betroffen sind, werde sich über mehrere Jahre - voraussichtlich bis 2014 - erstrecken. Der Kostenpunkt für die neue Karte liegt bei 14,90 Euro und ist damit laut Wrabetz "so niedrig wie möglich".

 

Kostendeckender Tausch

"Das ist ein Preis, der gesetzlich vorgegeben ist - denn der Kartentausch muss kostendeckend durchgeführt werden", so Wrabetz. Der Preis deckt die Kosten für die Karte selbst, das Mailing und den Informationsservice, erläuterte der Generaldirektor den Publikumsräten. Vom Tausch betroffen sind jene Haushalte, die ihr Fernsehprogramm seit 2003 via digitalem Satellit empfangen und zur Entschlüsselung der ORF- sowie der österreichischen Privat-TV-Programme eine Smartcard benötigen.

14,90 Euro

Der ORF informiert alle Betroffenen in persönlichen Schreiben. Wer so ein Schreiben erhält, hat drei Monate Zeit, den Preis für die neue Karte von 14,90 Euro online oder per Zahlschein zu überweisen, anschließend bekommt er die neue Smartcard zugestellt. Drei Monate nach der ersten Information wird die alte Karte deaktiviert und der Empfang der ORF-Programme, aber auch von ATV und Puls 4 ist nicht mehr möglich. Nähere Informationen rund um den Tausch gibt es im Internet unter http://digital.orf.at bzw. unter einer eigenen kostenfreien Hotline.

Cryptoworks

Hintergrund der Karten-Tauschaktion ist die Tatsache, dass das Verschlüsselungssystems (hier Cryptoworks) geknackt wurde - der WebStandard berichtete.

"Wir müssen verschlüsseln, weil Europa- und Weltrechte für uns nicht erschwingbar wären"

Das ist vor allem für die Lizenzgeber zum Beispiel von Sport- oder Filmrechten von Bedeutung, da der ORF sowie die anderen österreichischen Sender die entsprechenden Rechte immer nur für Österreich kaufen und garantieren müssen, dass sie nicht im Ausland empfangbar sind. "Wir müssen verschlüsseln, weil Europa- und Weltrechte für uns nicht erschwingbar wären", so Wrabetz am Dienstag. Das Cryptoworks-System soll bis 2014 auslaufen und abgeschaltet werden. (APA)

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    ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

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