Der zweite Schweizer und die eine Linie

8. November 2011, 18:13
  • Ab und zu lacht Assistent Fritz Schmid im Vorder- und Teamchef Marcel Koller  lediglich im Hintergrund.
 
    foto: apa/schlager

    Ab und zu lacht Assistent Fritz Schmid im Vorder- und Teamchef Marcel Koller lediglich im Hintergrund.

     

Fritz Schmid ist der neue Assistent von Teamchef Marcel Koller, der Sportwissenschaftler sammelte auch Erfahrungen als Journalist, Lehrer und Ski- und Schwimm-Trainer

Wien - Für die Menschheit mag es eine Kleinigkeit gewesen sein. Aber der Schweizer Marcel Koller hat am Dienstag erstmals den schwarzen ÖFB-Trainingsanzug angezogen, das war ein persönlicher Brocken, ein äußeres Zeichen, "dass es jetzt losgeht" .

Teamchef Koller hat um die Mittagszeit die im Hotel eintrudelnden Fußballer willkommen geheißen, das verlief unspektakulär, er hat "Grüß Gott" gesagt und jedem einzelnen die Hand geschüttelt. Die Kicker wurden nach der Nahrungsaufnahme von der medizinischen Abteilung übernommen, die zog Blutproben, um Aufschlüsse über den körperlichen Zustand zu erhalten. Am Abend folgte die Begrüßungsansprache, eine Art Verhaltenskodex wird erstellt werden, Bettruhe ist um 23 Uhr. Die erste Trainingseinheit findet heute, Mittwoch, im Happel-Stadion statt.

Worum es Koller zunächst geht? "Wir müssen unsere Ideen vermitteln, die Leute abchecken, eine eigene Identität entwickeln. Aber wir dürfen die Spieler nicht zu sehr mit Informationen vollpacken, sonst wissen sie nicht mehr, wo das Tor steht. Mit der Ukraine beschäftigen wir uns später." Vor dem 15. November, an diesem Tag findet in Lemberg die Partie statt. Koller: "Da werde ich Lampenfieber haben, das gehört dazu."

Dazu gehört auch Fritz Schmid. Er ist Kollers erster Assistent, der zweite ist Thomas Janeschitz, das ist keine hierarchische Wertung. Schmid ist Schweizer seit 52 Jahren, ein Bürger von Glarus. Weshalb ihn Koller ausgesucht hat? "Ich schätze ihn als Person, er ist äußerst kompetent, verfolgt eine klare Linie. Wir führten immer schon gute Gespräche über Fußball, Gott und die Welt."

Schmid bedauert, "dass ein Tag nur 24 Stunden hat. Ich komme mit großer Spannung und großer Freude zur Mannschaft. Bei all meinen Erfahrungen ist das eine neue Herausforderung." Schmid ist tatsächlich erfahren, sein Lebenslauf füllt ein dickes Buch. Eines hat er unlängst geschrieben, der Titel lautet: "Vom Sager zum Frager, über Chaos und Selbstorganisation im Fußball."

Der Redaktor

Sportwissenschafter Schmid spricht vier Sprachen, Schwyzerdütsch exklusive. Zuletzt war er Assistenzcoach in Basel, Fifa und Uefa setzen ihn weltweit zur Trainerausbildung ein. Von 1989 bis 1995 jobbte Schmid als Redakteur (Schweizer sagen Redaktor) bei der Agentur Sportinformation Zürich, Spezialgebiet Fußball. "Als Journalist lernte ich die Mechanismen der anderen Seite kennen." Schmid sieht sich nicht "als den klassischen zweiten Mann. Ich weiß, wann ich Führung übernehmen und wann ich mich im Team einbringen muss."

Der Fußball habe sich gewandelt. "Den ersten Mann, der alles schmeißt, gibt es kaum. Früher war der Trainer ein Alleinbestimmer, der den Betrieb aufrechterhalten hat. Heute ist er nicht mehr nur Trainingsleiter, sondern hat Menschen zu führen, ein ganzes Projekt zu steuern. Das schafft er nur mit einem Stab, mit Spezialisten." Schmid hat sich Gedanken über die künftige Spielweise der österreichischen Nationalmannschaft gemacht. "Sie soll das Geschehen aktiv bestimmen, zuversichtlichen, selbstbewussten Fußball praktizieren. Das geht auch gegen Deutschland." Gibt es den perfekten Fußballer? "Nein. Es gibt nur welche, die Situationen perfekt lösen. Aber jetzt stecken wir in der Philosophie."

Koller steckt im Trainingsanzug. Er stellt sich David Alaba im zentralen Mittelfeld vor und Marko Arnautovic im Sturm. "Wo sonst? Das alles und viel mehr erfahren zunächst die Spieler." (Christian Hackl, DER STANDARD-Printausgabe 9.11 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3

A: Dea schaut owa a fett aus der typ

B: A so a Trottel

C: Desch isch hoid jetz amoi so...

koller und dico haben genau zwei sachen gleich gemacht. jeder scharte seines gleichen um sich. koller flankiert von zwei intelligenten menschen (der eine studium der sportwissenschaft, der andere selbiges in der mathematik). reflektierte typen halt.
dico....

Beide hatten die gleiche Trainingsjacke und Trainingshose an.

Geh bitte der ist ja sowas von unqualifiziert!

1.) Ist noch nie mit dem Happel auf der Bank gesessen.
2.) Keine Anzeichen von Größenwahn.
3.) Ka Schmähführer.

... ist schon komisch ...

... dass die meisten Fussballinteressierten so euphorisch über den neuen Teamchef Marcel Koller, das neue Trainerteam und deren Herangehensweise sind - ich übrigens auch!!.
Dabei macht er "nur" seinen Job, so wie es von einem professionellen Fuzssballtrainer zu erwarten ist. Leider kenne wir das auf Nationalteamebene in Österreich überhaupt nicht, sind das aus der Vergangenheit gar nicht gewöhnt. Wir hören das immer nur aus dem benachbarten Ausland, wobei ich glaube, dass in einigen Bundesligateams ebenfalls professionell gearbeitet wird.

Dieses "er macht nur seinen Job" finde ich nicht gut. Damit redet man alles Gute klein. Es gibt auch welche, die ihren Job schlecht machen. Wenn sich wer bemüht, seine Sache gut zu machen, dann ist das lobenswert. Aus.

naja, als gelernter

Oesterreicher freut man sich einfach, dass es endlich gelungen ist, einen Coach aufs Bankerl zu setzen, der nicht nur weiss, was sein Job ist, sondern selbigen auch noch macht.

die Kaschperl, die jahrelang das BAnkerl gewaermt haben, waren ja reine Selbstinszenierer.

Der Punkt ist nur: Wir wissen nicht, was die Trainer davor gemacht haben, weil sie eigentlich den Medien wenig Einblick in die Arbeit gegeben haben.

Naja...

...aber genau daran kann man schon erkennen, wie wenig die Vorgaenger gemacht haben. Niemand hat DC verboten, oefter zu Spielen nach D zu fahren...dann waere er auch aufgefallen...so ist er eben nicht aufgefallen, weil er Dinge nicht machte, die ich fuer einen Nationaltrainer ziemlich selbstverstandlich halte.

Klar, dass sich die Habererpartie rund um Herbert Prohaska auf den Schlips getreten fühlt, bei den Kompetenzen des neuen ÖFB Trainerteams.

Da können die Herren Zsak, Schinkels, Constantini, Krankl, Pacult und Co. natürlich nicht mithalten - in Sachen Ausbildungsstand, Weiterentwicklungskompetenz und Weitblick.

Und genau davor hatten sie Angst.

für ähnlich denkende:

https://www.facebook.com/pages/Qua... 2527192972

Ich stimme Ihnen zu.

Nur, auf dem Platz stehen dieselben Spieler.
Es dauert, bis ein Konzept greift - und es muss im Nachwuchsbereich und in den Klubs entsprechend gearbeitet werden.

der unterschied in der arbeitsweise zwischen koller und constantini ist wie schwarz und weiß... wie tag und nacht... wie arktis und sahara... wie sieg und niederlage! die vorfreude auf ein ländermatch ist wieder zurück! nicht, weil ich unbedingt eine sensationelle leistung erwarte (aber erhoffe), sondern weil das team endlich proffessionell auftritt, vor der kamera und höchst wahrscheinlich auch auf dem platz.

dürfte ja ein feiner kerl sein,...

...unser neuer teamchef, nur:

bei aller liebe, marcel geht bei uns gar nicht!
sie, geneigte fussballinteressierte, sind jetzt gefordert, zum einstand einen anständigen namen für unseren lieben neuen trainer zu bestimmen!!!

rot___maagus ( vlg. markus, nur wienerisch gedehnt ausgesprochen)
grün__martschello (mit meidlinger l!)
capriblau (RAL 5019)__warum nicht gleich schurl, pepsch oder schani
dahliengelb (RAL 1033)__lasst koller und sein team arbeiten und macht nicht solche dummen scherze

Laut einem früheren Artikel von einem Schweizer

ist sein Spitzname in der Schweiz "Mäse". Klingt komisch, ist aber so.

!

Ich heiße auch Marcel.
Aber in der Schweiz geht das Die betonen Marcel auf a. Bei uns sagns eher Massöö.

Leute, Leute

ein bissl runter vom Gas. Natürlich ist es toll, wenn endlich im ÖFB professionell gearbeitet wird - allerdings gilt das für die meisten Nationalteams seit Jahren. Das wird schon ein paar Spiele brauchen, bis man zumindest mal die Handschrift von Koller erkennt.

Dazu spielen wir auswärts (nicht gerade unsere Stärke) gegen die Ukraine. Die ist schon mal grundsätzlich etwas über unser Team zu stellen, und es wird jeder um sein Leiberl rennen, weil er bei der Heim-EM dabei sein will. "Freundschaftlich" wird da wenig sein.

Dazu kommt, dass die Ukraine wohl ein körperlich ziemlich robustes Team ist, das einen gepflegten, direkten, schnellen Fußball spielt. Das wird uns kaum entgegenkommen.

Also - etwas runter vom Gas.

Wieso dürfen die vor der Blutprobe was essen und ich nicht? :(

Je länger die DCs

Schreckensherrschaft zurückliegt umso ungläubiger blickt man darauf zurück..und endlich kann man mal in Ruhe dem Nationaltrainer zugucken und abwarten bis zum Spieltag was passiert ohne reflexartig Haßtriaden abzufeuern...

Das mit den Laktattests zeigt ja schon wie weit DC und die Trottelsagerbuam vom internationalen Geschäft weg waren aber wahrscheinlich waren Blutabnahmen deshalb böse weil man sonst den Blutalkohol beim Trainerteam entdecken hätte können...

Was den Fans noch gelingen muß ist das Ganze richtig einzuordnen, mit Koller werden wir sicher nicht Weltmeister, dafür sind wir aber nicht mehr vor Anpfiff schon komplett chancenlos ...

Und was ein Trainerwechsel bewirken kann sieht man ja bei den Bayern...

göttlich ! ! !

alles ist gut und alle kommen in den himmel,nur der......sicha nicht,lg der grüne!

bin mal gespannt

wie lange es dauert bis der koller-hype in blanken hass umschlägt. ich tippe mal auf die dritte niederlage in der wm-quali.

ich hoffe nur

medien und die 8mio selbsternannten österreichischen co-teamchefs sehen auch nach dem match gegen die Ukraine ein, dass die besser sind als wir, egal welcher teamchef wie arbeitet. die große spiel- und systemverbesserung wirds diesmal wohl noch nicht geben, aber sollten wir wider erwarten trotzdem was reißen freu ich mich :-)

hm aha

der arnautovic wird im sturm eingesetzt, nicht in der verteidigung. hätt' das der didi g'sagt, seitenlange hämische kommentarlerl in diesem forum wären die folge gewesen, so aber ist es der neue besen, der eine solche plattheit von sich gibt und das ist ja etwas ganz anderes.
bin nicht gegen den schweizer, wünsche ihm wirklich viel erfolg mit dieser gurkentruppe (wird ihm nicht gelingen, aber das ist ein anderes thematik).

genau. das ist anderes thematik.

du bist tradission, oder was?

naja, aus dem sager les ich nur raus, er will über die aufstellung nix sagen ;-)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 103
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.