Hohes Sterberisiko

Tabakgesetz verhindert Nichtraucherschutz

8. November 2011, 13:02
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    foto: apa/martin gerten

    Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich in Österreich der Anteil täglich rauchender 15-Jähriger bei den Buben verdoppelt, bei den Mädchen gar verdreifacht.

2,3 Millionen Österreicher rauchen - Alle zweieinhalb Stunden stirbt in Österreich ein Mensch an Lungenkrebs - 90 Prozent aller Lungenkrebspatienten sind Raucher

2,3 Millionen Österreicher rauchen. Alle zweieinhalb Stunden stirbt in Österreich ein Mensch an Lungenkrebs. 90 Prozent aller Lungenkrebspatienten sind Raucher. "Diese Zahlen sollten für die Politik Grund genug sein, ein generelles Rauchverbot in Gastronomiebetrieben, wie es bereits in Italien oder Irland Praxis ist, auch in Österreich einzuführen", fordert Walter Dorner, Präsident der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer.

Kinder und Jugendliche besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche. Dorner: "In einer Untersuchung in Österreich hat sich gezeigt, dass 42 Prozent aller 15-Jährigen bereits mehr als 40 Zigaretten geraucht haben. Die meisten erwachsenen Raucher berichten, dass sie bereits in ihrer Jugend zu rauchen begonnen haben. 90 Prozent der täglichen Raucher geben an, vor dem 21. Lebensjahr die erste Zigarette geraucht zu haben." Seit Mitte der 1980er-Jahre habe sich in Österreich zudem der Anteil täglich rauchender 15-Jähriger bei den Buben verdoppelt, bei den Mädchen gar verdreifacht.

"Das jetzige Gesetz stellt eine nicht zufriedenstellende Lösung dar", bringt Dorner es auf den Punkt. Man solle sich ein Beispiel am Nichtraucherschutz in Südtirol, Bayern oder Slowenien nehmen. Ein anderes Beispiel ist die Schweiz, die aus Mitteln der Tabaksteuer seit dem Jahr 2001 einen Tabakpräventionsfonds mit 2,6 Rappen (2,1 Cent) pro verkaufter Zigarettenpackung speist. Binnen fünf Jahren wurde damit die Raucherprävalenz der 14- bis 19-Jährigen von 31 Prozent auf 25 Prozent gesenkt. Die Raucherprävalenz der 14- bis 65-Jährigen wurde ebenfalls von 33 Prozent auf 30 Prozent gesenkt, was, laut Dorner, vor allem der Rauchertherapie zu verdanken ist.

Risiko für Herz und Lunge

Zigarettenrauch ist die bedeutendste Quelle für Fein- und Ultrafeinstaub in den Innenräumen. Eine erhöhte Feinstaubkonzentration führt - vor allem im urbanen Raum - zu häufiger auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Wirkmechanismen sind noch unzureichend aufgeklärt, die Ursachen sind aber vielfältig.

"Die gefährlichen Feinstaubpartikel sind mit freiem Auge nicht sichtbar und dringen über die Atemwege bis tief in die Lunge und ins Blut, wodurch die Entzündungsfaktoren steigen", erklärt Manfred Neuberger von der Abteilung für Allgemeine Präventivmedizin des Instituts für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien.

Drei aktuelle österreichische Studien zeigen die Zusammenhänge zwischen der Höhe der Feinstaubkonzentration und der Rate akuter Erkrankungen und Sterbefälle in Graz, Linz und Wien. Neuberger: "An Tagen mit höherer Feinstaubbelastung in der Atemluft steigt die Zahl der Notdienste, der Spitalsaufnahmen und der Todesfälle, die auf Erkrankungen der Herzkranzgefäße zurückzuführen sind, signifikant an."

"Dringender Handlungsbedarf"

Wenn nun in Räumen geraucht werde, steige die Feinstaubbelastung dort auf ein Vielfaches an und lasse sich auch durch die besten Lüftungssysteme nicht beherrschen. "Unsichtbarer Tabakrauch dringt in benachbarte Räume ein und gefährdet besonders Kinder, aber auch andere Passivraucher", so Neuberger.

Um das Feinstaubproblem in den Griff zu bekommen, sei dringender Handlungsbedarf gegeben, "besonders bei der Gesetzgebung", appelliert der Experte an die Politik. "Erforderlich sind die Anpassung des Tabakgesetzes an einen westlichen Standard, strengere Grenzwerte für Feinstaub, KFZ-verkehrsberuhigende Maßnahmen, Ersatz der Holzverbrennung in und um Ballungsräume durch bessere Isolierung, Abwärmenutzung und Fernwärme, die Erweiterung der Luftreinhaltung auf Land- und Bauwirtschaft sowie eine bessere Raumplanung zur Verkürzung der jeweiligen Verkehrswege."

Sterberisiko um 20 Prozent höher

Neuberger betont, dass das Sterberisiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen infolge der Feinstaubbelastung in Wien in der Nähe der Luftmessstation am Währinger Gürtel in etwa 7 Prozent höher sei als in sauberer Landluft, und dieses Risiko werde durch eine Stunde pro Tag in einem durchschnittlich tabakrauchbelasteten Wiener Lokal nochmals um etwa denselben Betrag erhöht. "Kellner oder Wirte, die dort acht Stunden verbringen, müssen sogar ein um 20 Prozent höheres Risiko in Kauf nehmen", fasst Neuberger zusammen. (red, derStandard.at)

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Vikram Schlucher
10
20.1.2012, 18:49

Probiert mal das E-Rauchen. Kann ich sehr empfehlen.

flugsi
10
1.12.2011, 02:02
Nichtraucher haben noch immer ein schlechtes Image, Zeit für eine entsprechende Kampagne

Keine Kampagne zeigt Nichtraucher mit positivem Image, deswegen rauchen besonders viel Jugendliche. Raucher werden als cool, etc. dargestellt, Nichtraucher werden als Weicheier, Langweiler und Schwächlinge kommuniziert. Zeit für entsprechende Korrekturen, liebe Regierung

flugsi
10
1.12.2011, 01:57
Nichtraucher haben noch immer ein schlechtes Image

Bei all den Anstrengungen gegen das Rauchen fehlt eines: Das Kommunizieren eines positiven Images von Nichtrauchern, Nichtraucher werden als Weicheier, Langweiler, etc gesehen, Raucher sollen einfach cool sein. Es ist hoch an der Zeit besonders auch jungen Menschen zu zeigen das Menschen die nicht rauchen, viel cooler sind, Sportler, Fighter in verschiedenen Bereichen, etc.

maxwell121
10
16.11.2011, 18:05
schön, dass wir Zeit haben, über solche Dinge nachzudenken...

http://www.youtube.com/watch?v=8y11Covluts

schlechter Gutmensch
32
15.11.2011, 15:47
Eigentlich bräuchte es ja nicht einmal ein rauchverbot in Lokalen.

Die simple Anwendung der Feinstaub- und Giftgasbestimmungen, wie sie für andere Arbeitsplätze gelten würde reichen.

Vermutlich würde es sogar reichen, die Abgasvorschriften von Müllverbreunnungsanlagen für die Luft in Lokalen anzuwenden, und das problem wäre erledigt.

Dann können Raucher mit gediegener Rauchgaswaschanlage beruhigt und unbehelligt im Lokal rauchen und niemand wird vergiftet und verstunken.

Illicit Trafficking Database
02
15.11.2011, 10:44
Wollten Sie ein Problem mit einem anderen rechtfertigen? Der Trick ist zu offensichtlich, das klappt nicht!

Standardsatz der MNRT!

Nichtraucherschutz
40
15.11.2011, 15:17

Ja dann lassen Sie halt unsinnige Vergleiche weg.

thinkonyourfeet
42
15.11.2011, 09:57
Wenn ein Gesetz in der Mehrzahl der Gaststätten nicht eingehalten wird,

dann soll doch keiner daherkommen und behaupten, dass die Situation in Österreich OK sei.
Wir sind der Aschenbecher Europas...

thinkonyourfeet
42
15.11.2011, 08:23
Österreich ist der Aschenbecher Europas.

Beim Nichtraucherschutz sind wir genauso gut wie beim Fussball...

baroli
21
15.11.2011, 12:52

Wobei mir eines genauso wurscht ist wie das andere...

von henning
 
23
14.11.2011, 20:01
Beispiel SCS/Multiplex

Oft genug sieht man in den Raucherterrarien auch Kinder sitzen - von skrupellosem Pack zwecks eigener Befriedigung toxischen Dämpfen ausgesetzt.

Nichtraucherschutz
33
14.11.2011, 15:23
Warum Nichtraucher extra schützen??

Es gibt nicht genug Nichtraucherlokale, niemand will verstunken werden oder lange suchen, wenn er mal fortgeht.

Das Personal raucht immer mit und deren Karzinomrisiko Herzinfarktrisiko... ist deshalb stark erhöht.

Im Nichtraucherbereich sind die Feinstaub - Werte schlechter als auf stark befahrenen Straßen.

In manchen verrauchten Kaffeehäusern sieht man Mütter mit Kleinkindern, der Schutz der Kinder wird im Tabakgesetz völlig ignoriert.

Die Tabaklobby heuchelt uns immer wieder eine künstliche Zufriedenheit vor. Empört euch!

Illicit Trafficking Database
01
14.11.2011, 18:08
Das Personal raucht immer mit und deren Karzinomrisiko Herzinfarktrisiko... ist deshalb stark erhöht.

Das machen so ziemlich alle, auch ihr Frisör atmet ungesunde Sachen ein.
Frisör abschaffen?

Nichtraucherschutz
10
15.11.2011, 07:14

Haben Sie eine Quelle bei der Hand, über berufsbedigte Todesfälle bei Friseuren?

Dass man schädliche Chemikalien in Haarpflegeprodukten reglementieren kann, darauf kommen Sie nicht?

Wollten Sie ein Problem mit einem anderen rechtfertigen?
Der Trick ist zu offensichtlich, das klappt nicht!

Illicit Trafficking Database
02
15.11.2011, 10:43
Aber sicher...

http://www.aerztezeitung.de/news/news... eiten.html

So, wenn jetzt die Frisöre und ALLE ANDEREN Berufsgruppen auf ihr Recht auf Unversehrtheit pochen, dann können wir das Modell Mensch/Gesellschaft eigentlich aufgeben.
Was sie wollen ist die schöne neue Welt, in der die Omegas die Drecksarbeit für die Alphas verrichten und auf Grund der Programmierung ihres Gehirns nicht mal wissen, was sie da tun.

thinkonyourfeet
21
15.11.2011, 15:30
Aber geh, Sie müssen doch nicht die Gesellschaft aufgeben.

Es genügt, wenn Sie von dem Suchtgift loskommen. Das wär's dann.
Aber ich traue Ihnen das nicht zu...

Nichtraucherschutz
20
15.11.2011, 15:22

>>wenn jetzt die Frisöre und ALLE ANDEREN Berufsgruppen auf ihr Recht auf Unversehrtheit pochen

>>in der die Omegas die Drecksarbeit für die Alphas verrichten

Na das haben sie ja soeben gefordert.
Ich forderte den Schutz ihrer Omegas.

Verstehen Sie den Sinn Ihrer eigenen Worte nicht mehr?
Gehts noch?

Nichtraucherschutz
20
15.11.2011, 15:16

So ein Unsinn
1. Sterben die an Ekzemen, und ist das vergleichbar?
2. Aber natürlich haben Friseure ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Es gilt ja als Berufskrankheit, und dann werden Umschulungen vom AMS finanziert.

Illicit Trafficking Database
22
14.11.2011, 18:06
Es gibt nicht genug Nichtraucherlokale?

Das ist aber ganz alleine IHR Problem!
Ihre angedeutete künstliche Zufriedenheit gibt es tatsächlich....die Mehrheit der Österreichischen Bevölkerung will es so.
Thats that, wie der Engländer zu sagen pflegt....

Nichtraucherschutz
22
15.11.2011, 07:17

>>Das ist aber ganz alleine IHR Problem!

Ihre Arroganz macht ein strengeres Gesetz notwendig.

sternwerk
00
23.12.2011, 04:11

Raucher definieren sich selbst gerne als Mehrheit... erinnert mich an einen alten Witz, mit Mathematiker und "ich bin außen". Bitte selber googeln, wenn's wen interessiert.

Illicit Trafficking Database
32
14.11.2011, 11:49
Warum Nichtraucher extra schützen??

Es gibt jetzt genügend Nichtraucherlokale.
Das Personal raucht in den meisten Fällen selbst.
Kinder unter 12 Jahren haben in Gaststätten nichts verloren.
Das oft zitierte mitrauchen, trotz geschlossener Türen ist Blödsinn. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 2-3 Stunden im Monat pro Bürger, da macht selbst direkte Berauchung nichts aus.
Also, warum sollte man Nichtraucher extra schützen?
Die Mehrheit der Bevölkerung Österreichs ist mit dieser Regelung zufrieden, bis auf ein paar Hysteriker.
Und wegen ein paar Hysteriker müssen alle leiden?
Genug ist genug...

jumpingjack flash
22
14.11.2011, 20:38

sie meinen dasss familien mitmindestens einem kind unter 12 in keine geststätte gehen sollten?
trinken sie? :-)

von henning
 
22
14.11.2011, 19:56

Raucher haben exakt Null Recht, Nichtraucher auch nur minimal zu gefährden oder in ihrer Lebensqualität einzuschränken. Punkt.

thinkonyourfeet
22
14.11.2011, 14:45
Stattdessen ein Nichtraucherlokal zu gehen ist leicht gesagt.

In manchen Gegenden ist das nächste Nichtraucherlokal 12 km entfernt. Das Gehen dauert dann wohl 3 Stunden. Und das Zurückgehen nochmals 3 Stunden.
Also bitte, vorher nachdenken, bevor man solch "tolle" Ratschläge gibt...

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