Verteidigungsministerium

Darabos baut Zentralstelle um

8. November 2011, 11:51
  • Eine Ministerweisung von Verteidigungsminister Norbert Darabos.

Minister wird Entacher-Bescheid nicht bei Verfassungsgerichtshof anfechten - Commenda ist nun wieder Stellvertreter des Generalstabschef

"Es wird kein Lex Entacher geben", sagt der Sprecher des Verteidigungsministers Norbert Darabos zu den Gerüchten, dass die Kompetenzen des Generalstabchefs verringert werden könnten. Vielmehr habe der Minister schon vor zwei Wochen eine Weisung an die  Sektion 1 erteilt, in der diese aufgefordert wird, bis zum 16. Dezember eine "Neuordnung der Geschäfte und Kompetenzen" vorzulegen.

Es werde demnach nicht der Generalstab umstrukturiert, sondern die "gesamte Zentralstelle", heißt es aus dem Ministerium gegenüber derStandard.at. Es sei notwendig, "die langsamen und überbürokratischen Abläufe" im Ministerium anzupassen und zu optimieren. Derzeit seien etwa die Personalagenden auf mehr als fünf Stellen im selben Ministerium aufgeteilt. Und die Anordnung und Umsetzung von Beschaffungsprogrammen werde durch mehrere verantwortliche Stellen verlangsamt. Angepasst werden sollen unter anderem die Geschäftsfelder Personal, Beschaffung und Kommunikation (siehe Ministerweisung Nr. 227/2011 links).

Hintergrund der geplanten Umstrukturierung sei das neue Bundeshaushaltsgesetz, das mit Jänner 2013 in Kraft tritt. Die bisherige Budgetstruktur der Zentralstelle und des Bundesheeres müsse daher aus gesetzlichen Gründen im Jahr 2012 wesentlich verändert werden.

"Revancheaktion nicht auszuschließen"

Wilhelm Waldner, Vorsitzende der GÖD-Bundesheergewerkschaft, hofft, dass die zeitliche Nähe der geplanten Umstrukturierungen und dem Entacher-Entscheid ein Zufall ist und keine "Revancheaktion für das verlorene Verfahren", in dem der Generalstabschef entmachtet wird. Waldner räumt im Gespräch mit derStandard.at jedoch ein: "Auszuschließen ist es nicht". Die geplanten Reform im Verteidigungsministerium wolle er zur gegebene Zeit "ausschließlich nach sachlichen Kriterien prüfen".

Commenda wieder Stellvertreter

General Edmund Entacher hat indes heute wieder seinen Dienst angetreten. Seine interimistische Vertretung Othmar Commenda musste den ihm vorübergehend anvertrauten Chefsessel wieder räumen. Er fungiert nun wieder als Stellvertreter des Generalstabschefs. 2008 wurde er von Darabos dazu ernannt. "Die Stimmung ist sachlich und so wie es sich gehört", sagte Darabos' Sprecher über den ersten Arbeitstag Entachers. Darabos halte weiterhin an den Pilotprojekten des Bundesheeres fest. Entacher habe dem Verteidigungsminister zugesichert, seinen Job gemäß des Gesetzes zu erfüllen.

Darabos habe sich außerdem dazu entschlossen, den Bescheid der Berufungskommission im Bundeskanzleramt vor dem Verfassungsgerichtshof nicht anzufechten. (Katrin Burgstaller, derStandard.at, 8. November 2011)

Kommentar posten
10 Postings
positiv gesehen
01
8.11.2011, 18:41
darabos ist derzeit der beste wahlhelfer für strache

Und wenn spindelegger meint ein unfähiger spö minister helfe der övp täuscht er sich gewaltig

ein fauler zahn macht den rest des gebisses nicht besser

Tirol6020
00
8.11.2011, 18:25
Interessantes Word-Dokument.

Vor allem die Metadaten. Zuletzt gedruckt 20. 10. 2011, 8:04 Uhr. Letzte Änderung heute 11:46.
Offiziell im Text datiert 24. 10. 2011.
Wenn jetzt noch jemand weiß, wann die Berufungskommission getagt hat (vor dem 20. 10.?), dann kann sich jeder selbst einen Reim darauf machen, ob oder nicht ein Zusammenhang mit dem Obsiegen Entachers besteht.

Tirol6020
00
8.11.2011, 18:15
Wenigstens haben ihm die Berater nun erklärt,

dass es aussichtslos ist, weiter gegen den Rechtsstaat zu agieren. Hätte der BM sich rechtzeitig informiert, wäre Einiges an Arbeit und Steuergeld gespart worden.

Dione Kosmogon
00
8.11.2011, 14:43
"die langsamen und überbürokratischen Abläufe" ...

... haben Darabos und seine Handlager selbst zu verantworten! Wer, wenn nicht Darabos selbst, hat 2008 das Ministerium umbauen lassen und an den Schlüsselstellen Genossen als willige Vollstrecker postiert. Leider hat er schnell zu den meisten das Vertrauen verloren. Deshalb muss er jetzt neuerlich das Ministerium "reformieren". Und das alles nur wegen der Haushaltsreform ... I

Petzibär
00
8.11.2011, 13:43
darabos ist der beste mann der fpö

der verkrault auch noch die letzten spö sympathisanten.

zuckermaus3
01
8.11.2011, 15:42
Petzibär, du wirst wahrscheinlich zu oft gekrault und selten vergrault.

ceiberweiber.at
11
8.11.2011, 13:28
meine güte, herr waldner....

sie fühlen sich offenbar bei der blossen vorstellung von jeder veränderung bedroht.... gehts auch anders? wahrscheinlich merken sie nicht, dass sie damit auch entacher misstrauen ausdrücken,,,,

Folgendes...
 
00
8.11.2011, 13:41
Ich finde, sie reagieren zu hart...

Es liegt auf der Hand, dass diese Befürchtung besteht... Sie wurde ja auch in den Medien vorab kommuniziert.

EINE Veränderung ablehnen bedeutet noch lange nicht ALLE Veränderungen abzulehnen, wie sie hier unterstellen.

Ich finde beide Aussagen von ihm
"Auszuschließen ist es nicht" und "ausschließlich nach sachlichen Kriterien prüfen" für durchaus in Ordnung. Was stört sie daran?

ceiberweiber.at
00
8.11.2011, 14:23
sorry

aber wenn sich waldner zu wort meldet, lehnt er etwas ab. jedenfalls in den letzten monaten - soll das so weitergehen?

Folgendes...
 
00
8.11.2011, 14:32
Nun, er ist Gewerkschafter...

Wenn die Gewerkschaft sich öffentlich zu allem bekennt, was sie für akzeptabel und/oder gut hält - gäbe es _viele_ Presseaussendungen :-D.

Ausserdem kann er sich ja wohl nur äußern, wenn er gefragt wird - hier wurde er es offenbar, bei vielem anderen wohl nicht.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.