Schönwetter: Zehn Prozent mehr Alpinunfälle

7. November 2011, 18:09
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Zahl der tödlichen Unglücke ist gestiegen - Viele Kletterer überschätzen sich selbst

Innsbruck - 176 Personen verunglückten zwischen 1. Mai und 31. Oktober 2011 in den Alpen tödlich. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres starben 167 Bergsteiger. Der Alpintod sei nach wie vor eine "Männerdomäne", sagt Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit: 90 Prozent der tödlich Verunfallten seien männlich. 60 Prozent der Verunglückten waren Österreicher, rund 25 Prozent Deutsche. Der größte Anteil der Unfälle mit Todesfolge ereignete sich mit 86 Toten beim Wandern oder Bergsteigen.

"Wie ein Sack Mehl in der Wand"

Beim Klettern kamen laut Kuratorium heuer 21 Menschen ums Leben. Das sei fast eine Verdoppelung, rechnet Gabl vor. Der Grund: Viele Kletterer überschätzten ihr Können. Für Peter Veider, Leiter der Bergrettung Tirol, "hängen viele Kletterer wie ein Sack Mehl in der Wand und kommen weder rauf noch runter". Die Hälfte der tödlichen Unfälle von Wanderern und Bergsteigern sei auf Herz-Kreislauf-Versagen zurückzuführen, erklärte Gabl.

Insgesamt ereigneten sich heuer auf Österreichs Bergen 2392 Alpinunfälle, um zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Bergunfälle in Tirol und Salzburg, weniger Unfälle gab es in der Steiermark. Laut Karl Gabl, Berg- und Wetterexperte, hänge die Zunahme der Unfallzahlen in den Alpen mit längeren Schönwetterphasen zusammen. (ver, DER STANDARD Printausgabe, 8.11.2011)

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