Massiver Sparkurs

Dritte Piste am Flughafen Wien in Gefahr

Claudia Ruff, 7. November 2011, 18:40
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    foto: standard/heribert corn

    Die Bauarbeiten bei Skylink sollten nun abgeschlossen sein. Nun hofft man, dass die Inbetriebnahme funktioniert.

Die Flughafen-Wien-Führung wird dem Aufsichtsrat Ende Dezember die Sparmaßnahmen, aber auch Wachstumspläne präsentieren

Die neue Führung des Flughafens Wien muss massiv sparen. Gelingt es nicht, die Produktivität zu steigern, wäre die dritte Piste in Gefahr, erfuhr der Standard. Bis zur Aufsichtratssitzung im Dezember wollen die Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner alle Details der geplanten Sparmaßnahmen sowie die Möglichkeiten von zusätzlichen Einnahmequellen präsentieren. Fix ist, dass die Sachkosten massiv gedrückt werden und auch in der Verwaltung der Rotstift angesetzt wird. Weil 2012 erstmals die Zinsen für das Terminal Skylink abgeschrieben werden und zusätzlich die Kosten für die Skylink-Inbetriebnahme schlagend werden, dürfte vom Betriebsergebnis von 2010 von rund 80 Millionen Euro im aktuellen Jahr nicht mehr viel übrigbleiben.

***

Wien - Der STANDARD-Bericht über die saftige Gage von angeblich 8100 Euro, die der Betriebsratsvorsitzende der Arbeiter am Flughafen Wien, Dieter Rozboril (FSG), monatlich erhält, ließ die Wogen hochgehen. Der Betroffene rechtfertigt sein Einkommen, das wegen seiner "vielfältigen Tätigkeit" jenem eines Abteilungsleiters finanziell gleichgestellt sei. Als freigestellter Betriebsratschef bekommt er eine Funktionszulage und eine Überstundenpauschale. Rozboril dementiert die Höhe der Bezüge in einer Mail. Aus dem Flughafen verlautet: "So falsch sind die Zahlen nicht."

Unklar ist, von wem die Indiskretion kam. Von den anderen Fraktionen, FCG oder den Unabhängigen Arbeitervertretern (UAV) oder gar aus den eigenen Reihen der FSG. Der 38-Jährige gilt intern als schwach und wenig überzeugend. Eine schlechte Ausgangssituation, denn selbst das Management ist an einem starken Betriebsrat interessiert.

Bei der letzten Betriebsratswahl hat die FSG verloren und nur mit sieben Stimmen die Mehrheit geschafft. Nun soll offenbar ein Jahr vor der nächsten Abstimmung ein neuer Spitzenkandidat aufgebaut werden und so die Chancen der FSG verbessert werden.

Kostenexplosion

Auf der Managementebene ist man nach dem ersten Blick in die Bücher und nach Gesprächen mit den Mitarbeitern überzeugt, dass bisher zu wenig in Sachen Effizienzsteigerung gemacht wurde. Im Bericht von Ernst & Young wurde bereits kritisiert, dass innerhalb des Unternehmens Schrebergärten gepflegt und zu wenig auf die Kosten geachtet wurde.

Ziel des neuen Vorstandes ist es nun, einerseits "drastisch zu sparen und neue Wachstumspotenziale wie bei Shops, Retail und Werbung zu setzten". Ohne Produktivitätssteigerung sei die dritte Piste gefährdet, zumal der Kapitalmarkt auch von der Rentabilität überzeugt werden müsse.

Eingespart werden soll in der Verwaltung und bei den Sachkosten. Zuletzt summierten sich die Sachkosten auf 160 Mio. Euro - ohne Bauinvestitionen, mit diesen kommen noch 200 bis 250 Mio. Euro dazu.

Zur Illustration: Im Vorjahr lag das operative Ergebnis bei 80 Mio. Euro. Für 2012 rechnen Analysten mit einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses, da erstmals der Zinsaufwand für Skylink von 30 bis 35 Mio. Euro voll schlagend wird und die Abschreibungen für den neuen Terminal zu verkraften sind. Dazu kommt ein erhöhter Betriebsaufwand nach Inbetriebnahme von Skylink von kolportierten zehn Mio. Euro.

Causa Kaufmann

Die geplanten Einsparungsmaßnahmen sollen bei der Aufsichtratssitzung im Dezember abgesegnet werden. Bis dahin sollte auch die Causa Kaufmann erledigt sein. Wie berichtet, hat der frühere Flughafen-Vorstand einen Konsulentenvertrag, der ihm jährlich auf zwei Jahre 180.000 Euro plus Spesen und Bürokosten sichert. Bezahlt worden ist bisher noch nichts. Geld gebe es nur bei entsprechender Leistung, wird seitens des Flughafens versichert. Kaufmann hätte in den Aufsichtsrat der Flughafen-Töchter in Malta und Kosice einziehen sollen.(Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.11.2011)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
R Witt-Dorring
01
11.11.2011, 18:33
3. Piste ist unsinnig

Die Globalen Erdölreserven lassen ein derartiges Wachstum im aviation Bereich nicht mehr zu. England hat alle Flughafenausbauten gestoppt. Auf www.rwdagro.at/links kann sich jeder umfassend informieren. Universitäten wie Stanford, CalTec u.a. bestätigen das. Der unvernünftige Ehrgeiz eines österr. Arbeiterkammerdirektors (Kaufmann) hat schon genug Schaden angerichtet.

fasziniert
01
10.11.2011, 21:50
Arbeitsplätze am Flughafen einsparen und Incentives für Transferpassagiere damit sich der Flughafen eine 3. Piste leisten kann

die dann nur für Spitzenzeiten zur Anwendung kommt und die soviel kostet, dass sich Pröll und Häupl bzw. deren Nachfolger die Dividende das Flughafens für die nächsten 20 Jahre aufzeichnen können.

Macht aber nichts, denn welchen "Entscheidungsträger" interessieren schon Umwelt, Arbeitsplätze und die Einkünfte finanzmaroder Bundesländer, wenn eine Baustelle in Aussicht steht, die den Skylink-Skandal um eine Vielfaches übertreffen könnte.

Hansi Huber
01
8.11.2011, 20:38
Wozu 3. Piste

Sobald die Air Berlin Wien aufgibt reichen die beiden Pisten vollkommen.

Harald Bruckner
00
8.11.2011, 15:49
kein Wunder!

Schon einmal die riesigen Self-Check-In Terminals probiert. Funktionieren nicht, kosten vie Platz, Wartung und Anschaffung. Das jedes Handy, PC, und sogar die Gepäcksaufgabe schneller und billiger. Auch hier keine Verantwortlichen.

Herr der Ringe
00
8.11.2011, 10:50
Betrifft Schrebergärten:

Kosten für Leiharbeiter fallen unter Sachkosten, warum darf eine Schrebergartenanlage weiter befreundete Gartenzwerge kaufen? Würde sich ein Betrieb nicht besser mit wenig aber dafür hochmotivierten aber dafür eigenen MA führen lassen? Die Kosten der "Gartenzwerge" ist horrend hoch aber wer von denen ist motiviert?

Harald Bruckner
01
8.11.2011, 15:44
Die Gartenzwerge erfüllen ihre Aufgabe

Sie harren starr ihres Endes.

gütenand der fertige
02
8.11.2011, 09:12
Dritte Piste am Flughafen Wien in Gefahr

Wie kann eine Piste, die es gar nicht gibt, in Gefahr sein?

Der BAU der dritten Piste wäre wohl in Gefahr, liebe Standardredaktion.

Ob das allerdings wirklich gefährlich wäre, wage ich zu bezweifeln.

XYZ123
19
8.11.2011, 08:45
Kann mir nicht vorstellen dass man noch eine dritte Piste braucht

Die Aua fliegt immer weniger Langstrecken.

Wirtschaftskrise und kontinuierlich steigender Ölpreis werden den Flugverkehr auch nicht gerade beflügeln.
Und eigentlich finde ich das auch ganz richtig so.

ulenspygel
01
8.11.2011, 20:45
Und NIKI wurde von Air Berlin aufgeschnupft...

Wie die Meldung eben durchkam.

"Wien wird die vierte Drehscheibe" hiess es - sozusagen der siebente Zwerg.

Aber man könnt ja mit Bratislava kooperieren. Sind nur fünf Flugminuten und ein CAT zwischen den beiden wär nix neues - zu Kaisers Zeiten fuhr die Elektrische ja auch schon bis dorthin...

Positiv für alle - und weniger Krawall auf den Provinzflughäfen.

Max Kahlenberg
10
8.11.2011, 00:09
Ein 38 jähriger "freigestellter Betriebsratschef" bekommt eine Funktionszulage und eine Überstundenpauschale ????????

Wofür bitteschön? Die ganze Parteienscheisse interessiert echt nicht. Was soll der SCHASS, wer bezahlt dem AMS-ler bitte diese Riesensummen fürs Nichts-Tun ???????

Fritz Meyer
00
8.11.2011, 09:32
Wenn's ein Banker, Manager oder Politiker wäre...

würden Sie hier KEIN WORT darüber verlieren. Wetten?

Charly Firpo
11
10.11.2011, 12:45

Nein, denn die Manager die ich kenen die solche Summen verdienen arbeiten auch dementsprechend.

Ich kenne den Herrn Betriebsratschef zwar nicht, aber ich habe eine bestimmte Skepsis, ob dieser Herr auch nur annähernd das gleiche leistet.

Natürlich gilt die Unschuldsvermutung.

Aber prinzipiell gehört nicht der Herr Betriebsrat angekreidet - wer würde so ein Gehalt ablehnen? - sondern diejenigen die so ein Gehalt durchwinken.

G. Bitte!
21
7.11.2011, 23:53

die dritte piste ist mitterweile wirtschaftlich gestorben weil alles über Bratislava und München fliegt, niemand braucht noch Wien. Die sache ist gelaufen. Jetzt kann man sie nur noch über Steuergeld bauen (was nicht passieren wird) weil kein Investor freiwillig sein Geld in ein sinnlos gewordenes Projekt versenkt.

probabel
11
8.11.2011, 08:15
Bitte geh!

Schade, dass auch wirklich Ahnungslose glauben ihren Senf dazugeben zu müssen.

rasenmähermann
10
8.11.2011, 01:42

Über Bratislava fliegt original niemand. Da gibt es derzeit sechs Direktflüge am Tag.

Und sie bewegt sich doch
 
22
7.11.2011, 23:22

Erwin Pöll und Michael Häupl haben in vier Jahren ein Minus von 60% geschafft.

Aktie Flughafen Wien
31.10.2007 81,8 €
31.10.2011 32,7 €.

Ohne der dritten Piste ist der Terminal Skylink nutzlos. Dann sind die beiden Hauptverantwortlichen in Pension und den Österreichern bleibt die Fehlinvestition von mindestens 1,2 Milliarden Euro.

Bin gespannt wer die Tragfähigkeit des Skylink behördlich bestätigen wird. Die wirklichen Mängel wurden nicht einmal oberflächlich saniert.

The Telegraph: http://twitpic.com/5y5wf5
http://twitpic.com/5y5wf5

fasziniert
01
13.11.2011, 19:40
Selbst wenn der Skylink eine Fehlinvestition wahr, bringt es nichts, weiteres Geld hinterzuschmeissen

derzeit gibt es wieder einmal weniger Flugbewegungen am Flughafen Wien, die Airlines schreiben massive Verluste und in Deutschland wurden bereits mehr als ausreichen Überkapazitäten geschaffen (Frankfurt) oder sind dabei fertiggestellt zu werden (Berlin). Dazu gibt es auch noch Bratislava mit 2 kaum genutzten Pisten.

Auch wenn man mit einer 3. Piste mit viel Glück etwas mehr Geld verdienen könnte, dann sicher nicht genug, um die Investitionskosten in den nächsten Jahrzehnten wieder einzuspielen.

probabel
10
8.11.2011, 08:17
Hätte ich nicht gedacht!

Hätte nicht gedacht, dass man G. Bitte an Unwissenheit übertreffen kann - Gratulation!
Denkts vielleicht beide über ein Krone-Abo nach.

Bodypainter
50
7.11.2011, 23:53

war mir gar nicht klar, dass pröll und häupl am flughafen etwas "schaffen". aber ich denke mal ihre logik ist: pröll und häupl sind an allem schuld. und da die beiden auch an den verspätungen der öbb, den schlaglöchern in den autbahnen, dem verschwinden der feldhasen, den immer viel zu kleinen festplatten sowie dem ozonloch und auch dem wetter schuld sind, sind sie auch sicher komplett am flughafen wien "schuld".

Elron Abarth
00
8.11.2011, 01:21

wo soll man da anfangen?

pardon!
01
7.11.2011, 21:29

was? der kapitalmarkt? aber hallo! ein paradigmenwechsel der unerwarteten art. wird der flughafen jetzt auf einmal nach wirtschaftlichen gesichtspunkten geführt? ist emirates an allem schuld? fragen über fragen. ahja, skylink? eröffnung? oder nur abschreibung?

Peter Reich
01
7.11.2011, 19:23
Massiver Sparkurs

... bekommen da die Kleinen als Weihnachtsgeschenk
den blauen Brief ? Ist jedenfalls mit Vorsicht zu genießen, wenn Vorstände vor Quartalsende dem Aufsichtsrat ein Sparpaket präsentieren.

jassl11
39
7.11.2011, 19:20

Dritte Piste am Flughafen Wien in Gefahr - es gibt ja auch noch gute nachrichten.

xxx...yyy...
50
7.11.2011, 19:48
richtig. wir haben ja eh keine arbeitslosen...

und wer dennoch arbeiten will, der kann ja die 1-mann-coachingbude aufmachen ;-)

Peter Reich
01
7.11.2011, 20:01
aber dann haben wir noch mehr

.... stell dir vor die 3. Piste kommt. Danach muss die halbe Belegschaft entlassen werden, weil Geld ala Skylink versumpert wurde

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