Nach 30 Jahren

Amerlinghaus droht teilweises Aus

Bettina Fernsebner-Kokert, 7. November 2011, 17:45
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    foto: privat

    Das Amerlinghaus am Spittelberg ist für seinen malerischen Innenhof bekannt. Die finanzielle Lage des Kultur- und Veranstaltungszentrums ist allerdings alles andere als idyllisch

Beim Kulturverein im Amerlinghaus sind die Schulden mittlerweile so hoch, dass der Strom abgedreht wurde

Wien - "Der Fortbestand des Kulturzentrums Spittelberg ist bedroht? Wir sagen: Amerlinghaus bleibt!" Auf der Hompage des Kultur- und Veranstaltungszentrums auf dem Spittelberg prangt am Montag ein knallgelbes Banner, denn aufgeben wollen die rund 50 Gruppen und Initiativen, die das Amerlinghaus regelmäßig nutzen, nicht ohne weiteres. Das Amerlinghausplenum kündigt in einer Aussendung auch gleich einen "heißen Herbst" an: "Wenn die rot-grüne Stadtregierung denkt, dass sie am teuren Spittelberg ein Stück widerständiges Wien gewinnbringend verkaufen kann, hat sie sich geschnitten."

Fakt ist: Das Amerlinghaus ist überschuldet. So sehr, dass mit Ende Oktober sogar der Strom abgedreht wurde. Alex Bettelheim, einer der Vorstände des Vereins Kulturzentrum Spittelberg macht aus der Höhe der Schulden kein Geheimnis: "Die offenen Verbindlichkeiten betragen per 15. Oktober 60.000 Euro." Bettelheim ist seit 32 Jahren im Vorstand das Vereins und möchte, wie er sagt, "nicht der Totengräber des Amerlinghauses sein müssen" .

Keine Wertanpassung

Der Hauptgrund für die Schulden liegt seiner Ansicht nach darin, dass die Subventionen der Stadt seit neun Jahren nicht mehr wertangepasst wurden - der Verein erhält jährlich 250.000 Euro. Die Gehälter für die vier Angestellten und die Betriebskosten seien in dieser Zeit jedoch sehr wohl gestiegen, sagt Bettelheim. Auch die Eigentümerin, die gemeindeeigene Wohnbaugesellschaft Gesiba, habe keiner Mietreduktion zugestimmt. "Wie müssen nun schauen, wie wir die Kosten begrenzen können" , sagt Bettelheim.

Das soll in Verhandlungen mit der Stadt geklärt werden. "Es gibt ein Bekenntnis zum Amerlinghaus" , erklärt Martina Schmied, die Leiterin der zuständigen MA 13 (Bildung und außerschulische Jugendbetreuung). Man bemühe sich, allen Gruppen und Initiativen auch weiterhin Raum zu geben. "Aber wir haben auch den anderen Vereinen und den Steuerzahlern gegenüber eine Verantwortung" , betont Schmied.

Ausweichquartiere

Nun liegt ein Angebot für Ausweichquartiere, etwa in Neubau und in Mariahilf, auf dem Tisch. "Natürlich wäre es uns lieber, wenn wir das Kulturzentrum in der bisherigen Form weiterführen können" , sagt Bettelheim. Aber ein eingeschränktes Raumangebot würde auch die Kosten senken. Dass nicht alle damit einverstanden sind - wie das Amerlinghausplenum, das den Erhalt des Hauses in der derzeitigen Form fordert - weiß Bettelheim. "Es wird Veränderungen geben, aber es ist noch nicht klar, in welcher Form." Der Verein möchte jedenfalls, dass die Räume auch künftig nichtkommerziell genutzt werden.

Die Grünen wollen jedenfalls noch diese Woche mit allen Beteiligten gemeinsame Strategien für das Amerlinghaus finden, wie Bildungssprecherin Martina Wurzer betont. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD Printausgabe, 8.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
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KammerlExperte
00
14.11.2011, 20:15
Entweder es erhält sich etwas aus den Einnahmen,

oder es ist weg.

Genau solche Milchmädchenrechnungen haben den
Westen dort hin gestellt wo er schon seit Beginn
des "Leben auf Schulden" hingehört.

Gehe jetzt Brotsuppe kochen.

Wem kommen eigentlich die Standmieten vom
Spittelberg zu Gute?

atomkraft neindanke
12
13.11.2011, 01:15
Bitte Herr Ostbahn wir brauchen ein Benefizkonzert!

also 60.000 finde ich jetzt nicht so dramatisch, ich glaub viele würden was beitragen, wenn das dann wieder anständig klappt u das Haus eben ehrenamtlich gemanaget wird, sodass nur mehr die Miete und Betriebskosten anfallen, wozu braucht man auch 4 Angestellte? Was arbeiten die? sind das die Angestellten im Beisl oder irgendwelche ManagerInnen, denn 250.000 finde ich sehr viel! würde das Budget da gern mal sehen! Heute geht das wahrscheinlich mit einem Doodle und einem guten Portier, der auch dort wohnt viel billiger! wir werden alle sparen müssen! auch die Vereine, denn sonst wird alles in die Immobilienverwertung rutschen, also der Bettelheim hat da wirklich eine Verantwortung! Jahrzehntelange Aufbauarbeit soll nichtg einfach kaputt gehn

michael rot
12
11.11.2011, 17:23
Solidarität mit dem Amerlinghaus

http://www.facebook.com/pages/Sol... 1554429689

Wien: Amerlinghaus ohne Geld und Strom
http://www.sozialismus.net//content/... ew/1703/1/

Der Busfahrer
17
9.11.2011, 15:06
liebe zensoren...

dass meine postings mit dem link "zum fröhlichen wohnzimmer" rausgenommen wurden verstehe ich ja.
tatsächlich ist dies zum seelischen wohle der community und ich unterstelle keine böswilligkeit.
aber warum mein erstes posting zum thema mit dem link zur übersicht der dort ansässigen vereine?
darf man nicht wissen, wer dort mit dem geld der öffentlichkeit unterstützt wird?

schreiber2
411
9.11.2011, 07:41
verantwortungslos wirtschaften

und dann nach dem staat rufen, der im wesentlichen von den spießern finanziert wird, die man verachtet.

Mirko Czentovic
22
12.11.2011, 23:43
Das ist das feine am Internet

Jeder kann ohne die geringste Ahnung zu haben irgend was daher plappern. Ach so, verantwortungslos gewirtschaftet wurde? Ich kennen das Haus seit Jahren, die Verantwortlichen, die Gruppen, die Probleme. Kein Cent wurde verantwortungslos ausgegeben, Im Gegenteil. Es wurde gespart bis zur Selbstauflösung. Aber wie gesagt, jeder kann vor dem Computer so vor sich hin phantasieren und das noch veröffentlichen. Danke für den Einblick in die eigene Phantasiewelt.

KammerlExperte
00
14.11.2011, 20:19
Ich war beim Aufbau dabei und habe mich

nach ca. 2Jahren verabschiedet, da es auch schon
damals Subjekte der anderen Art gab. Also bitte nix
erzählen von nicht auskennen.

Auch Vereine unterliegen marktwirtschaftlichen
Gegebenheiten und wenn es nicht mehr haltbar ist
könnte man ja noch immer "für die Sache" den eigenen
Sparstrumpf nehmen.

Wie war das mit den div. Pächtern des Lokals?
Da wurde ja nie etwas veruntreut nein nein nein....

00NEIN
00
13.11.2011, 13:42

stimme voll zu!!!

MASCH49
 
26
8.11.2011, 17:36
Es schaut so aus als könne man den Grünen

auch nix anvertrauen. Das Monetengeschachere
können sie nicht unterbinden, Alternatives kann
nicht einmal vegitieren, geschweige denn wach-
sen und Entscheidungen werden ganz nach dem Motto :Mir woll'n die Macht ned glei wieder her-
geb'n: getroffen.
Schade drum.

Toeris
11
8.11.2011, 22:49

Was hat das mit den Grünen zu tun?????
Falsche Threat!

MASCH49
 
00
12.11.2011, 10:12
Bezirksvorsteher & -stellvertreter

odrrr ?

exilkaerntner
41
8.11.2011, 21:22
hm ??

wußte nicht,...
dass die grünen an der inkompetenz der vereinsführung schuld sind!?
haben sich die grünen dort verschuldet oder eine unfähige fereinsführung??

Londo Mollari
 
69
8.11.2011, 16:10
zusperren!

das halbe haus eines der bestegehenden beisln von wien, sündteuer und qualitativ mau obendrein, dazu dann 250teur/jahr und das geht sich nicht aus????
ja dann eben nicht. da kann man docjh nicht reflexartig nach demk staat rufen - ist ja keine bank ;) oder?

BusStopBoxer
00
8.11.2011, 18:05

herst pasuleati, vereinige dich mit deinen göttern und poste hier keine raubersgschichten.

Londo Mollari
 
00
8.11.2011, 22:21

ich bezweifle, dass Sie von meinen Göttern auch nur einen schimmer haben : )))

Schreck
00
8.11.2011, 16:35

Das Beisl hat nix mit dem Verein zu tun.

KammerlExperte
00
14.11.2011, 20:21
Wenn es nichts mit dem Verein zu tun hat,

darf man dann die Mieteinnahmen erfahren?

Wahrscheinlich ein Freundschaftspreis.

rote Lola2
10
9.11.2011, 07:49

jaja, da ist es sicher besser wenn das strasser-grasser gesindel unser geld verbrät...

Rosa Stahl
03
9.11.2011, 13:38

geld hat kein mascherlund obs der grasser oder der häupl verbrät kommt aus selbe raus. die einen nix besser wie die anderen.

rote Lola2
20
10.11.2011, 07:10

haben`s schon recht, aber im zweifelsfall ist mir der häupl trotzdem lieber als die braune brut...

Londo Mollari
 
39
8.11.2011, 16:42

gut. bleibt immer noch ein gratishaus und 250teur/jahr. solche sachen sind ganz nett, wenn man zu viel geld hat. wir sollten wirklich schleunigst mit solchen förderungen aufhören. ich weiss schion dass die leute dort sicher urtolle sachen machen. aber das muss nicht ich via steuern mitfinanzieren, wirklich nicht.

o0o0o0o0o0o0o
05
8.11.2011, 17:34
sie fördern die gesiba

von den 250.000 € förderung geht der größte teil direkt an die gesiba. das der spittelberg ist, was er jetzt ist, hat er zu einem großen teil dem amerlinghaus zu verdanken. natürlich kann man sagen: " super gentrifizierung abgeschlossen, jetzt muss das pack, dass uns die gegend aufgewertet hat aber weg!" korrekt ist das aber nicht.
ps: wenn sie wüssten was sie mit ihren steuern noch so finanzieren ... die freie kulturszene ist dabei nur ein minimaler bruchteil.

Resteverwerter
02
9.11.2011, 15:24
nicht der größte teil ...

sondern nur 1/5 der förderungen macht die miete aus, also 50.000 im jahr, das ist für so ein objekt eigentlich sehr human wenn's stimmt (http://www.malmoe.org/artikel/f... eren/2295)

Londo Mollari
 
00
8.11.2011, 22:11

ps: die zahlung an die gesiba ist zB genau so eine unzulässige "förderung". gesiba! die alleine....

Londo Mollari
 
01
8.11.2011, 22:10

ich hab schon eine ahnung, was mein steuergeld finanziert, dem amerlinghaus an sich gönne ich es noch am ehesten. aber die machen dort entweder staatsaufgaben, dann soll die der staat selber machen. oder sie machen was anderes, dann mögen sie sich das privat aufstellen. jede "förderung" ist eine unzulässige einmisching eines staatsmolochs, der sich wie die fürsten anno dazumal gebärdet. ich will einfach, dass das aufhört.

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