Umfrage: Zwei Drittel der Pfarrer sehen Reformstau

7. November 2011, 17:33
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Schönborn teilt Sorgen der Pfarrer, nicht aber deren Lösungsansätze

Wien - Zwei Drittel der Pfarrer sehen einen "bedrohlichen Reformstau" in der katholischen Kirche und eine "dramatische Kluft" zwischen Kirche und moderner Kultur. Das geht aus einer Umfrage unter 500 heimischen Pfarrern im Auftrag des ORF hervor. 43 Prozent der Priester hoffen im Konflikt rund um den "Aufruf zum Ungehorsam" auf den von den Bischöfen einberufenen Reformdialog. Frauen als Priesterinnen halten laut Umfrage 55 Prozent der Pfarrer für möglich.

Schönborn: "Bischöfe und Priester haben Basis"

Kardinal Christoph Schönborn hat am Rande der am Montag begonnen Bischofskonferenz in Salzburg auf die ORF-Umfrage reagiert. Trotz aller Differenzen in Einzelfragen gebe es aber eine gemeinsame tragfähige Basis von Pfarrern und Bischöfen, betonte Schönborn per Kathpress. Die von den Pfarrern in der Umfrage großteils angeprangerte Kluft zwischen Kirchenleitung und Kirche an Ort und Stelle ist für den Kardinal "ein normales Phänomen". Die untere Ebene fühle sich von der übergeordneten oft nicht ausreichend verstanden. "Wir Bischöfe haben das Gefühl, man versteht uns in Rom zu wenig, und die Pfarrer haben das Gefühl, die Bischöfe verstehen sie nicht ausreichend", so Schönborn.

Er teile vielfach die Sorgen, wie sie auch von der "Pfarrer-Initiative" formuliert würden - "aber nicht deren Lösungsansätze". Daher werde er sich dafür im Vatikan auch nicht stark machen. Sehr wohl spreche der Kardinal aber in Rom über die Sorgen und Probleme der Pfarrer in Österreich. "Auch mit dem Papst persönlich", so Schönborn. Von Sanktionen gegen "ungehorsame" Priester wollte der Kardinal nicht sprechen. Zum Unbehagen der österreichischen Pfarrer nimmt der Kardinal auch ausführlich in der ORF-Sendung "kreuz und quer" am Dienstag Stellung. (APA)

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