Schuldenfiasko der einen, Pasta-Party der anderen

7. November 2011, 17:18
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Wer rechtzeitig auf den wirtschaftlichen Niedergang Italiens setzte, konnte gutes Geld machen. Ein Paradebeispiel dafür ist die Deutsche Bank. Sie gab Ende Juli bekannt, dass sie ihre Außenstände gegenüber Rom im ersten Halbjahr um mehr als sieben Milliarden Euro auf 997 Millionen Euro reduziert hatte. Die Vorgangsweise sorgte für Nervosität: In den Tagen darauf musste Italien für die Aufnahme zehnjähriger Staatsanleihen erstmals mehr als sechs Prozent zahlen. Ab diesem Wert - so schätzen Experten vom Internationalen Währungsfonds abwärts - wird die Finanzierung der Staatsschulden haarig.

Doch damit nicht genug: Ebenfalls noch vor der Explosion der italienischen Schuldenkrise sicherte sich die Deutsche Bank auch noch breit gegen einen Zahlungsausfall Roms ab. Die über sogenannte Credit Default Swaps (CDS) gehandelten Kreditversicherungspapiere sind seither deutlich angestiegen, was dem Frankfurter Institut zusätzliche Gewinne eintrug. Im Juni lag die CDS-Prämie für italienische Anleihen unter 200 Punkten, am Montag bei 500 Zählern. Andere Anleger taten es dem Geldhaus gleich: Ebenfalls im Juli wurde bekannt, dass mehrere Hedgefonds Wetten gegen Italien im großen Stil eingingen.

Seither geht es in dieser Tonart munter weiter. Vergangene Woche meldete allein die französische Großbank BNP Paribas den Verkauf von Italien-Bonds im Wert von acht Milliarden, auch Commerzbank, ING und Barclays trennten sich von Anleihen der Euro-Schuldenstaaten. Die Renditen, die sich gegenläufig zu den Anleihekursen entwickeln, schossen abermals in die Höhe. Der Abstand zu deutschen Bundesanleihen stieg mit 4,7 Prozentpunkten auf den höchsten Stand seit 1997. Die Rendite der zehnjährigen Papiere lag bei 6,51 Prozent. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.11.2011)

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