Zu teuer

US-Mobilfunker boykottiert iPhone

7. November 2011, 15:51

US Cellular will sich Apples Vorgaben nicht beugen – andere Provider akzeptieren zähneknirschend

Apples Smartphones sind nicht billig - weder für Konsumenten, noch für Mobilfunkanbieter. Schon zuvor haben Provider über die hohen Subventionskosten geklagt. Für die meisten gilt das iPhone dennoch als Kundenmagnet. Dem Apple-Diktat wollen sich aber offenbar nicht alle unterwerfen. In den USA kehrt nun ein erster Provider dem neuen Apple-Modell öffentlich den Rücken. US Cellular hat erklärt, dass das iPhone zu teuer sei.

600 Dollar pro Gerät

Das Unternehmen ist mit 5,9 Millionen Kunden der sechsgrößte Provider in den USA. Das iPhone wird in Apples Heimatland derzeit bei AT&T, Verizon und Sprint angeboten. Für das Gerät zahlen Kunden mit Vertrag ab 199 US-Dollar, wobei die Mobilfunker pro Gerät bis zu 600 Dollar an Apple zahlen müssen. US Cellular-CEO Mary Dillon erklärte am vergangenen Freitag laut Nachrichtenagentur AP, dass die Bedingungen inakzeptabel seien und man das iPhone nicht ins Angebot aufnehmen werde.

"Feste Trottel"

Der kleine US-Provider ist nicht der erste, dem Apples Vorgaben für das iPhone sauer aufstoßen. Michael Krammer, Chef des heimischen Mobilfunkers Orange, hatte bereits im September mit dem Spruch "wir sind feste Trottel" die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. "Apples Umsatz im zweiten Quartal betrug 25 Milliarden Dollar. Sie haben 18,7 Millionen iPhones verkauft, die wir Mobilfunker mit durchschnittlich 400 Dollar pro Stück stützen. Das heißt, allein 30 Prozent des Umsatzes kommen von uns. Hier braucht man Mut zur Selbstreflexion: Wir sind feste Trottel", hatte Krammer auf einer Veranstaltung resümiert. US-Provider Sprint, der seit Mitte Oktober das iPhone erstmals anbietet, hatte bekannt gegeben, dass sich der Deal erst nach zwei Jahren rechnen werde.

Unter Apple-Kontrolle

Viel Spielraum bleibt den Unternehmen nicht, denn Apple bestimmt das Angebot. Werbung, Verkaufsstarts, Tarife und mitunter auch Presseaussendungen müssen erst vom Konzern abgesegnet werden (der WebStandard berichtete). Den Schritt, Apple-Smartphones als Protest gegen die strikte Kontrolle nicht mehr anzubieten, scheint für die meisten Provider aber vermutlich nicht in Frage zu kommen. Bei Zwei-Jahres-Verträgen und hohen monatlichen Gebühren scheint das Geschäft mit dem iPhone doch recht einträglich zu sein. Für US Cellular dürfte sich das nicht rechnen, nur ein Viertel aller Vertragskunden besitzen derzeit ein Smartphone. Das Unternehmen setzt dabei hauptsächlich auf Android-Handys von HTC, Samsung, LG und Motorola. (br)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
1 2
werwolfi
01
8.11.2011, 17:20
Sorry, aber

Provider selbst schuld, kein Mitleid.

Wenn eben alles dem Ziel untergeordnet wird neue Kunden zu keilen (oft auf Kosten der langjährigen Bestandskunden) anstatt anständig zu kalkulieren, dann kann man ihnen wirklich nicht helfen.

Und wenn dann eben künftig nicht mehr jede Prolotussn ihre 3cm-Glitzergelnägel am iPhone-Display schärft weil der Ziegel trotz Knebelvertrag fünf bis sechs Hunderter kostet, können sich die Fanboys auch endlich wieder exklusiv vorkommen...

Kasperltheater, allerseits.

jake & elwood
711
8.11.2011, 11:41

Ohne Steve Jobs ist Apple spätestens in 5 Jahren in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

grün: stimme zu
rot: stimme nicht zu

Mathias Steinlaus
 
00
8.11.2011, 13:13
eher wird sein...

... dass dank Tim Cook Apple von der Jobs-Sekte zum sympathischen Hersteller mutiert ... so wie schon einmal in der Konzerngeschichte ..

Maggot Brain
10
8.11.2011, 14:04
eher friert die Hölle zu, aktuelles Beispiel:

http://www.heise.de/newsticke... 74906.html

Apple reagierte auf Millers Exploit gleich doppelt: Zunächst wurde die Demonstrations-App aus dem Software-Laden entfernt, etwas später wurde ihm seine Entwicklerlizenz für iOS entzogen, wie er auch auf Twitter bestätigte. Miller kommentierte gegenüber Forbes, er sei sauer über den Rausschmiss: "Ich gebe dauernd Bugs an Apple weiter." Er vermisse Steve Jobs, sagte er. "Der hat mich nie aus etwas rausgeworfen." Tatsächlich hatte Apple erst kürzlich Sicherheitsexperten wie Miller gebeten, die neue Version von Mac OS X, Lion, unter die Lupe zu nehmen.

Mathias Steinlaus
 
01
8.11.2011, 10:21
Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung ...

Sowas nennt man doch "unlauterer Wettbewerb" und Knebelverträge gab es schon von Microsoft, Intel, IBM & Co. Wird wohl wieder Zeit für die Gerichte!

QUANTUM
00
8.11.2011, 06:26

ein phone um ~12.000 ATS! sskm, oder wahnsinnsinflation :)

Wichtiger Wichtel
00
14.11.2011, 10:38
naja,

wenn man mal 3% Inflation p.a. annimmt, so wären das auf 10 Jahre hochgerechnet immerhin 34%, da darfs dann nicht wundern, dass es einen schreckt, wenn man mit Schilling-Preisen vergleicht.

Pe Sa
01
8.11.2011, 14:04

In Schilling umrechnen bringt mittlerweile nix mehr, rechnet ja auch keiner in Reichsmark :)

Senfgurkenkalif der Zweite
01
8.11.2011, 13:26

Ich weiß nicht wie Sie das sehen, aber moderne Smartphones sind wohl eher portable Hochleistungs-Taschencomputer mit Telefoniefunktion.

Pure Mobiltelefone gibt's auch heute noch um 20EUR (z.B. Nokia 1208).

Grantscherben
00
8.11.2011, 01:24

Was ist der Unterschied zwischen diesem Wecker und einem Wasserkocher?
Kein großer, beide sind nach spätestens 2 bis 3 Jahren hinüber.

ChilliPalmer
01
8.11.2011, 11:58
Wirst dir aber gscheid die Ohren verbrühen, wennst mit dem falschen telefonierst :)

Liberaler Atheist
11
7.11.2011, 22:43
Geh bitte

Mit der Vertragsbindung und Monatsgebühren jenseits von Gut und Böse (und dummen, nicht rechnenden Kunden) kriegen die Mobilfunker die "Subvention" doch spielend herein.

werwolfi
00
8.11.2011, 17:27

600 auf 2 Jahre heißt schon mal 25,- im Monat nur fürs Gerät, zinslos und noch kein Cent für die eigentlichen Services bezahlt - von Gewinn ganz zu schweigen.

Und da für viele 29,90 im Monat eine psychologische Schmerzgrenze ist, ist entweder nicht viel zu verdienen, oder man kann die Handgurken eben nicht praktisch herschenken.

Die 40,- oder 45,- im Monat ab der sich ein iPhone-Vertrag mit gestürztem Gerät für den Provider wirklich zu rechnen beginnt, sind nicht so viele bereit zu zahlen.

iLässig
01
8.11.2011, 23:32

Bei nem 25€/Montag Vertrag kostet das iPhone dem Kunden jedoch ohnehin mind. 350€

Sonstwer
02
7.11.2011, 19:45
jetzt weiß ich endlich

was sie mit der Servicepauschale machen

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
7.11.2011, 18:57

Mal jetzt ganz objektiv: ob US Cellular das iPhone blockiert oder nicht interessiert relativ wenige Leute. Die drei (mit Abstand) größten Provider (Verizon > AT&T > Sprint Nextel) bieten es an und die kontrollieren den Markt weitestgehend.

hmm..
00
7.11.2011, 18:33
Vergleich 3AT:

Iphone 4S 16GB schwarz..

Über drei mit 3superphone L auf 2 Jahre (ohne Servicepauschale usw): 499 + 24*20 = 979€

Über apple.at und 3 SuperSim Superphone L als Tarif: 629 + 12*24 (plus keine Bindung) = 917€

bleiben also 62€ übrig pro Kunde der 2 Jahre bleiben muss und die gleiche Leistung bekommt.

Senfgurkenkalif der Zweite
00
7.11.2011, 20:02

Bei der Rechnung für den 3-Vertrag kommt noch das Entgelt für die Entsperrung dazu, afaik 50 Euro.

hmm..
00
8.11.2011, 10:29

ja.. oder halt jailbreak und unlock..
iphone macht(e) für mich eh nur sinn mir jb..
gut war auch noch eine andere zeit.. im original ohne copy & paste und so.

Hectic
11
8.11.2011, 00:20

...und 19€ Deppenpauschale pro Jahr.

nogga
 
01
8.11.2011, 09:04

die ist aber bei beiden Tarifen enthalten

neeeed
00
7.11.2011, 17:48
wo sinds jetzt die gscheiten die

...die damals gemeint haben die mobilfunker würden ein iphone um 200-300 euro bekommen und es dem kunden dann wieder teuer verkaufen?!
es gibt tatsächlich hersteller bzw. modelle die die mobilfunker für z.b. nur 50% des preises bekommen die der kunde zahlen müsste wenn er es sich bei geizhals kauft - aber nicht so bei apple! hier zahlt der mobilfunker praktisch den gleichen preis, und was eben noch im vergleich zu anderen herstellern dazukommt sind die vielen genauen vorgaben die im endeffekt einfach nur wieder aufwand (=geld) bedeuten

Pe Sa
00
8.11.2011, 14:09

Es ist normal als Händler sachen um 50% zu bekommen. Immerhin obliegt dem Händler selbst der Endkundenkondakt, Distribution und der Kontakt fürs Service.

Bei vielen Produkten übersteigen die Distributionskosten bei weitem die Kosten für das eigentliche Produkt.

neeeed
00
8.11.2011, 14:15

habe ich was anderes gesagt? ich habe ja auch gesagt dass das normal ist - ABER bei apple ist es halt einfach nicht so, die sind da speziell - der mobilfunker bekommt es nicht um 50 sondern um 100 % UND muss noch spezielle auflagen erfüllen... damals glaubte mir das niemand, aber inzwischen ist es eigentlich eh bekannt

iLässig
00
8.11.2011, 23:40

Übertreibs mal mit deinen 100% nicht.
Und so nebenbei: Wieso soll einer Händler, der sowieso mit seinem Handyvertrag Geld verdient, am Produkt auch noch unendlich viel verdienen ??

Wo wir schon bei den Beispielen sind
Bsp.:
A1 Smart 9000: 24 Monate • 49,90 + Aktivierung + 2x Pauschale + 199€ Gerätepreis
˜ 1500€

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