Romney schafft nicht und nicht den großen Sprung

7. November 2011, 16:24
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Stagnation auf Platz eins - Eine neue Umfrage zeigt, dass konservative Republikaner ein Problem mit Romneys Religion haben

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat einer neuen Umfrage zufolge nur einen großen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten: seine Chancen gegen Amtsinhaber Obama. Trotzdem habe es der frühere Gouverneur des Neuenglandstaates Massachusetts bisher nicht geschafft, signifikant viel Boden gegenüber Herman Cain und Rick Perry gut zu machen. Dies schreibt die Tageszeitung Washington Post, die gemeinsam mit dem TV-Sender ABC die Umfrage in Auftrag gegeben hat.

Seit Wochen liegt Romney, von vielen schon als künftiger Herausforderer von Präsident Barack Obama gefeiert, bei konstant 24 Prozent Zustimmung. Stagnation auf hohem Niveau also, die überrascht angesichts des kolportierten Sexskandals rund um Ex-Pizzawirt Cain und der wenig erfolgreichen Debattenführung des Texaners Perry.

Romneys Religion als Hindernis

Zwei Gründe liefert die Umfrage: erstens hat Romney in seiner Bostoner Zeit eine Gesundheitsreform durchgezogen, die jener Obamas nicht unähnlich war.

Und zweitens ist Romney Mormone, was konservativen Republikanern gegen den Strich geht. Cain kommt laut Umfrage auf 23 Prozent, allerdings wurden die Zahlen abgefragt, als die Vorwürfe gegen ihn noch kaum ruchbar waren. Es gilt: je konservativer ein Wähler ist, desto wichtiger wird das Thema Religion - und desto weniger Chancen werden Romney eingeräumt.

Fragt man nach den Chancen eines Republikaners gegen Amtsinhaber Obama, evaluiert man also die Wählbarkeit eines Kandidaten, spielt Romney hingegen sein einziges Ass aus: ein Drittel der Republikaner und ihrer potenziellen Unterstützer aus dem Lager der Unentschlossenen hält Romney für den stärksten Trumpf im Ärmel der Grand Old Party, Cain schafft es nur auf knapp 20 Prozent. 

Je konservativer der Wähler, desto schlechter Romneys Chancen

Die Freude im Romney-Lager dürfte aber nur von kurzer Dauer sein. Laut einer Umfrage, die im Oktober durchgeführt wurde, sprechen sich sieben von zehn Republikanern für einen Kandidaten aus, von dessen Wertvorstellungen sie sich vertreten fühlen - ob er gegen Obama reüssieren kann oder nicht, ist demnach nur zweitrangig. Und da liegt Cain klar gegen Romney in Führung, 30 Prozent der "sehr Konservativen" können sich für den Afroamerikaner erwärmen, für Romney nur die Hälfte davon.

Die Vorwahl in Iowa Anfang Jänner könnte im Rennen um die republikanische Kandidatur entscheidend sein. Derzeit führen Romney und Cain Kopf an Kopf die Umfragen an. Gewinnt Romney in dem kleinen Mittelweststaat mit großem Vorsprung, könnte das Rennen für seinen Herausforderer schon gelaufen sein. (red)

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    Herman Cain (l.) macht Mitt Romney (r.) das Leben schwer.

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