Mehrheit für Solaranlagen-Pflicht bei Neubauten

7. November 2011, 15:52
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Online-Befragung zeigt starke Befürwortung von gebäudeeigenem Solarstrom, 78 Prozent halten sie für "sehr sinnvoll"

Mit Photovoltaikanlagen auf Gebäuden werden die Gebäude zu Kraftwerken, die den Strom für die eigene Versorgung oder sogar darüber hinaus produzieren können. Unter welchen Bedingungen hauseigene PV-Anlagen ("gebäudeintegrierte Photovoltaik, kurz GIPV) sowohl für Wohnungsmieter und -eigentümer als auch für die Gebäudeerrichter und -besitzer zur lohnenden Alternative werden und wie daraus auch ein Geschäft für Energieunternehmen entstehen kann, wird derzeit im Rahmen einer Studie eruiert, die aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert wird.

Wie die Österreicherinnen und Österreicher generell dazu stehen, dass auf dem Dach ihrer eigenen vier Wände Sonnenstrom erzeugt wird, und unter welchen Voraussetzungen sie immobilieneigene Solarkraftwerke befürworten, das erhob eine im Rahmen der Studie durchgeführte Online-Befragung (die auch von derStandard.at/Immobilien unterstützt wurde) unter 420 Personen.

Drei Viertel sagen "sehr sinnvoll"

91 Prozent der Befragten beurteilen demnach die Möglichkeit, Strom direkt am Gebäude zu erzeugen und zu verbrauchen, als "sinnvoll", der überwiegende Teil davon (78 Prozent) sogar als "sehr sinnvoll". 65 Prozent sind zudem der Meinung, dass Photovoltaik-Anlagen so dimensioniert sein sollten, dass möglichst viel Strom produziert wird, dass also Strom, der nicht im Gebäude selbst verbraucht wird, in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden soll.

Einer verpflichtenden Errichtung von Photovoltaik-Anlagen bei Neubauten würden 60 Prozent zustimmen. Nur 29 Prozent wären gegen eine solche Regelung.

Langfristige Planbarkeit schlägt Kosten

Kostenstabilität und -planbarkeit zählen laut Umfrage mehr als günstige Preise. Eine langfristig gesicherte Stromversorgung ist etwa 90 Prozent der Befragten wichtig, günstige Strompreise "nur" 73 Prozent. 88 Prozent sind für langfristig planbare Kosten und umweltfreundliche Energieträger.

Mit 95 Prozent geht praktisch jeder der Befragten von steigenden Energiepreisen in den nächsten 5-10 Jahren ausgehen, 62 Prozent rechnen sogar mit starken Energiepreissteigerungen.

Mehrkosten für hauseigenen Strom denkbar

79 Prozent wären - unter der Voraussetzung, dass dafür der Strompreis langfristig stabil bleibt - bereit, kurz- oder mittelfristig höhere Preise für den hauseigenen Photovoltaik-Strom zu zahlen. 41 Prozent davon würden Mehrkosten von bis zu 100 Euro im Jahr in Kauf nehmen, 19 Prozent sogar bis 150 Euro. Für 26 Prozent wären bis zu 50 Euro jährlich akzeptabel. Im langfristigen Schnitt sollte der Strompreis aber nicht höher sein als der sonst übliche, das erachteten 65 Prozent der Befragten als wesentlich.

Die Befragung wurde als Teil der Studie "Marktmodelle für GIPV-Mehrparteien-Immobilien im intelligenten, dezentralen Energiesystem" in Zusammenarbeit von tatwort GmbH mit FH Technikum Wien, Schwartz und Huber-Medek Rechtsanwälte OEG, Verbund AG und Wirtschaftsagentur Wien durchgeführt. Die Studie wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "Neue Energie 2020" erstellt. (red)

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