Kurz und spritzig

"Shicedreck, steh auf" - eine Schöpfungsgeschichte

Was ist braun und klingt wie eine Glocke? Richtig, Dung. Der alte Monty-Python-Witz lässt sich ausnahmsweise 1:1 ins Deutsche übertragen und leitet direkt zum aktuellen Thema weiter.

Kurz zum Kontext des heutigen Postings: Beim Thema "Missbrauchsvorwurf in Wien: Verfahren um möglichen Todesfall wurde 2010 eingestellt" merkt User A an, dass Entschädigungszahlungen ein Motiv für falsche Anschuldigungen sein könnten, was User B zu sehr danach klingt, als würden mögliche Opfer gleich im vorhinein als LügnerInnen abgestempelt werden. Und beide gemeinsam zeigen damit, dass man auch zu einem heiklen Thema rational diskutieren kann ... aber nur solange, bis jemand anderes ungefragt die Riceleine zieht und die Diskussion auf den Boden der Unsachlichkeit zurückholt. Denn als A noch einmal seinen Standpunkt präzisiert, kommt wie aus dem Nichts User C - Marlon62 - angegrätscht:

"Sie sind dermaßen unterbelichtet, dass Sie den Sinn Ihrer eigenen Worte nicht verstehen. Ich nehme mal stark an, dass Ihr Vater vor vielen Jahren auf einer Alm spazieren ging und irgendwann seinen sexuellen Drang manuell abarbeitete, wobei er auf eine Kuhflade spritzte. Daraufhin sprach er "Shicedreck, steh auf" und Sie waren geboren."

Das ist gar nicht mal so unoriginell. Soll hicen: Was das Drehbuch der Schöpfungsgeschichte betrifft, nicht die Schreibweise. Hinter der verbirgt sich natürlich nur die x-te vermeintlich erfolgverhicende Taktik, ein verpöntes Wort an der Zensur vorbeizuschmuggeln und damit zu rechnen, dass die's schon nicht gnicen wird. Neiß try. Funktioniert aber nicht. Und Ding-a-Dung läutete die Totenglocke auch für dieses Posting - aber wenigstens hat die Diskussion überlebt. (ZensorIn, derStandard.at, 9.11.2011)

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