Gold als Jolly-Joker für Eurorettung im Gespräch

7. November 2011, 14:31
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Europäische Zentralbanken halten aktuell Metall-Reserven in Höhe von 416 Milliarden Euro

Wien - Die Goldreserven der europäischen Zentralbanken könnten als Sicherheit dafür verwendet werden, um vom Kapitalmarkt ausgeschlossene Euro-Länder doch noch eine Weile über Wasser zu halten - dieser Vorschlag, der so angeblich nie gemacht wurde, hat am Montag die Wirtschaftsteile der Zeitungen bewegt. Die Notenbanken des Euro-Raums halten Gold im Wert von 416 Mrd. Euro, als Barren, aber auch in eher virtueller Form, als "Forderungen" gegen Goldbanken.

Die 280 Tonnen, die der Oesterreichischen Nationalbank (OenB) nach Jahren forcierter Verkäufe verblieben sind, sind nach jüngsten EZB-Zahlen 10,9 Mrd. Euro wert. Dem Gesetz nach verwaltet die Nationalbank ihre Reserven nicht für die Regierung, sondern für die Staatsbürger.

1999 hatten der Nationalbank noch 407 Tonnen gehört, die aber in den Folgejahren zu vergleichsweise niedrigen Preisen auf den Markt geworfen wurden (ein kleinerer Teil wanderte an die EZB). Wie wenig das Metall vor zwölf Jahren wert war, zeigt, dass die 400 Tonnen der OeNB Ende 1999 nur 3,8 Mrd. Euro wert waren.

Keine Auskunft

Welcher Anteil der offiziell gehaltenen Bestände verliehen worden ist und wo das physisch noch vorhandene Metall gelagert wird, darüber geben die Zentralbanken üblicherweise keine Auskunft. Die OeNB macht da keine Ausnahme. Ein Teil des Goldes der OeNB wird an internationalen Handelsplätzen gelagert, wo man es bei Bedarf leichter "handeln" kann - und dabei bleibt es in Zukunft auch, wie Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny im Frühsommer bekundet hat. Die mutmaßlichen Lagerstätten befinden sich praktisch alle außerhalb der Eurozone (London, New York, Zürich).

Glaubt man den Beteuerungen der Euro-Regierungen, wird eigentlich aber gar nicht über Gold als Sicherheit für den Euro-Rettungsschirm EFSF debattiert. Diskutiert werde nur, die von den Euro-Zentralbanken gehaltenen IWF-Sonderziehungsrechte als Sicherheiten einzusetzen, von Gold sei nie die Rede gewesen, wird beteuert. (APA)

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