VIG rittert um polnische Warta

7. November 2011, 13:43
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Wien - Die Vienna Insurance Group (VIG) hat nun offiziell ihr Interesse an der Übernahme der polnischen Versicherungsgesellschaft Warta abgegeben. "Wir haben unser Interesse bekundet", sagte VIG-Chef Günter Geyer zum "WirtschaftsBlatt". Die UNIQA-Versicherung geht dagegen nicht ins Rennen, so die Zeitung. Beide Unternehmen bestätigten dies. Interessenten mussten sich bis 31. Oktober anmelden.

Neben der Bekundung mussten die Interessenten auch mitteilen, ob sie im Falle eines Zuschlags eine Kapitalerhöhung benötigen. Geyer vermutet dem Bericht zufolge, dass jene, die zusätzliches Kapital brauchen, vom weiteren Prozedere ausgeschlossen werden. Die VIG hat schon vor Wochen erklärt, dass sie die Übernahme der Warta ohne Kapitalspritze stemmen könnte: "Die Finanzierung wäre sehr einfach für uns", hatte Geyer Mitte Oktober erklärt und die "Kriegskasse" der VIG mit 1,5 Mrd. Euro beziffert. Jetzt rechnet er damit, dass der Datenraum für die Anbieter im Dezember oder Jänner geöffnet wird. Danach wird ein konkretes Angebot für den Versicherer abgegeben.

Das Rennen um die Warta dürfte hart werden, gilt der polnische Markt doch als besonders attraktiv. Dem Vernehmen nach sollen die Allianz, die Generali, Zurich Financial sowie Axa mit in den Ring steigen. Warta, die noch im Eigentum der belgischen Bankengruppe KBC steht, ist eine der größten Assekuranzen Polens. Im Vorjahr erreichte sie ein Prämienvolumen von mehr als einer Milliarde Euro. Die VIG hat in Polen einen Marktanteil von 5,4 Prozent und nahm hier Prämien von 747,7 Mio. Euro ein. KBC muss sich nach EU-Auflagen von der Warta-Versicherung und der Kredyt Bank trennen. Der Zeitung zufolge dürften die Belgier nicht die 1,2 Mrd. bekommen, die sie für die Bank und die Versicherung zuletzt erhofft hatten. (APA)

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