Bis zu vier Minuten schneller sind Blaulichtorganisationen beim Einsatzort, wenn es eine Rettungsgasse gibt. "Das erhöht die Überlebenschance eines Schwerverletzen um 40 Prozent", sagte Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) am Montag vor Journalisten. Sie präsentierte gemeinsam mit der Asfinag und Vertretern der Blaulichtorganisationen die Informationskampagne der ab 1. Jänner 2012 gültigen Regelung.
"Die Rettungsgasse soll genauso selbstverständlich werden wie Gurten- und Sturzhelmpflicht", fordert Asfinag-Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl. Auch Verkehrsministerin Bures zeigt sich zuversichtlich: "Ich bin ein optimistischer Mensch", sagt sie vor den Journalisten. Schierhackl pflichtet ihr bei: "Wenn es Deutsche, Tschechen, Schweizer und Slowenen schaffen, eine Rettungsgasse zu bilden, dann schaffen wir Österreicher das auch."
Ausnahmen: Brücke und Tunnel
Ab 1.1.2012 muss jeder Autofahrer bei Staubildung oder stockendem Verkehr auf die Seite fahren, um eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge zu bilden. Warum die Verkehrsministerin so zuversichtlich ist, erklärt sie damit, dass die Rettungsgasse im Interesse jedes Autofahrers liege. "Jeder kann einen Unfall haben, jeder will, dass Hilfe so schnell wie möglich am Unfallsort ist."
Konkret funktioniert es so: Bei zweispurigen Straßen müssen die Verkehrsteilnehmer auf der linken Fahrspur nach links ausweichen, jene auf der rechten Fahrspur nach rechts. Bei drei- oder mehrspurigen Straßen müssen die Fahrer auf der linken Spur nach links ausweichen, alle anderen nach rechts. Die Benützung des Pannenstreifens ist erlaubt.
Tunnel und Brücken bilden Ausnahmen, hier müsse den Einsatzkräften Platz gemacht werden, die Bildung einer Rettungsgasse sei aber meistens aus Bau- und Platzgründen nicht möglich. Im Baustellenbereich ist eine Rettungsgasse auch nicht verpflichtend, da hier Einsatzfahrzeuge andere Zugänge haben.
"Bei Stau ... Rettungsgasse"
Der Start der Infokampagne erfolgt am 1. Dezember. Menschen im In- und Ausland sollen umfangreich über die Gesetzesänderung informiert werden. Über TV-Spots, Einschaltungen im Hörfunk und Folder wollen Verkehrsminsterium und Asfinag die Menschen erreichen. Kostenpunkt: drei Millionen Euro. Die Asfinag investiere laufend in die Verkehrssicherheit, somit sei diese Kampagne auch eine "gute Investion", so Schierhackl. Die Botschaft lautet: "Bei Stau ... Rettungsgasse"
Schierhackl und Bures betonen die Vorteile der Rettungsgasse. Erfahrungen aus anderen Ländern wie Deutschland und Tschechien zeigen, dass sich die Regelung bewähre. "Die Zeit, bis die Einsatzkräfte beim Unfallsort sind, ist entscheidend." Durch die Rettungsgasse seien die Blaulichtorganisationen durchschnittlich vier Minuten schneller am Einsatzort. Das erhöhe die Überlebungschancen für Schwerverletzte um 40 Prozent. Die Zufahrt für breitere Bergefahrzeuge werde erleichtert. Alle Blaulichtorganisationen unterstützen die Gesetzesänderung.
Verantwortung der Verkehrsteilnehmer
Entscheidend bei der neuen Regelung ist, dass eine Rettungsgasse nicht erst bei einem Unfall gebildet werden soll, sondern schon bei Verkehrsstockung und Stau. Viele glauben, dass die Asfinag die Rettungsgasse baue, so Schierhackl. "Das ist ein Irrglaube." Jeder Verkehrsteilnehmer sei dafür verantwortlich und das Verantwortungsgefühl müsse verstärkt werden. Die Maßnahme ist verpflichtend für alle Verkehrsteilnehmer auch für Motorradfahrer, LKW-Fahrer und Busse.
Ein Verstoß kann teuer werden: Bis zu 2180 Euro Verwaltungsstrafe kostet eine Behinderung der Rettungskräfte. Die sei schon gegeben, wenn sich jemand nicht seitlich einordnet oder wenn ein Fahrer die Rettungsgasse benutzt, erklärt Martin Germ von Bundesministerium für Inneres: "Wir wollen überhaupt keine Strafen kassieren. Wir wollen, dass sich die Leute daran halten." (mte, derStandard.at, 7.11.2011)
Die seit Jahresbeginn vorgeschriebene Rettungsgasse bei stockendem Verkehr führt noch zu Problemen mit der Orientierung - Doch sogar im Morgenstau auf der Wiener Südosttangente klappt es schon manchmal
"Der Start der Infokampagne erfolgt am 1. Dezember. Menschen im In- und Ausland sollen umfangreich über die Gesetzesänderung informiert werden. Über TV-Spots, Einschaltungen im Hörfunk und Folder wollen Verkehrsminsterium und Asfinag die Menschen erreichen."
Für alle die es noch immer nicht kapiert haben, diese Gasse soll einen Weg für die Einsatzkräfte absichern, es gibt den Pannenstreifen, aber erstens nicht überall und zweitens gibts immer so deppen die sowas blockieren können, oder es kann ja auch sein das da schon ein auto liegen geblieben ist. In Deutschland funktioniert das system wunderbar.
da es dann wieder eine andere Regelung gibt und Mensch mit mehr als einer Anweisung fuer eine einzelne Situation vor lauter Verwirrung gleich keine von Beiden Optionen anwendet.
Nachdem keine meiner Fragen beantwortet wurde, hier nochmal:
1. Wie kommt das Einsatzfahrzeug von der Autobahnauffahrt zügig in die (in der Mitte liegende) Rettungsgasse? Auf 3-spurigen Autobahnen müssen da gleich mal 2 volle Stauspuren gequert werden.
2. An einer Unfallstelle liegen die Verletzten wohl eher am Pannenstreifen. Ich zumindest würde keinen Verletzten aus seinem Wrack befreien und in die "Rettungsgasse" legen. Rettungskräfte: Wieder 2 Fahrspuren queren.
3. Hat ein Fahrzeug eine Panne, steht es: genau, am Pannenstreifen. Also die rechte Stauspur ist fast immer zum Stillstand verdammt.
An die Rotstrichler: Ich halte diese Fragen für realistisch und hätte gerne Antworten darauf.
1.
Abstand nach vorn halten, um auf Blaulichtfahrzeuge reagieren zu können. Eine Lücke zum Queren offenhalten. Auf die Zusammenarbeit kommts an
2.
dito - Abstand halten, dann kann man eine Lücke zum Queren aufmachen!
3.
Das ist der Sinn der RG! Das Einsatzfahrzeug soll so schnell wie möglich weiterkommen, alles andere ist sekundär.
Ausserdem sind die Fahrspuren so breit, dass sich Rettungsgasse UND Pannenfahrzeug nebeneinander ausgehen, sofern nicht gerade zwei LKWs auf gleicher Höhe sind.
Auch bei stark verschneitem bzw. überhaupt fehlendem Pannenstreifen kann man eine Gasse aufmachen, die selbst für einen Löschzug ausreicht, um zügig durchzurauschen.
Also letzten Juli bin ich mit 2 Freunden zu einem Unfall auf der Autobahn "zurechtgekommen", bei dem sich einer in die Leitplanke eingebaut hat und nach einem Ping-Pong-Spiel auf der Überholspur liegengeblieben ist!
Da hab ich das erste Mal eine Rettungsgasse in Aktion erlebt - also meiner Meinung nach hat das in der Praxis super funktioniert!
ad 1) Blaulicht an, fahren, los gehts! (Vorausgesetzt wir Oesis begreifen endlich, wie man Platz macht)
ad 2) Sehr vernuenftig, dass Sie Ihre Unfaelle immer am Pannenstreifen planen. Der Letzte, den ich gesehen habe, war wirklich sehr chaotisch, naemlich auf der 3. Spur
ad 3) 'Fuer eine Fahrzeugpanne wird aber nicht wirklilch eine Rettung benoetigt, oder? Sollten Sie jedoch meinen, dass dann der Pannenstreifen fuer's Platzmachen nimmer frei ist, verbingen Sie mit dem Auto ein paar Tage in DE, dort zeigen Ihnen die AutofahrerInnen, wie es selbst mir besetzten Pannenstreifen geht: langsam fahren, zusammenruecken, auf den seitlichen Sicherheitsabstand verzichten und Einsatzfahrzeug(e) vorbeilassen.
.. dann sollte das weit selbstverständlicher werden, als die Gurtenpflicht: die hat sich nämlich noch nicht überall herumgesprochen bzw. wird von manchen ignoriert, die sich dann für "Freiheitskämpfer" gegen einen angeblichen "Nanny-Staat" halten....
Was bitte kann dafür sprechen mühsam eine Rettungsgasse zu bilden wenn es eh einen Pannenstreifen gibt?!
Natürlich kann der aus diversen Gründen verstellt sein, aber es wird genauso Verkehrsteilnehmer geben die das mit der RGassen nicht checkne und diese dann zustellen.
Wenns keinen Pannenstreifen gibt macht es natürlich Sinn.
auch am Ring oder am Gürtel.
Pannenstreifen werden bei einem Stau sehr gerne und sehr schnell verstellt und sind wegen der Leitplanken dann für Einsatzfahrzeuge eine Falle, in der sie schon wegen nur einem verblödeten Autofahrer hoffnungslos stecken bleiben.
die blasen ihnen von hinten mit dem Hörndl das Hirn aus dem Leib. Da werden Sie in Sekunden so kreativ, dass Sie sich irgendwo hinein- und aus dem Weg kuscheln.
Ich habe auf einer engen deutschen Stadtautobahn von oben zugeschaut, wie sich beim Klang einer Sirene praktisch gleichzeitig eine Rettungsgasse gebildet hat und die Einsatzfahrzeuge ungebremst durchgefetzt sind.
Das können wir auch.
Übungssache, die blasen ihnen von hinten mit dem Hörndl das Hirn aus dem Leib. Da werden Sie in Sekunden so kreativ, dass Sie sich irgendwo hinein- und aus dem Weg kuscheln.
Das kann man 1:1 auf den Pannenstreifen umlegen wenn der dort so schlau war und den Pannstreifen blockiert.
Desweiteren habe ich es in Österreich noch nicht wirklich gesehen das bei einem Stau der Pannenstreifen komplett verstellt wurde so dass es kein durchkommen mehr gegeben hat.
Der Pannenstreifen ist nicht immer eine Option, weil manchmal nicht vorhanden, unbefahrbar wegen Schnee, durch Liegengebliebene blockiert etc.
Auf den geräumten Fahrspuren kann aber in jedem Fall zusammengerückt werden. Den seitlichen Sicherheitsabstand braucht man nur zum Fahren, nicht zum Stehen im Stau.
Geparkt wird ja ebenfalls platzoptimal!
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