380 Millionen Diabetiker bis zum Jahr 2025

7. November 2011, 12:21
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Starker weltweiter Anstieg der Patientenzahl erwartet - In Österreich fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung betroffen

Wien - Die Zahl der Diabetiker wird international stark ansteigen. Aktuell gibt es weltweit mehr als 250 Millionen Zuckerkranke. Die Internationale Diabetes Föderation (IDF) erwartet 380 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus für das Jahr 2025. Die Zunahme ist vor allem durch mehr Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität bedingt, was Menschen speziell für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes anfällig macht. Darauf wies die Österreichische Diabetes-Vereinigung anlässlich des Welt-Diabetes-Tags am Montag kommender Woche (14. November) hin.

An Diabetes sterben weltweit pro Jahr rund vier Millionen Menschen. Laut Statistik sind in Österreich fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung von der Stoffwechselerkrankung betroffen. Die Österreichische Diabetes-Vereinigung am Montag in einer Aussendung: "Für Typ-1-Diabetes gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Prävention, weil die Faktoren, die zur Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen führen, noch nicht entdeckt wurden. Typ-2-Diabetes aber ist, wie mehrere große Studien zeigen, in 60 Prozent der Fälle vermeidbar. Ein Großteil der Erkrankung ist durch Lebensstilfaktoren bedingt. Es besteht kein Zweifel daran, dass Übergewicht und körperliche Inaktivität wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes darstellen."

Späte Diagnosen

Die Diagnose Diabetes bedeutet auch heute noch eine Verkürzung der Lebenserwartung sowie Einbußen an Lebensqualität. Eine wesentliche Ursache dafür ist, dass Typ-2-Diabetes in bis zu 50 Prozent der Fälle fünf bis neun Jahre lang unentdeckt bleibt. Die Krankheit entwickelt sich schleichend. Zum Zeitpunkt der Diagnose weist jeder zweite Diabetiker bereits Folgeschäden auf. Es sei daher enorm wichtig, mit Lebensstil-Interventionen schon in den Vorstufen des Diabetes - wie gestörtem Nüchternblutzucker und gestörte Glukosetoleranz - anzusetzen. Der Behandlungserfolg bei beiden Diabetestypen hängt allerdings auch wesentlich von Selbstmanagement der Betroffenen ab. Dazu bedarf es einer guten Patientenschulung.

Der Welt-Diabetes-Tag soll jedes Jahr an den Geburtstag von Frederick G. Banting (Kanada) erinnern, der gemeinsam mit Charles Herbert Best 1921 das Hormon Insulin entdeckte und den Weg zur lebensrettenden Insulintherapie ebnete. Seit 2007 ist der World Diabetes Day auch ein Tag der Vereinten Nationen. (APA)

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    Blutzuckermessungen gehören zum Alltag diabeteskranker Menschen.

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