Ai Weiwei will Steuerbescheid juristisch anfechten

7. November 2011, 12:07

Solidarische Chinesen hatten dafür Geld gespendet

Peking  - Die Ehefrau des chinesischen Künstlers und Dissidenten Ai Weiwei, Lu Qing, hat am Donnerstag in Peking angekündigt, dass das Ehepaar die Steuerforderung an ihren Mann juristisch anfechten wird. Das Finanzamt wirft dem Künstler Steuerhinterziehung vor und verlangt insgesamt umgerechnet 1,76 Millionen Euro Steuernachzahlung und Bußgeld.

Tausende von Menschen haben für Ai gesammelt und umgerechnet mehrere Hunderttausend Euro zusammengebracht. Ai und Lu wollen das Geld als Garantie nutzen. Eine solche Garantie ist nach chinesischem Recht Voraussetzung für eine Anfechtung des Steuerbescheids.

Ai Weiwei ist ein Sohn des berühmten chinesischen Poeten und Malers Ai Qing (1910-96), welchen die Kommunisten von 1958 bis 1978 mit Publikationsverbot belegt und in Umerziehungslager gesteckt hatten. Seine Freunde sehen in ihm ein Opfer politischer Hexenjagd. In diesem Jahr war Ai 81 Tage lang wegen angeblicher Steuervergehen an einem unbekannten Ort festgehalten worden.  (APA)

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
14.11.2011, 06:59
Respekt -

vor einem menschen, der sich von der grössenkranken machtbagage nicht unterkriegen lässt u. hoffnung für die zukunft schafft!!

michel maik
01
9.11.2011, 16:25
Wie lautet das Spendenkonto von Ai Weiwei?

Könnte Der Standard das Spendenkonto für Ai Weiwei veröffentlichen, ich würde auch meinen Obolus entrichten, um meine Solidaridät mit diesem originellen Künstler und mutigen Regimekritiker zu demonstrieren.

Wenn am Ende mehr zusammenkommt, als er für seine "Steuerschuld" benötigt, so traue ich ihm zu, dass er etwas Vernünftiges mit dem Geld anfangen wird.
(Vielleicht ist die ganze Geschichte auch nur Teil einer pfiffigen künstlerischen Performance von Ai Weiwei im Zusammenwirken mit der Steuerbehörde? Dann wären die chinesischen Beamten avantgardistisch-postmoderner als man glauben würde. Soll sein.)

Cle Mens
00
9.11.2011, 17:49

Er darf aus rechtlichen Gründen keine Spendengelder annehmen.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
14.11.2011, 07:01
- schon eher aus unrechtlichen gründen!

grauekatze
01
8.11.2011, 20:29
man kanns nur immer wieder posten

http://www.nzz.ch/nachricht... 48627.html

Vil Voltem
00
11.11.2011, 12:19
Dankeschön

Grosses Dankeschön für den Link!
Ich hatte schon länger den Gedanken(bis dato ohne Beweis) dass Weiwei wegen seiner rasanten Entwicklung, zwar zurecht als Kritiker, aber ohne bewusste Überlegung als Dissident bezeichnet und gesehn wird. Das heisst jetzt nicht dass ich ihn oder seine Kunst verdamme; war sogar neulich in einer Ausstellung und davon begeistert. Ich denke nur man sollte nicht voreilige Schlüsse ziehen und den Mann als Heiligen verehren.

grauekatze
00
12.11.2011, 11:57
genauso sehe ich es auch...

rein interessehalber, haben sie zufällig in winterthur oder bregenz ai wei wei gesehen? bregenz war sich ja nicht zu blöd, zur ausstellung "free ai wei wei"-taschen aus billigem plastik wortwörtlich "made in china" mit bewilligung des künstlers aufzulegen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.