Verteidiger will genaue Zeugenbefragung

7. November 2011, 11:37
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Gereizte Stimmung beim Endlos-Prozess

Graz - Am Montag ist im Grazer Straflandesgericht der Prozess rund um die Leasing-Affäre der Hypo-Steiermark fortgesetzt worden. Ein Ex-Manager und ein früherer Prokurist müssten sich nun für einen Teilbereich aus jenem Verfahren rechtfertigen, der im Frühjahr aus dem Hauptverfahren ausgeschieden wurde. Die Verteidigung bestand darauf, die eigentlich nur aus formalen Gründen geladenen Zeugen erneut genau zu befragen.

18 Millionen Euro Schaden

Nach einem Jahr Prozess wurde heuer im März im letzten Moment das Verfahren gegen den Prokuristen ausgeschieden und der Manager wegen riskanter Süd-Ost-Geschäfte verurteilt. Seit September sitzen die beiden ehemaligen Kollegen nun wieder vereint auf der Anklagebank, diesmal geht es um rund 18 Mio. Euro Schaden.

Bei der letzten Verhandlung im Oktober wurde beschlossen, alle Zeugen noch einmal zu laden. Das Ganze allerdings eher deswegen, weil Fristen nicht eingehalten wurden, also eigentlich ein Formalakt. Einige der Zeugen waren für Montag geladen und marschierten brav im Verhandlungssaal auf, wo sie Richter Helmut Wlasak gleich in aller Kürze abfertigen wollte. "Ich stell' Ihnen nur eine Frage, bleiben Sie bei der Aussage vom letzten Mal?", fragte er eine ehemalige Hypo-Mitarbeiterin. "Ja", antwortete diese und wollte auch schon wieder weg. Doch da schaltete sich Verteidiger Harald Christandl ein, der dann doch noch genauer nachhaken wollte.

Die Mahnlisten, die das Zahlungsverhalten der Leasingnehmer betrafen, waren wieder einmal Thema, ebenso die Besicherung der geleasten Objekte. Richter Helmut Wlasak wurde immer ungehaltener, je länger die Befragung dauerte. Da wehrte sich der Anwalt gegen den Vorwurf, alles doppelt und dreifach zu fragen. "Das muss ich tun, dafür bin ich da. Und ich habe das Verfahren nicht ausgeschieden", konnte er sich eine Spitze gegen den Richter nicht verkneifen.

Verhandelt wird die ganze Woche, wobei die meiste Zeit die Zeugen befragt werden sollten. Wann es nun ein Urteil geben wird, ließ sich am Montag nicht abschätzen. (APA)

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