Infrastruktursymposium "Future Business Austria" am Dienstag in Wien

7. November 2011, 11:29
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Initiator Ungar-Klein: Österreich verliert viele Milliarden durch mangelhafte Infrastruktur - Schweiz zum Vorbild nehmen

Österreich hat im internationalen Vergleich noch immer eine gute Infrastruktur, hat aber als Wirtschaftsstandort in den letzten Jahren deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verloren, sagt David Ungar-Klein, Autor und Herausgeber des 200 Seiten starken "FBA Infrastrukturreport 2012", der am Dienstag (8. November) im Rahmen des eintägigen Infrastruktursymposiums "Future Business Austria" im Wiener Haus der Industrie präsentiert wird. "Mit optimaler Infrastruktur würde die Österreichische Wirtschaft jährlich 28 Mrd. Euro mehr erwirtschaften. Seit 2005 sind das kumuliert 154 Mrd. Euro", sagte Ungar-Klein im Gespräch mit der APA.

Was Österreich fehle, sei eine langfristige Infrastruktur-Strategie, sagt Unger-Klein. Das Problem sei, dass es kein Ministerium gebe, das alle relevanten Agenden vereine. "Die Frau Bures kann nicht für Energie reden, Herr Mitterlehner kann nicht für die Straße und Schiene reden, Herr Töchterle kann nicht einmal für die gesamte Forschung reden, weil er nur für die Grundlagenforschung zuständig ist."

"Dort ist im Prinzip das, was in Österreich auf vier Ministerien verteilt ist, in einem vereint."

Als Vorbild könnte man sich die Schweiz nehmen, rät Ungar-Klein. "Dort ist im Prinzip das, was in Österreich auf vier Ministerien verteilt ist, in einem vereint." Der frühere Infrastrukturminister Moritz Leuenberger, der "Vater" der schweizerischen Infrastrukturstrategie, sei ein Visionär gewesen - einen solchen gebe es in Österreich derzeit nicht. Österreich brauche aber eine umfassende Infrastrukturstrategie mit einem Planungshorizont bis 2030, die eine zukunftsfähige Infrastrukturpolitik aus einem Guss ermögliche.

Leuenberger wird einer der Hauptreferenten beim Wiener Infrastruktursymposion FBA sein. Auf dem Programm stehen fünf Paneldiskussionen zum Themenkreis Infrastrukturstrategie, Verkehr und Innovation. Infrastrukturministerin Doris Bures (S) wird den Infrastruktur-Preis "Red Arrow 11" verleihen. Unter den Sprechern sind u. a. auch Ex-Finanzminister und Forschungsrats-Chef Hannes Androsch, Energieregulator Walter Boltz, IHS-Chef Bernhard Felderer und ÖBB-Chef Christian Kern.

Für seinen "FBA Infrastrukturreport 2012" hat Unger-Klein 240 österreichische Manager von Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern befragt. Die Unternehmensberatung Roland Berger habe die Ergebnisse mit den Daten anderer Länder verglichen. Von IHS-Chef Felderer sei der Report schließlich volkswirtschaftlich validiert worden, erklärte Unger-Klein. (APA)

 

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