Europas Börsen zu Handels­schluss mehrheitlich mit Verlusten

7. November 2011, 18:50
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Italien rückt in den Fokus - Mailänder Börse im Plus

Wien - Die europäischen Leitbörsen sind zum Wochenauftakt mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 gab bis zum Handelsschluss am Montag um 0,68 Prozent auf 2.276,00 Einheiten nach. Kursgewinne konnte lediglich die Börse in Mailand einstreichen; der FT-SE MIB Index gewann um 1,32 Prozent auf 15.548,94 Einheiten dazu.

Nachdem sich in Griechenland eine Übergangsregierung abzeichnet, richten sich die Blicke vermehrt nach Italien, wo Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Vorfeld der morgigen Haushaltsberatungen um sein politisches Überleben kämpft. Positive Impulse lieferten im Mittagshandel Gerüchte um einen unmittelbar bevorstehenden Rücktritt Berlusconis, die dieser aber umgehend als substanzlos zurückwies. Die Renditen für italienische Staatsanleihen kletterten zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit den 1990er Jahren.

In Griechenland verdichten sich unterdessen die Anzeichen, dass der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Lucas Papademos, Giorgos Papandreou als Ministerpräsident nachfolgen werde. Die Übergangsregierung unter Beteiligung der beiden großen sozialistischen und konservativen Parteien könnte noch am heutigen Montagabend stehen.

Vor dem Hintergrund dieser Geschehnisse rückte das Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel etwas in den Hintergrund. Behandelt wird unter anderem die Detailauslegung der Hebelbeschlüsse des Euro-Rettungsschirms EFSF, wenn es nach den Worten des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker bei der heutigen Sitzung auch "nicht zu endgültigen Festlegungen kommen" werde.

Daher sei nach Angabe aus EU-Kreisen für Donnerstag nächster Woche eine weitere Sitzung der Euro-Finanzminister anberaumt worden. Zur Auszahlung der sechsten Hilfstrance an Griechenland in Höhe von 8 Mrd. Euro hieß es aus Ratskreisen, dass diese erst dann in die Wege geleitet werden könne, wenn die Übergangsregierung stehe.

Auch die unerwartet schwachen Daten zur Industrieproduktion in Deutschland fanden kaum Beachtung, war aus Marktkreisen zu vernehmen. Wie das deutsche Wirtschaftsministerium mitteilte, sank die Produktion deutscher Unternehmen im September um

Bayer gut gesucht

Unter den im Euro-Stoxx-50 gelisteten Einzelwerten gewannen die Papiere der italienischen Großbanken Intesa SanPaolo und UniCredit um 2,84 Prozent auf 1,16 Euro bzw. 1,87 Prozent auf 0,79 Euro dazu. Am Markt hieß es, die Aktien hätten - ungeachtet des späteren Dementis - von den Gerüchten um den Rücktritt Berlusconis profitiert.

Gefragt waren auch Bayer, die - beflügelt von der US-Zulassung für das Medikamen Xarelto - um 2,52 Prozent fester auf 46,03 Euro schlossen. In einer europaweit gut gesuchten Versorgerbranche legten GDF Suez und RWE um 2,04 Prozent auf 20,49 Euro bzw. 1,45 Prozent auf 29,33 Euro zu.

Deutliche Kursverluste gab es unterdessen in Carrefour zu beobachten, die um 2,57 Prozent auf 19,16 Euro nachgaben. Die Analysten der Citigroup hatten das Kursziel für die Titel des französischen Handelskonzerns in einer aktuellen Studie von 18,00 Euro auf 15,00 Euro gesenkt. Noch tiefer im Minus schlossen Telefonica, die sich in einem europaweit schwachen Telekomsektor 5,73 Prozent auf 14,14 Euro abschwächten.


Börse          Index          Schluss       Diff (%)

 Wien           ATX            1.950,84     - 1,69
 Frankfurt      DAX            5.928,68     - 0,63
 London         FT-SE-100      5.492,99     - 0,62
 Paris          CAC-40         3.103,60     - 0,64
 Zürich         SPI            5.143,34     - 0,20
 Mailand        FTSE MIB      15.548,94     + 1,32
 Madrid         IBEX-35       8.476,40      - 1,40
 Amsterdam      AEX              299,75     - 0,74
 Brüssel        BEL-20         2.080,86     - 0,06
 Stockholm      SX Gesamt        968,39     - 1,90
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.276,00     - 0,68 (APA)
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