Syrische Opposition erklärt Homs zum „Katastrophengebiet"

7. November 2011, 10:53
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Armee setzt angeblich Angriffe auf Protesthochburg fort

Kairo - Ungeachtet der Ermahnungen durch die Arabische Liga haben syrische Regierungstruppen ihre Angriffe auf Oppositionelle fortgesetzt. Vor allem die Protesthochburg Homs wurde nach Angaben der Regimegegnern in der Nacht auf Montag erneut von der Armee unter Beschuss genommen. Ein Aktivist sagte, seit Sonntag seien in Syrien 23 Menschen getötet worden. Lebensmittel- und Wasservorräte seien in Homs inzwischen knapp. Auch Strom gebe es nicht mehr. Im Internet erklärten Oppositionelle die Stadt zum „Katastrophengebiet".

Die Arabische Liga hatte wegen der andauernden Gewalt am Sonntag eine Krisensitzung angekündigt. Die Außenminister wollen am 12. November in Kairo zusammentreffen. Der Vertreter der syrischen Regierung in der panarabischen Organisation kritisierte das scharf. Die Liga hatte Syrien am Mittwoch aufgefordert, innerhalb einer Frist von zwei Wochen das Militär aus den Städten abzuziehen. Das sagte die Regierung von Präsident Bashar al-Assad zu und versprach, auf ein Ende der Gewalt hinzuwirken. Der als Dachverband der oppositionellen Kräfte gebildete syrische „Nationalrat" lehnt jeden Dialog mit der Regierung ab. Das Regime in Damaskus besitze keinerlei Glaubwürdigkeit, erklärte Samir al-Nachar, Mitglied des Exekutivbüros des „Nationalrats", am Samstag nach Gesprächen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Elaraby, in Kairo. Was der „Nationalrat" verlange, sei nicht ein Dialog, sondern die „Machtübergabe durch das tyrannische Regime", sagte der Oppositionssprecher. Assad müsse abtreten; darüber gebe es keinen Dialog.

Der „Nationalrat" war Anfang Oktober in Istanbul gebildet worden. Vorsitzender ist der Universitätsprofessor Burhan Ghalioun, der an der Pariser Sorbonne lehrt. Bereits im August hatte sich ebenfalls in der Türkei ein syrischer „Übergangsrat" nach libyschem Vorbild konstituiert. Ghalioun hatte erklärt, ein Dialog, wie ihn die Arabische Liga fordere, sei angesichts des Blutvergießens durch das Regime unmöglich. (APA/dpa)

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