Förderung

Wie Breitband-Internet in Österreichs Hinterland gelangen soll

Markus Drenckhan, 7. November 2011, 17:00

Breitband Austria Zwanzigdreizehn will "Laptop und Lederhose"

Die sogenannten weißen Flecken sind für die Betroffenen eher schwarze Löcher: ländliche Regionen, in denen sich die Versorgung mit Breitbanddatenverbindungen bislang wirtschaftlich nicht lohnt und die deshalb mit niedrigeren Übertragungsraten surfen und downloaden. Das Förderprogramm Breitband Austria Zwanzigdreizehn (BBA_2013) soll helfen, diese schwarzen Löcher zu schließen.

Förderungsprogramm

Breitband Austria Zwanzigdreizehn ist ein gemeinsames Förderprogramm des Verkehrs- und Infrastrukturministeriums, des Landwirtschaftsministeriums und der Landesregierungen. Es wird zusätzlich getragen von der EU-Initiative Digitale Agenda für Europa. Die europäische Kommission will mit dieser Initiative - die Teil des Europa-2020-Programms ist - den Ausbau der europaweiten Infrastruktur sowohl im Bereich Verkehr wie auch in der Telekommunikation voranbringen. Bis 2020 sollen alle europäischen Haushalte über eine Mindestübertragungsrate von 30 Megabit pro Sekunde verfügen; die Hälfte der Haushalte wird nach den Plänen der Kommission sogar auf eine Bandbreite von 100 Megabit pro Sekunde zugreifen können. Der gerade vorgestellte Plan Connection Europe sieht 50 Milliarden an Förderungsgeldern für alle Bereiche des Infrastrukturausbaues vor - rund 9 Milliarden davon für die Next Generation Access(NGA)-Breitbandnetze.

Das BBA_2013-Förderprogramm ist, verglichen damit, nur ein kleiner Teil: 30 Millionen Euro sind als Fördersumme vorgesehen. Die Hälfte des Geldes kommt vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), die andere Hälfte wird zu annähernd gleichen Teilen von den Bundesministerien und den Ländern getragen.

Schneller als die Digitale Agenda für Europa

Mit den Fördermitteln soll die Errichtung, Erweiterung und Modernisierung der Netzwerkinfrastruktur, der Ausbau der intelligenten NGA-Netze, aber auch passive Maßnahmen zum Breitbandausbau - beispielsweise Baumaßnahmen für andere Infrastruktureinrichtungen mit positiven Effekten für die Breitbandversorgung - unterstützt werden. Die Vergabe der Förderungen erfolgt über die Bundesländer.

Die Ziele sind sehr hoch gesteckt: „Wir wollen Österreich in die Spitze der IKT-Nationen bringen", sagte die Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Doris Bures Mitte Oktober in einer Rede zum BBA_2013. Dafür soll eine flächendeckende Versorgung mit innovativer und hochwertiger Breitband-Übertragungstechnologie entstehen, die laut Bures auch noch bezahlbar sein soll. Die Ziele der Digitalen Agenda für Europa will Bures für Österreich sogar überbieten und bis 2020 für „alle Haushalte ultraschnellen Breitband-Zugang zum Internet" ermöglichen. Anlässlich der gerade beschlossenen Novelle zum Telekommunikationsgesetz, das den gesetzlichen Regulierungsrahmen für den Breitbandausbau verbessert, bekräftigte Bures Ihre Forderung, die Erlöse der Frequenzversteigerung der Digitalen Dividende im nächsten Jahr für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur einzusetzen.

Breitband als Wirtschaftsfaktor

Der schnellere Datenzugriff verbessert nicht nur die Lebensbedingungen und sichert eine möglichst umfassende Teilnahme aller Bürger an der Informationsgesellschaft, Breitbandversorgung ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Der Ausbau steigert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Vergleich, sondern ist auch ein Beitrag für mehr Beschäftigung.

Es gilt, einen großen Abstand einzuholen. Darauf weist Robert Steinegger von der Wirtschaftskammer Steiermark in seiner Analyse hin. Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit der Anzahl der Unternehmen, die über einen Breitbandanschluss verfügen, im hinteren Mittelfeld: Platz 21 aller 27 europäischen Länder. Die Unterschiede der Bundesländer sind dabei sehr groß. Die Steiermark liege in der Breitbandentwicklung weit zurück, verglichen beispielsweise mit Oberösterreich. „Die höhere Bevölkerungsdichte in Oberösterreich und die höhere Anzahl an potentiellen Nutzern ist sicher ein Grund dafür, aber ein derartiges Missverhältnis der beiden Industrie- und Wirtschaftsstandorte im Hinblick auf die Versorgung mit Breitband ist unverständlich und muss korrigiert werden, wenn die steirischen Industrieregionen in dieser Hinsicht Wettbewerbsfähigkeit erlangen möchten", sagt Steinegger.

Die Karte der Förderungsgebiete bestätigt diese Einschätzung: In und um die Ballungszentren herum ist die Verfügbarkeit von breitbandigen Internetverbindungen relativ gut. Besonders die bergigen Regionen der Steiermark, Salzburgs, Tirols und Kärntens gehören zu den förderungswürdigen Gebieten. Für diesen unterversorgten ländlichen Raum soll die Initiative einen wesentlichen Entwicklungsschub leisten. „Laptop und Lederhose ist jetzt schon gelebte Praxis für unseren modernen ländlichen Raum. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der Breitbandinitiative einen weiteren wichtigen Beitrag dazu leisten, Aufschwung und Wachstum auch im ländlichen Raum zu sichern", sagte Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich anlässlich der Präsentation des Programmes Anfang des Jahres.

Angebot und Nachfrage

Ausbau der Breitbandinfrastruktur bedeutet aber nicht nur, das Breitbandangebot flächendeckend auszurollen. Auch auf der Nachfrageseite ist noch Förderung notwendig. Es geht darum, alle Bereiche der Gesellschaft an das Internet heranzuführen und so die bevölkerungsweite Nachfrage nach den neuen Angeboten zu stärken. „Für die jungen Menschen, die erste Generation, die von klein auf mit dem Internet lebt, ist die Netzteilhabe nicht nur Gegenwart, sondern auch Zukunft", sagt Infrastrukturministerin Bures. Daneben gibt es aber weite Teile der Bevölkerung, die keinen Nutzen in der Internetnutzung sehen, wie eine Studie der Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) ergab. „Das ist ein Zeichen für mich, dass wir auf der Nachfrageseite durch die ganze Gesellschaft etwas tun müssen. Die Menschen sollten neben Lesen, Schreiben, Rechnen auch den Umgang mit dem Internet lernen", sagte RTR-Chef Georg Serentschy in einem Interview.

Prestige und Realität

Zu hoffen bleibt, dass der flächendeckende Breitbandausbau auch wirklich die Fläche erreicht. Freuen können sich auf jeden Fall die Bewohner in den Gebieten, in denen prestigeträchtige Projekte anstehen. Für sie wird es auf jeden Fall Verbesserungen geben: Die Region Schladming soll rechtzeitig zur Ski-WM 2013 mit leistungsfähigem Breitbandinternetzugängen versorgt sein. (Markus Drenckhan, derStandard.at, 7.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 73
1 2
Dein schönster Traum
00
7.12.2011, 08:21
Wozu brauchen die Bauern...

...bitte Internet? Der Herr Pfarrer und der ÖVP - Bürgermeister sagt ihnen doch eh, was sie zu denken haben!

Jhon Balance
00
2.12.2011, 16:39

Es Bedarf Konkurrenz, damit die Telekom Austria etwas unternimmt. Mein zirka 2500 Einwohner Dorf wurde auch immer als "in-profitabel" dargestellt, dann kam ein ISP der WLAN Module auf den Handymasten nutzte um Breitband ins Dorf zu bringen. Zack, zwei wochen spaeter war auch die Telekom schon da... Also lieber Gemeinden: Sucht euch Dritt-Anbieter, und die Telekom folgt...

Ulukay ---
00
18.11.2011, 13:19
...

teleworken macht mit 600kbit/s upload nicht wirklich spass ...

Wald4tler Wiener
00
12.11.2011, 08:47
Alle Jahre wieder...

...viel blabla

Jonny van Irgendwas
 
00
21.11.2011, 16:01

Ja jedes Jahr das selbe Spiel. EU zeigt auf und Osiland sagt ja wir machen. Nur es passiert sehr laaaaaaaangsam.

stuffy
00
11.11.2011, 10:56

Ich wusste gar nicht dass manche Teile von Wien zum "Österreichischen Hinterland" gehören - es gibt da noch genügend "schwarze Löcher" direkt vor der "Haustür" über die niemand nur ein Wort verliert .....

joe doe
01
10.11.2011, 21:36
Wetten

dass es nächstes Jahr Gebührenerhöhungen gibt, Sim Pauschale und Internet Pausch waren erst der Anfang

Waldviertler1
00
10.11.2011, 14:14
Breitbandausbau ist notwendig und über Jahre unnötig verzögert worden.....richtig!

Aber welcher Kunde ist bereit mehr zu zahlen, wenn er in einem dünn besiedelten Gebiet wohnt?

In unserer Gemeinde gibt es ein von EU/Österreich subventioniertes Glasfasernetz und es ist trotzdem sauteuer!

Anschlusskosten Anfangs 300 € pro Haushalt, dann ca. 140 € (2009).

Grundgebühren pro MONAT inkl. VoIP Telefon:
(Geschwindigkeiten DOWN / UP gleich)

8 Mbit/s 35,90 €
10 Mbit/s 45,90 €
15 Mbit/s 60,90 €
30 Mbit/s 130,90 €

Glaube nicht, dass viele bereit sind signifikant mehr zu zahlen .......

r41|\|3r
00
11.11.2011, 12:22

36 € für 8 Mbit up ist doch sehr günstig

herois
00
9.11.2011, 08:42

wer hat den diese sinnlose karte erstellt? in tirol sind unbewohnte seitentäler und vergletscherte >3000 hm regionen als förderungsgebiet ausgeschrieben. andere dörfer, in denen es bis dato nur isdn gibt sind nicht markiert. sehr sinnlos das ganze!

Wolfgang Ullram
00
8.11.2011, 22:10
alles wischiwaschi

womit wollen diese wunderfuzzis ihre netze anbinden?
isdn?

wenn es performante anbindungen in schwartenkrachdorf und st. umleiten am frostaufbruch geben würde, könnten sich die user ja selber an die tk wenden.

3 macht vor wie es nicht geht. da geht das umts von sendemast zum nächsten. keine festnetzanbindung.
latenzzeiten zum fürchten
und zu hauptuserzeiten wie die tangente: schrittgeschwindigkeit.

ohne der richtigen infrastruktur, die heutzutage nur mehr glasfaser in jedem ort heißen kann, wirds nix

und die gesharten knoten, die am land 100 user mit internet versorgen müssen, gehen speedmäßig immer ein.

für mich ist das net mehr als die pp präsi eines mag rer nat FH.

ohne realitätsbezug

Sebastian Auinger
00
14.11.2011, 10:32

Funk wird niemals eine echte Alternative zum Festnetz-Internet werden.

Das hat ganz einfache physikalische Gründe.

Das Problem ist, dass die Mobilfunkindustrie wesentlich mehr und bessere Werbung macht und dadurch ein falscher Eindruck entsteht.

Wasser trinken
10
9.11.2011, 09:11

Ich hab bei Drei übrigens Latenzzeiten zwischen 25 und 35 ms (A1 ist noch geringfügig besser)

Bei einem Sender mitten im Wald - kabelgebundene Anbindung gibts an diesem Standort natürlich für niemandem, wie auch ...

Bandbreitenmäßig versucht man bei A1 pro Masten im Schnitt mindestens auf 300 Mbit zu kommen, wenn man auf Richtfunk ausweichen muss (bei Drei übrigens recht ähnlich)

Wie Sie auf Ihre schaudernden Angaben kommen kann ich nur erahnen.

Vielleichen haben Sie keine Ahnung oder völlig veraltete Hardware (die schon 1 ganzes Jahr alt ist zB), oder auch eine Kombination aus beiden.

Ich hab bei 40 % Empfang übrigens 20 Mbit Download (sowohl A1 als auch Drei --> die haben beide Antennen am selben Richtfunk-angebundenen Masten)

Alexander67
00
3.12.2011, 13:19

Schön für Sie.

Macademius
00
18.11.2011, 11:35
Eigentlich gebuehrt Ihnen nur eine Antwort.

Eine mit 4 Buchstaben + Rot.

##V+##
00
15.11.2011, 19:25
LOL @ Drei - das ist ein echtes Spaßnetz. Für User, die es in Wahrheit nicht brauchen.

Ansonsten zum Vergessen.

Wolfgang Ullram
00
9.11.2011, 19:48
Wie Sie auf Ihre schaudernden Angaben kommen kann ich nur erahnen.

selbst erlitten.

erst wavenet... mist erster klasse

brach alle 60 sek ab...manueller reset am kasterl...
absoluter holler
ein gewisser hr. römer, der goschert auftrat, er habe das netz selber geplant und aufgebaut hat es sich angesehen, wollte was machen...war nie wieder erreichbar.
mittlerweile ist er nimmer dabei.

dann 3
latenzzeiten wie beim 240 baud telefonhörermodem.
weil eben von mast zu mast...
ich bin 20 km südl. von wien, im ortsgebiet (10.000 EW) 800m vom kern!und nix geht.
net mal hsdpa...nur normales umts. 2011!!!
geht grad für ein smartphone aber net für 3 pc´s

und dann aufgegeben und telekom kabel graben lassen.
sonst wär ich hier offline und kann nur im büro online gehen
aber auch mit dsl nur 4 Mbit.
alles nur bla bla

FatFaceRicky
00
9.11.2011, 04:19

In OOe gäbe es das in *jeder* Gemeinde. Nur leider wird nix draus gemacht...

http://www.bbi-ooe.at/download/... tzplan.swf

Wolfgang Ullram
00
9.11.2011, 19:51
also

wenn ich mir das so anschau.... sehr engmaschig sieht das auch nicht aus.

aber mit dvb-t ists auch net besser
angeblich hätte ich laut karte indoor empfang mit zimmerantenne

in der realität gehts nur mit 12 element außenantenne (habe ich aber net aufgebaut, wollte redundante lösung wenn es mit dem sat aus irgendwelchen gründen net klappt)

aber pp folien für inverstorenpräsentationen sind geduldig

für mich zählt nur- hats der user dann ja oder nein

ein bisserl oder wenn .... dann... is nix

Ernährunshelfer
02
8.11.2011, 16:14

Das wird doch eh alles durch die Servicepauschale erledigt. So hat mans mir jedenfalls gesagt.

Muffel
 
00
9.11.2011, 00:22

ROFL!!!

Ernährunshelfer
00
8.11.2011, 16:13
Keine Sorge Leute!

Tony Bärlustconi
00
8.11.2011, 16:10
fast ganz Österreich

ist Breitband-Internet-Hinterland.

Denn fast alle haben gerade - je nach Datenaufkommen - so zwischen 50 und 200 KB/s.

Von MB können die bloß träumen, und das ganz sicher noch die nächsten 20 Jahre.

Dungeon
11
8.11.2011, 13:17

Vielleicht erstmal in ganz Wien 16 mbit statt,
"bis 2020 für alle Haushalte ultraschnellen Breitband-Zugang zum Internet"...

Bei mir in der Gegend verrotten leider auch die Telefonleitungen in der Erde :/ Kabel/Chello gibts garnicht.

herois
01
9.11.2011, 08:43

ja wien noch besser ausbauen bevor die anderen überhaupt breitband bekommen. des find i supa!

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