Adipositaschirurgie

Chirurgischer Kampf gegen Adipositas

7. November 2011, 10:12

In Österreich sind Schätzungen zufolge 500.000 Menschen von krankhafter Adipositas betroffen

Die Experten sind sich einig: ab BMI 40 liegt krankhafte Adipositas vor und da hilft in vielen Fällen nur mehr die Adipositaschirurgie. Betroffene gibt es in Österreich genug. Alexander Klaus, Leiter der Abteilung für Chirurgie am KH der Barmherzigen Schwestern in Wien, kann das bestätigen: "Wir müssen uns leider auf Schätzungen verlassen, aber jeder 10. Erwachsene in Österreich dürfte betroffen sein, eine Zahl jenseits der 500.000."

Die OP-Methoden, die derzeit ihre Anwendung finden, sind weitgehend risikofrei, so Stefan Kriwanek, Leiter der Chirurgischen Abteilung am Wiener Donauspital: "Hinsichtlich des immer wieder angefragten Operations-Risikos liegt es beim Magenschlauch etwas geringer als beim Bypass, allerdings ist letzterer eine Methode, mit der man bereits rund 50 Jahren Erfahrung hat. Eine Österreich weite Statistik aus 2009 weist insgesamt eine Letalität von 0,4 Prozent - das steht für 'sehr sicher'."

Die bariatrische Chirurgie findet auch unter Internisten zunehmend Akzeptanz. "Ab einem BMI 40  ist die Adipositaschirurgie die Therapie der Wahl. Gleichsam 'über Nacht' kommt es zum Verschwinden des Diabetes," betont  Alexandra Kautzky-Willer, Diabetes-Spezialistin und Ordinaria für Gender-Medizin an der Meduni-Wien.

Teufelskreis Adipositas

Klaus stimmt dem zu: "Der Nutzen des Eingriffs steht außer Zweifel. So identifizierte eine englische Beobachtungsstudie über 24 Jahre an 100.000 Frauen, Übergewicht als den einzigen unabhängigen Risikofaktor für frühe Sterblichkeit. Eine schwedische Studie an 2.000 Männern zeigte, dass die OP das Mortalitätsrisiko um 30 Prozent senkt. 'Zuwarten' entspricht nach heutigen Erkenntnissen einer verweigerten Hilfeleistung sowie der wissentlichen Steigerung des kumulativen Risikos für Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Karzinome."

Betroffen sind vom Übergewicht zwar generell mehrheitlich Männer, krankhaft adipös sind allerdings mehr Frauen, verbunden mit vielseitigen Problematiken. Beide Geschlechter zeigen meist ein metabolisches Syndrom mit hohem Blutdruck, geringem HDL, erhöhtem LDL, Arthrose mit Schmerzen in vielen Gelenken. Oft finden sich Depressionen durch die gesellschaftliche Stigmatisierung. Das eröffnet eine Art Teufelskreis, in dem Psychopharmaka zum Einsatz kommen, die selbst auch wieder gewichtsfördernd sind. So gut wie alle Betroffenen sind "Jojo-geschädigt". Der "gute Rat", doch mehr Bewegung zu machen, kann nicht mehr umgesetzt werden. Letztlich eine Situation, die direkt in den Diabetes führt mit all seinen Konsequenzen bis hin zur Dialyse. (red)

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14 Postings
blue notes
00
8.11.2011, 17:23
Objektiv ist anders. Dieser Artikel ist offenbar aus einer Jubelbroschüre kopiert.

Nirgends wird von den recht häufigen Verwachsungen im ganzen Bauchraum berichtet. Von den Komplikationen etwa bei Magenbändern. Von den Einbußen an Lebensqualität der Operierten. Die müssen tlw. alle drei Monate eine Spritze und ständig Tabletten als Nahrungsergänzung kriegen, für alles was mangels entnommenen Gewebes nicht mehr von selbst aufgeschlossen werden kann. Ganz zu schweigen von der veränderten Verdauung (in beiden Richtungen!) und deren tlw. unerträglichen Geruchsnoten. Und selbst dann gibt es noch Patienten, die Eiscreme oder Nutella erhitzen und trinken. Weil's gut ist? Oder gesund? Nein, das sind psychische Ursachen. Und die gehen auch mit "Joggen" nicht weg.
Das Thema hätte deutlich mehr Recherche verdient. Schade.

sowieso
00
8.11.2011, 10:47
klingt für mich unlogisch

ich kann mir nicht vorstellen, dass es so schlau ist, jemanden, der so dick ist zu operieren. früher sind ops verwehrt worden, wenn jemand zu dick war, wegen des risikos. und dann noch eine bauch-op. ist von haus aus sehr belastend für den organismus, vor allem, wenn da so viel fett durchgeschnitten werden muss. ist ja eine riesige wunde. und wenn dann noch diabetes mitspielt, verheilt das dann nicht ordentlich.

blue notes
00
8.11.2011, 17:26
Ist wohl auch eine Risikoabwägung.

Wenn ich schon so blad bin, dass ich demnächst eingehe, dann ist es schon wurscht, ob ich operieren gehe oder nicht.

Andererseits gibt es die Möglichkeit, etwa durch Einsetzen eines Magenballons schnell einmal viel Gewicht zu verlieren und dann zu operieren.

Plus Lucis
01
8.11.2011, 10:17

"Eine Österreich weite Statistik aus 2009 weist insgesamt eine Letalität von 0,4 Prozent - das steht für 'sehr sicher'.""

Das steht vor allem für sofortige 2000 Tote, wenn man der Schätzung 500.000 im Untertitel folgt und alle operieren will. Und wenn eine Studie über das Mortalitätsrisiko angegeben wird, dann *muss* dazugesagt werden, über welchen Zeitraum beobachtet wird. Die langfristigen negativen Folgen der Operationen wie Mangelernährung werden erst nach ein paar Jahren statistisch wirksam, da der Körper seine Reserven erst aufbraucht.

Daher leider: Diese Operationen sind in vielen Fällen angezeigt, aber die Informationen im Artikel sind keinerlei Entscheidungsgrundlage.

Corleone73
50
7.11.2011, 18:23

Adipositaschirurgie ist eigentlich abzulehnen, erstens ist das keine loesung, wer abnehmen will soll es tun, das is nicht unmoeglich, zweitens gibts häufig und auch schwere nebenwirkungen bzw. folgeschäden, somit eigentlich absichtliche schwere körperverletzung auf verlangen...

Fritz Meyer
00
8.11.2011, 10:10
Keine Ahnung.

Aber davon eine Menge.

Corleone73
00
8.11.2011, 10:13

Lass mich raten... Chirurg? Hätte mir nichts anderes erwartet...

Fritz Meyer
00
8.11.2011, 10:25
Falsch.

Und dabei wird's wohl auch bleiben.

Corleone73
10
8.11.2011, 10:27

schöseliger tastaturkrieger :)

Sabine Werner
01
8.11.2011, 08:33

diesen schwafel sagen sie dann mal einem 180kg mann, er soll mal so abnehmen - und dann raten sie ihm noch zu jogging - ist ja sicher urgesund..........
es ist ja wohl ein unterschied, ob jemand 20 oder 30 kg oder weniger abspecken sollte, oder viel mehr.

Bonair
03
7.11.2011, 22:05
Ich hab die Gebetsmühle zum Thema langsam satt, also:

Kommen Sie bitte auf der Stoffwechselambulanz, an der ich arbeite vorbei und erzählen Sie das, was Sie da geschrieben haben den Adipösen, die dort so vorbeikommen. Die werden sicher einen Haufen Körpergewicht verlieren während sie Sie jagen und verprügeln.

Corleone73
11
8.11.2011, 08:39

Ok mach ich, im gegenzug erkennen und behandeln sie die komplikationen von gastric bypass opfern...
Teils erhebliche komplikationen wie sie sicher wissen mit folgeeingriffen, so die komplikation überhaupt erkannt wird, der folgeeingriff stellt natürlich auch nur einen weiteren meilenstein zum verwachsungsbauch dar, den im übrigen dann kein chirurg mehr angreift...
Aber hauptsache man kann jungen frauen einen einfachen weg aus der adipositas versprechen...

MIP1
20
7.11.2011, 16:53
"Der 'gute Rat', doch mehr Bewegung zu machen, kann nicht mehr umgesetzt werden."

Wieso nicht?

OGHaha
01
7.11.2011, 20:05
Ganz einfach, lodens ihna mal 100 Kg auf den Rücken, dann red ma weiter.

Wohrscheinlich mochens keinen Meter sondern brechn sofort zusammen...

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