Barclays-Geldmarktsprinter

7. November 2011, 09:09
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Doppelter 3-Monats Euribor als Zinssatz - Von Thorsten Welgen

Analyse von www.zertifikate-investor.de: Investoren, die steigende Zinsen und die damit verbundenen Kursverluste in länger laufenden festverzinslichen Anleihen fürchten, engagieren sich bevorzugt in variabel verzinslichen Papieren. Deren Zinskupons richten sich nach transparenten und international anerkannten Referenzzinssätzen, wie sie etwa durch die European Banking Federation (EBF) ermittelt werden. Handelstäglich bis elf Uhr melden 44 große europäische und außereuropäische Geschäftsbanken für die Laufzeiten von ein bis drei Wochen sowie der Laufzeit bis zwölf Monate jeweils den Zinssatz, zu dem sie bereit sind, Termingelder von anderen Banken hereinzunehmen. Von diesen Geboten werden je Laufzeit die höchsten und niedrigsten 15 Prozent gestrichen, um „Ausreißer" zu eliminieren, die sich bei einzelnen Instituten aufgrund von Sondersituationen ergeben. Anschließend wird für jede Laufzeit ein Durchschnitt gebildet, auf drei Dezimalstellen gerundet und als Euribor (European Interbank Offered Rate) veröffentlicht.

Kupon in Höhe des doppelten Euribor mindestens 2,5 und höchstens 5 Prozent

Der Geldmarktsprinter von Barclays (ISIN: DE000BC0A1D0) bezieht sich auf den 3-Monats-Euribor. Die Zinsperioden betragen - vom Zeitpunkt der Festsetzung bis zur Zahlung - jeweils drei Monate; somit werden pro Jahr vier Kupons ausgeschüttet. Zur Ermittlung des ersten Kupons wird das 3-Monats-Euribor-Fixing vom 11.11.2011 herangezogen und mit dem Faktor Zwei multipliziert. Bei einem angenommenen Satz von 1,592 Prozent ergibt sich ein Kupon 3,184 Prozent, der am 11.02.12 zur Auszahlung kommt. Zugleich wird der neue Kupon für die folgende Periode ermittelt, welcher am 11.05.11 gezahlt wird.

Die Anleihe gewährt eine Mindestverzinsung (Floor) von 2,5 Prozent, wann immer der Referenzzinssatz unter 1,25 Prozent sinkt. Dieses Ausstattungsmerkmal wird finanziert durch die Akzeptanz einer Höchstverzinsung (Cap) von 5 Prozent. Sie wird aktiviert, sobald der Referenzzins 2,5 Prozent übersteigt. Die Anleihe wird mit 11.11.15 endfällig und zum Nominalbetrag zurückgezahlt. Die Bonität der Emittentin wird zurzeit von den Agenturen S&P mit AA- und Moodys mit Aa3 bewertet.

Bei Zeichnung bis zum 08.11.11 ist ein Ausgabeaufschlag von 1,5 Prozent zu entrichten; eine Vertriebsprovision in Höhe von 1 Prozent ist in den Preis der Anleihe eingerechnet.

ZertifikateReport-Fazit: Wer keine langfristige Zinsbindung eingehen möchte, kann auf den 3-Monats-Euribor setzen. Durch den Mindestkupon ist man gegen fallende Zinsen abgesichert, es ist jedoch zu beachten, dass es bei Euribor-Sätzen oberhalb von 2,5 Prozent aufgrund des Höchstkupons temporär zu Kursverlusten kommen kann.

 

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