Precise Pangolin

Ubuntu 12.04: Banshee raus, Mono wahrscheinlich auch

Andreas Proschofsky, 7. November 2011, 09:20
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    grafik: ubuntu

Planung für die LTS-Version: Image wird größer als eine CD, 64-Bit im Vordergrund - Nur wenige Updates von GNOME 3.4

Im Rahmen von "Ubuntu Developer Summits" (UDS) versammeln sich zweimal im Jahr zahlreiche EntwicklerInnen der Distribution, um die weitere Zukunft der eigenen Softwaresammlung zu planen. Vergangene Woche war es wieder soweit, im US-amerikanischen Miami widmete man sich ganz dem für Ende April anvisierten Ubuntu 12.04 - und entschied sich für einige zentrale Änderungen, wie WebUpd8 berichtet.

Kehrtwende

So sieht die aktuelle Planung vor, dass der Musikplayer Banshee wieder durch Rhythmbox ersetzt wird, erst vor wenigen Ausgaben hatte man den Wechsel in die exakt umgekehrte Richtung vorgenommen. Grund dafür ist, dass das Mono-basierte Banshee derzeit noch auf GTK+2 basiert, der alten Generation des grafischen Toolkits, das bei Ubuntu und GNOME im Vordergrund steht. Zwar ist eine Portierung auf GTK+3 im Gang, diese wartet bislang aber vergeblich auf eine aktualisierte Version von gtk-sharp, der GTK+-Bindings für Mono. Wie immer hängt dieser Schritt noch von der Erfüllung gewisser Voraussetzungen ab, vor allem die Integration von Rhythmbox mit der Unity Music Lens ist ein "Muss".

Mono-Fragen

Angesichts dieses Wechsels stellte man denn gleich die weitere Zukunft von Mono bei Ubuntu zur Disposition. Da im Default-Install sonst lediglich die Notiz-Anwendung Tomboy und das Spiel GBrainy Mono nutzen, überlegt man diese auch gleich zu entfernen - womit man sich den Platz für das freie .Net und all die zugehörigen Bibliotheken auf den CDs ersparen würde. Mono hatte in den letzten Jahren aufgrund seiner Natur als Reimplementation einer Microsoft-Technologie immer wieder für erbittert Streitigkeiten in der Community gesorgt, büßte zuletzt aber deutlich an Popularität als Entwicklungssprache ein. Dies wohl nicht zuletzt da man sich beim Mono-Projekt selbst zunehmend auf den mobilen Bereich konzentriert, zudem geht gerade im GNOME-Umfeld der Aufstieg von Vala mit diesem Trend einher. Dieses bietet einige der Möglichkeiten von Mono, erzeugt als Ergebnis aber reinen C-Code.

Remote

Eine weitere anvisierte Änderung an der Softwareausstattung von Ubuntu 12.04 ist der Austausch des Remote-Desktop-Clients Vinagre durch die mächtigere Alternative Remmina, die zudem statt dem klassischen rdesktop das modernere freeRDP nutzt. Abgelehnt hat man hingegen die Aufnahme diverser neuer GNOME-Anwendungen, etwa des File-Previewers Sushi oder von GNOME Documents. Ersteres weil es sich nicht gut genug mit Ubuntu integriere, letzteres weil seine Funktionalität zumindest in Teilen von Unity selbst abgedeckt wird. Bei all den Änderungen in der Softwareausstattung gilt, dass diese natürlich nur den Default-Install betreffen, über die Paketquellen des Projekts werden also auch künftig Banshee und Tomboy weiter zur Verfügung stehen.

Stabile Basis

Schon einige Tage vor dem UDS hatte Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth angekündigt, dass man für die anstehende "Long Term Support"-Release besonders auf Stabilität achten will. Entsprechend zurückhaltend will man sich für "Precise Pangolin" bei der Aufnahme neuer Softwareversionen geben. So sollen nur Teile des kommenden GNOME 3.4 übernommen werden, in vielen Fällen weiterhin die Pakete von GNOME 3.2 zum Einsatz kommen.

Ziele

Dazu kommen diverse Änderungen an den Eigenentwicklungen von Ubuntu: So soll etwa Unity so manch zusätzlichen Feinschliff erhalten, oder auch das Design des Login-Managers überarbeitet werden. Außerdem will man sich einmal mehr dem Software Center widmen, das nicht zuletzt signifikante Verbesserungen bei der Startzeit erhalten soll. Zudem wird hier eine eigene Kategorie für Videos eingerichtet.

Auslieferung

Aber auch in Fragen der Auslieferung der Softwareauslieferung hat man sich auf Neuerungen verständigt: So soll die seit den Anfängen von Ubuntu eingehalten 700-MByte-Grenze aufgehoben werden, mit 50 MByte mehr soll zusätzlicher Raum für Anwendungen geschaffen werden. Damit passt Ubuntu allerdings künftig nicht länger auf die meisten CD-Rohlinge, die NutzerInnen müssen also zu Alternativen wie USB-Stick oder DVD greifen. Mit der Beschränkung des Zuwachs auf 50 MByte will man verhindern, dass all zu viele Begehrlichkeiten eingebracht werden, und der Default-Install von Ubuntu 12.04 unnötig zugemüllt wird. Darüber hinaus soll bei "Precise Pangolin" erstmals die 64-Bit-Version der Distribution auf der Download-Seite in den Vordergrund gestellt werden. (apo, derStandard.at, 07.11.11)

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NORACSA
00
8.11.2011, 13:24
gottseidank rennt foobar auch unter linux!

alle anderen player sind ja leider eine ziemliche frechheit...

Gunther Blue
00
14.11.2011, 01:21
ist der portiert

Hat den jemand portiert?
Oder mienst du über WINE?
Ich frag mich schon: Warum hat den noch niemand portiert?
Von den Tollen Features ist ja eigentlich nur der Kern nicht ganz offen.
Sonst denke ich, dass da schnell die weiteren Features nach kommen würden.

Ist etwas was mir unter Linux fehlen würde (WINEe nicht ;) )

NORACSA
00
14.11.2011, 01:39
rennt über wine

wer nicht WINEt muss heulen ;-)

allerdings frage ich mich auch wieso den noch niemand portiert hat oder einen gscheiten clone geschrieben hat.
falls ich mal ganz viel zeit und langeweile haben sollte werd ich anfangen einen clone zu schreiben.

Abdul Alhazred
00
8.11.2011, 09:36

C# ist eine ziemlich gute Programmiersprache. Mono aber hat immer so einen schlechten Beigeschmack gehabt. Und ist das Projekt nicht gestorben, nachdem sämtliche Entwickler von Attachmate gefeuert worden sind? Heißt das jetzt nicht anders?

suka
00
8.11.2011, 12:44

Nein, Mono heißt noch immer Mono und wird praktisch vom identen Team weiterentwickelt. Haben sich aber nach der Attachmate-Geschichte unter dem Namen Xamarin selbstständig gemacht.

(°)(°)
00
8.11.2011, 02:39
Mono

is keine Entwicklungssprache.

C# is.

Aber C# und .Net können von mir aus ruhig auf Dosen beschränkt bleiben.

Haha.

derger
00
7.11.2011, 23:53

weiß jemand gach obs einen guten player unter ubuntu 11.10 mit tonspur hervorheben/wegfiltern gibt? brauch ich für meine gitarren-lern-cds.

ps: wer mit ubuntu unter unity unzufrieden ist, sowie ich, soll mal gnome 3 installieren. mir gefällts

John Matrix
00
8.11.2011, 09:01

Ubuntu kommt sowieso mit gnome 3 ob sie die gnome shell verwenden oder unity hat damit nichts zu tun.

derger
00
8.11.2011, 11:00

stimmt natürlich
gnome shell hab ich gemeint

der Pinguin
 
00
7.11.2011, 22:04
hmmm

also jetzt wieder ein mediaplayer wechsel.. das ist schwachsinnig. die ganzen listen, bewertungen, etc, wieder alles fürn hugo, sollte es kein upgrade-script geben.

im übrigen, ich mag unity, bedient sich eigentlich sehr gut, nur bei multi-window anwendungen ist es ein graus (gimp).

Est-dragon
00
8.11.2011, 09:03

DU musst ja nicht den Media-Player wechseln. Ist Banshee mal installiert, bleibt es auch installiert. Es geht nur darum, welcher Player standardmäßig bei einer Neuinstallation installiert wird. Und selbst dann ist Banshee nur ein "sudo apt-get install banshee" entfernt.

Banshee ist als Player zwar klar stärker als Rhythmbox, weshalb es eigentlich schmerzen sollte, dass er nicht mehr der default ist. Aber letztendlich wurde ein ganzes Framework NUR noch wegen der einen Anwendung installiert. Was auch nicht wirklich sinnig ist und ich die Entscheidung daher begrüße.

celesto
00
7.11.2011, 21:31

bin schon lange weg von Ubuntu, debian-based, aber nicht mehr ubuntu...waren ganz gut, aber leider nicht mehr.

Mosmo
00
7.11.2011, 21:11
Stabilität!

Ja, bitte! 10.10 ist so instabil. Nicht dass es ganz schlimm wäre. Aber bislang - 8.04 - war ich es einfach nicht gewohnt, dass sich das Kastl aufhängt. Jetzt passiert es hin und wieder (z.B. wenn ich mich abmelden will).

minor differences part 4
00
7.11.2011, 18:21

Was genau integriert sich bei Sushi nicht. Das ist das genialste neue Feature von Gnome3.2 meiner Meinung nach. Leertaste und das Ding öffnet einfach alles; pdf, jpeg, avi, usw. Und das alles sehr minimalistisch.

Est-dragon
00
8.11.2011, 09:05

Zum Bleistift lassen sich die "close, minimize, restore" buttons bei Sushi nicht nach links verschieben. Sein theming support ist also noch nicht ausgereift.

Fairy Tail
01
7.11.2011, 18:15

Ich fand Rhythmbox eh immer besser als Banshee, vor allem die Integration vom Aussehen her in Gnome fand ich am gelungensten. Allerdings sollten die Plugins mal aufgefrischt werden.

Eine Dateivorschau wie Sushi oder GloobusPreview sollte allerdings von Anfang an verbaut werden. Eines der features, die ich am meisten nutze, wenn ich im Dateiendschungel hangel.

--<1337>--
00
7.11.2011, 17:32

Ich habe Ubuntu vorgestern wieder mal auf einer VM installiert aber ich muss sagen seit Unity ist Ubuntu einfach nichts mehr für Power-User/Entwickler/Programmierer (also im Eindefekt nichts für mich), aber auch nichts für komplette Neulinge. Ubuntu wirkt von der Oberfläche her eher wie ein Kinderspielzeug. Ja klar jeder kann statt Unity wieder Gnome 3 installieren aber wenn ich meiner Schwester ihren Laptop mit Ubuntu aufsetz jammert sie das sie nichts findet und es einfach nicht intuitiv ist! Und dann alles so konfigurieren das wieder alles passt ist mir zu mühsam. Da kann ich mir ja gleich so wies im Moment ist ein Arch Linux aufsetzen dann ist alles so wie ich will. aber als Desktop kommt mir im Moment nur Debian ins Haus!

Andreas Grois
00
9.11.2011, 07:38

Ich bin da anderer Meinung. Es dauerte zwar ein paar Tage, bis ich mich in Unity halbwegs eingearbeitetet hatte, seither will ich aber ehrlich gesagt nicht mehr davon weg. Einziger wirklicher Kritikpunkt: Das globale Menü. Bei maximierten Fenstern super, bei allen anderen absolut beschissen.

Est-dragon
00
8.11.2011, 09:07

Jedem das seine. Mir gefällt Unity um Meilen besser als GNOME Shell. Aber setz deiner Schwester halt Arch auf, die freut sich dann sicher ;)

MartinS27
11
7.11.2011, 18:08

ich hab statt ubuntu zuletzt linux mint verwendet. und das jetzt auch runtergeschmissen. ich verwend jetzt windows 7.

F. Ritzl
11
8.11.2011, 05:54

da hör' ich vorher auf, irgendwas mit Computern zu machen ...

Megacruiser
00
7.11.2011, 17:10

Ich bin einer von denen die Unity recht gern haben (... Grund dafür ist wahrscheinlich die geringe Auflösung meines Monitors...). Trotzdem drängt sich mir in letzter Zeit immer mehr die Frage auf, ob dieses Interface nicht ebensogut (und mit weitaus geringerem Zeitaufwand), mit Extensions für die Gnome-Shell zu machen wäre.

Sulaweyo
00
8.11.2011, 10:12

Unity ist sicher gewöhnungsbedürftig gerade weil man gnome ja schon ewig einen sehr stabilen Eindruck macht. Unity wirft da einiges durcheinander.

Wenn man sich aber mal ein wenig damit auseinandersetzt ist es eigentlich recht schön gemacht und angenehm zu verwenden.

helpu
01
7.11.2011, 17:00
Gefährliches Halbwissen
04
7.11.2011, 20:25
Ich trau' mich wetten....

mit Lisa wird LinuxMint die Spitze bei Distrowatch erklimmen.

So eine angepasste GNOME-Shell, die den Spagat zwischen "GNOME2.x-Feeling" und "GNOME3-Technik" schafft, hätte Canonical auch fertiggebracht .... anstatt die Ressourcen in Unity zu verschleudern.

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