Guatemala wählt Ex-General Perez Molina zum Präsidenten

7. November 2011, 06:18
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Knapp 55 Prozent für rechtsgerichteten Politiker - 45 Prozent für Konkurrent Baldizon

Guatemala-Stadt - Die Bürger Guatemalas haben den rechtsgerichteten früheren General Otto Perez Molina (65) zum ihrem neuen Präsidenten gewählt. Bei der Stichwahl um das Amt des Staatsoberhauptes in dem mittelamerikanischen Land lag Perez Molina nach Auszählung nahezu aller Stimmen auf 54,5 Prozent uneinholbar vor seinem Rivalen, dem Jungunternehmer Manuel Baldizon (41). Für Baldizon stimmten 45 Prozent der Wahlberechtigten. Das teilte das Wahlgericht (TSE) in der Nacht auf Montag berichtete. Für den stimmten

Perez Molina, Chef der Patriotischen Partei (PP), war als Favorit in die entscheidende Wahl gegangen. Beide Kandidaten haben dem von Kriminalität, Gewalt und Armut geschwächten Land mehr Sicherheit versprochen. Baldizon war vor allem durch populistische Versprechen bekanntgeworden. Er hatte unter anderen die Todesstrafe für schwere Gewaltverbrechen gefordert und Armen und Alten finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Baldizon wurde dafür kritisiert, vom linken ins rechte politische Lager gewechselt zu sein. Zugleich setzte er sich gegen Gerüchte zur Wehr, seine Partei habe Gelder von Drogenbanden erhalten.

Konservativer Hardliner

Perez Molina ist der erste Vertreter aus den Reihen der Armee, der seit dem Ende der Militärdiktatur vor 25 Jahren wieder an die Spitze des mittelamerikanischen Landes rückt. Der Ex-General, der am Ende des blutigen Bürgerkrieges (1960-1996) in Guatemala das Friedensabkommen aushandelte, gilt als konservativer Hardliner, der vor allem die Kriminalität mit harter Hand bekämpfen will. "Ich werde unermüdlich dafür arbeiten, dass wir in Sicherheit leben können", betonte er bei seiner Abschlusskundgebung am Freitag. Baldizon hielt bei seiner letzten Veranstaltung vor der Stichwahl dagegen: "Wir werden nicht mehr in die Vergangenheit zurückkehren." Guatemala müsse sich erneuern.

Der neue Präsident tritt sein Amt als Nachfolger des linksorientierten Präsidenten Alvaro Colom am 14. Jänner 2012 an. Er übernimmt ein schweres Erbe. Guatemala ist mit 14,4 Millionen Einwohner das größte Land in Zentralamerika. Mit bis zu 50 Morden auf 100.000 Einwohnern gehört es nach El Salvador und Honduras zu den Ländern mit der höchsten Mordrate in Amerika. Die Gewalt hängt vor allem mit der Drogenkriminalität zusammen. (APA)

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    Ex-General Molina wird Guatemalas neuer Präsident

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