Wie die Banknotendrucker Geld machen

6. November 2011, 17:49
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Notenbank-Tochter engt ihre Geschäfte ein und bekommt Externe in den Aufsichtsrat

Wien - Die Banknotendruckerei OeBS ist zwar noch nicht alt, hat aber eine bewegte Geschichte. Ausgegliedert wurde sie 1998; um 225 Mio. Euro gebaut wurde sie unter Federführung von Nationalbank-Chef Adolf Wala mitten in der Stadt, hinter der Nationalbank (OeNB) in Wien-Alsergrund. Innerhalb der OeNB-Hierarchie genoss der Druckereichef traditionellerweise höchstes Ansehen. Ob Einkommen, Dienstauto, Parkplatz in der Garage (sic) oder sonstige Statussymbole: Er war der zweite Mann - gleich nach dem Gouverneur. Das hat sich inzwischen geändert - es ist aber auch viel geschehen inzwischen.

Denn die Dimensionen der Druckerei sind gewaltig, rund 500 Mio. Banknoten muss die OeBS im Jahr drucken, um auf gleich zu kommen. Mit dem Euro-Drucken war es da nicht getan; 2003 setzte es bei einem Umsatz von 26 Mio. Euro einen zweistelligen Verlust. Also gingen die Banknotendrucker auf Kundenfang im Ausland.

Aperçu zum Euro: Angeblich als Dankeschön für die Bewachung der Euro-Geldtransporte durch die Polizei subventionierte die OeNB 2003 den Verein der Freunde der Wiener Polizei mit 150.000 Euro - die Polizisten bekamen dafür 16 VW Polos. Wala ist Präsident des Vereins.

2004 schlitterte die Druckerei beim Druck von Singapur-Dollars ins Fiasko. Der Rechnungshof zerzauste die OeBS, die Chefs wurden vom Techniker Johannes Miller und vom pensionierten Notenbanker Michael Wolf abgelöst. Ihnen wurde Münze-Chef Kurt Meyer zur Seite gestellt. Er verließ die Münze später wegen gesundheitlicher Probleme und schräger Spesenabrechnungen. Laut Aufsichtsratschef Wolfgang Duchatczek will sich die OeBS nun aufs Euro-Drucken konzentrieren.

Aus der Notenbank ist zudem zu hören, dass der Aufsichtsrat mit OeNB-Fernen, wie Wirtschaftsprüfern, aufgestockt wird. (gra, DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2011)

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