Trend Freeski

"Wir sind keine Wahnsinnigen"

David Krutzler, 6. November 2011, 18:21
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    foto: gulsvik

    Matthias Mayr zieht eine Linie in Haines, Alaska. "Im richtigen Moment muss man ruhig und konzentriert bleiben."

Matthias Mayr und Matthias Haunholder leben vom Tiefschnee. Ihre besten Schwünge, Sprünge und Stürze schaffen es ins Kino

Wien - Natürlich muss man sich die Eiseskälte am Berg und den Höllenlärm noch dazudenken, das Knattern der Rotorblätter, die den frischen Pulverschnee auf dem Grat mächtig aufwirbeln und den blauen Himmel mit weißen Schlieren verdunkeln. Aber auch so hört sich die Geschichte aus Alaska gut an. "Wir haben nicht einmal gewusst, ob wir da aussteigen können", sagt Matthias Mayr. "Links geht eine Wand 300 Meter senkrecht runter. Rechts auch. Keiner sagt dir, ob diese Schneewechte hält. Und dann springst du einfach mit deinen Skiern aus dem Helikopter raus."

Mit diesen Bildern aus beeindruckender Natur, die Freiheit, Gefahr und Leichtsinn gleichermaßen suggerieren, verdient der 30-jährige Freeski-Profi aus Dross in der Nähe von Krems sein Geld. Sponsoren ermöglichen ihm, das als Beruf zu tun, was er sonst weniger professionell in seiner Freizeit getan hätte. Dafür werden die Geldgeber mit atemberaubenden Tiefschnee-Abfahrten beglückt, während deren ihre Produkte ins rechte Licht gerückt werden.

Auf der Leinwand

A History Of Snow heißt der neue Film, den Mayr in Eigenregie wieder mit Matthias Haunholder produziert hat. Erstmals wurde auch in Alaska gedreht. Als Wahnwitz will Mayr sein Tun in unbekanntem Terrain im Freeride-Paradies von Haines aber nicht abgetan wissen. "Das ist eine Mischung aus Erfahrung und Selbsteinschätzung. Aber mental ist es das Schwierigste: Irgendwo in der Wildnis zu stehen und keine hundertprozentige Sicherheit darüber zu haben, dass deine ausgesuchte Linie auch hält."

Mit weiteren Profis ließ sich Mayr auch im japanischen Niseko Hanazono, in Chamonix, Sotschi, Verbier, Sankt Moritz, Fieberbrunn und am Großglockner filmen. Die 43-Minuten-Produktion kostete nicht einmal 80. 000 Euro. Mayr: "Low Budget ist eine Untertreibung." Der teuerste Posten war der Helikopter in Alaska, für 60 Minuten werden 2800 Dollar fällig, während des 23-tägigen Aufenthalts wurde nur fünf Stunden lang gedreht. "Sobald der Pilot den Joystick angreift, läuft der Taxameter schon. Und er wird erst gestoppt, wenn er ihn wieder auslässt."

Der zweite Hauptproduzent des Films, der 31-jährige Tiroler Matthias Haunholder, stillt neben Dreharbeiten und Fotoshootings seine Sehnsucht nach Pulverschnee auch auf der Freeride World Tour. Diese vereint seit 2008 die besten Profis der Welt, auch 2012 ist Österreich mit einem Stopp in Fieberbrunn im Kalender vertreten. Die Freerider werden dabei von einer Jury beobachtet, die die spektakulärsten Abfahrten und Sprünge bewertet.

2009 gewann Haunholder als erster deutschsprachiger Athlet den Tourstopp in Tignes, in der Gesamtwertung 2011 belegte der Walchseer als zweitbester Österreicher hinter dem Salzburger Stefan Häusl (4.) Platz zwölf.

Internationales Interesse

Das Interesse an den Abenteuern der Freeski-Profis ist jedenfalls riesig. "Weil auch die Hobby-Skifahrer Sehnsucht nach unberührten Hängen bekommen", sagt Haunholder. So war eine Kino-Vorführung von A History Of Snow in Hamburg zweimal ausverkauft. "Wir haben Deutsche kennengelernt, die sich am Freitag zehn Stunden lang ins Auto setzen. Am Samstag gehen sie in Tirol Freeriden. Und am Sonntag fahren sie zehn Stunden zurück."

Am Freitag wird der Film als einer von fünf österreichischen Produktionen beim zweiten "Freeski Film Festival" im Wiener Wuk gezeigt. Neben Aufnahmen aus Indien oder Argentinien wird mit Check Your Risk auch ein Lehrfilm präsentiert, der sich mit Lawinengefahren auseinandersetzt. Der Tiroler Snowboarder Mitch Tölderer, Freeride-Weltmeister 2011, zeigt, wie sich Profis auf einen Tag im Gelände vorbereiten. "Wir Freerider sind keine Wahnsinnigen", sagt Mayr. Da muss man sich nichts mehr dazudenken. (DER STANDARD Printausgabe, 7. November 2011)

Link

http://www.freeski-filmfestival.at

derStandard.at-Filmtipp:

"The Art of Flight" mit den Snowboard-Szenegrößen Travis Rice, Scotty Lago, Nicolas Müller u.a.

Österreich-Premiere am 9. November im Wiener Apollo-Kino und am 12. November im Cineplexx-Kino Innsbruck.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 128
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Atheist von Gottes Gnaden
00
9.11.2011, 05:14

Zum Trailer von A History of Snow: Das sollte "An M-Line Production" heißen und nicht "A M-Line Production".

theFan
00
8.11.2011, 14:48

http://www.youtube.com/watch?v=Qh9FSgMLyHc

(ich hab nix gegen snowboarder)

donperleone
00
8.11.2011, 15:08

ja stimmt leider zum teil...

northrim
01
7.11.2011, 18:36

es stimmt schon dass viel vom snowboarden kam, aber Jahrzehnte davor gab es schon skiballet, Freestyle mit den irrsten Sprüngen (die lachen über boardersprünge, Sorry), buckelpiste, Skispringen etc etc... aber es ist Wurscht wer was zuerst machte --> sandkiste!
BTW finde ich dass boarden ausserhalb vom park praktisch tot ist, in sportgastein z.b. wo kein Park aber supergelände ist kannst die boarder an einer Hand abzählen und 2 sind mit mir unterwegs... Vorteil beim boarden: jeder noob kann ins Gelände, am Ski ist das schon was anderes...

uhu21
01
7.11.2011, 16:53
eigentlich geh ich seit jahren

tiefschneefahren, um genau solchen klugsch***ern nicht begegnen zu müssen. ab in die schneehölle mit euch!

Der Österreicher
13
7.11.2011, 16:47
A History of Snow: Nein Danke

Das ist einer der schlechtesten Trailer die ich je gesehen habe. 2 Bauernschädeln versuchen witzig zu sein. Als Hintergrund Klavier Geklimper. Bei dem Tiroler Kauderwelsch vergehts mir schon. Auf die billige Aufmachung ist man auch noch stolz. Wie kann man einen so coolen Sport derart in den Dreck ziehen?

Ganz anders der zweite Film: The Art of Flight: Die Amis zeigen wie es geht. Die Blu Ray hab ich soeben vorbestellt. Schon der voriger Film Thats is, thats all ist ein Meisterwerk.

http://www.youtube.com/watch?v=kh29_SERH0Y

fake vomit inc.
02
7.11.2011, 20:26
äpfel und birnen?

in "the art of flight" steckt ein millionenbudget. die allerfeinsten derzeit verfügbaren kameras, flugzeuge, die die 2 oder mehr helikopter filmen, die die boarder beim fahren filmen, und nicht zuletzt die momentan besten snowboarder überlassen bei so einer produktion nichts dem zufall.

wogegen der o.g. film kein projekt von marketingmenschen ist, sondern von ein paar freeridern, die mit müh und not die sponsorengelder auftreiben können, um so einen film auf die leinwand zu bringen.

donperleone
40
7.11.2011, 20:40

dann hätten sie es gleich lassen sollen...

donperleone
20
7.11.2011, 17:02

wer nach diesen beiden trailern den unterschied nicht begriffen hat dem ist nicht mehr zu helfen

Der Österreicher
00
7.11.2011, 18:54

Der Unterschied ist gravierend. In der Tat!

NaturRadler
00
7.11.2011, 21:27

natürlich ist der unterschied gravierend! das budget von TAOF ist um 100mal höher gewesen, als wie bei die pommesrutscher ;)

flixerl
11
8.11.2011, 09:35
budget:

nein das stimmt nicht .. art of flight hat offiziell ein budget von 2mio USD (check imdb) und die history of snow vögel inetwa 80.000 (=110k usd) also ist das buidget inetwa 20mal so gross. muss den vorschriebern reczht geben, der trailer wirkt so billig, ich kenn etliche leute (sowohl ski als acuh sboard) die selber filmen und dann schneiden/vertonen .. alleine wie am anfang die sponsoren praesentiert werden ist ein schlechter scherz, das kann ich beser nach einem eintaegigen adobe kurs. komisch und schade fuer die jungs ... da haetten sie aus 80k um einiges mehr rausholen koennen, vielleiht ist der ganze film dann ja besser. problem ist dass ich mir, wie viele andere, nach diesem trailer sicher nicht den ganzen streiffen antun werde...

NaturRadler
00
8.11.2011, 13:09

ok hast recht...hatte nur so ne grobe zahl im kopf. hab TAOF leider noch nicht gesehen...bin sehr gespannt, obwohl ich bisher eher negative aussagen darüber gehört habe.
Schaumamal

flixerl
00
8.11.2011, 14:23
budget:

sicher haben TAOF jungs einiges auch free von redbull bekommen, ist ja alles gebranded vom heli bis hin zu den stickern auf den boards etc. ABER: es geht nicht nur ums budget sondern auch um die umsetzung: wenn ich les die waren in Alaska Japan, in Chamonix, Sotschi, Verbier, Sankt Moritz, Fieberbrunn und am Großglockner frag ich mich ob die das geld sinnvoll eingesetzt haben. leiber fuer 300eur ne gopro (in TAOF sind wahnsinnsszenen mit gopro) und einen studenten der sich mit filmschnitt etc auskennt als nach japan zu reisen (da kosten fluege+unterkunft fuer die crew sicher auch einen 10er). anyways: fuer mich ist das unvergleichbar, fuer alle die TAOF nicht gesehen haben: anschauen weil das ist kein vergleich zu oben praesentiertem..

aron ralston
00
8.11.2011, 14:20

meine meinung zu taof:
aufnahmetechnisch/filmtechnisch der absolute wahnsinn, auch die mitwirkenden sind einfach weltklasse, aber meiner meinung nach kommt das boarden an sich etwas zu kurz im film... das haben sie in thats it thats all schon besser hingekriegt... und die musik war auch besser ;)

und naja, wenn tr und seine kumpels in hänge einfahren, bei denen sie schon vorher x lawinen losgetreten haben, is das wohl eher die falsche vorbildwirkung für so manche... ;)

und zu der szene in patagonien: ....

flixerl
00
8.11.2011, 16:16
taof

ja .. 100% argee find vom sboarderischen+sound auch thatsitthatsall besser .. und die ganze pataonieni reise haetten sie sich sparen koenenn .. die freeride aufnahmen in alaska sind einfach nur sic .. einige kikker krank va wenn man sieht was die beim first try (keine spuren) machen ,..

eltrombone
05
7.11.2011, 16:35
@donperleone

sorry, du hast dein brett vor dem kopf und nicht unter den füßen.

diese schei*** streitereien zwischen snowboardern und skifahrer, was ist besser, was war erster, tricks, können usw. waren schon in den 90er mehr als sinnlos.

jeder soll machen, was spaß macht. die skifahrer können/haben was von den snowboardern gelernt und sicher auch umgekehrt. in meinem kollegenkreis gibt es beides und wir kommen ausgezeichnet miteinander aus.

hört auf zu streiten und freut euch auf den winter!!!

donperleone
21
7.11.2011, 17:07

dann schau dir einmal an wie man von den hermann mayr klonen auf der piste bzw am lift behandelt wird... ski aufs board, stecken ins kreuz, pistenregeln kennen die meisten eh nicht mehr usw und sofort

Karlsonvon
10
7.11.2011, 15:42

Nein, keine Wahnsinnigen sondern Selbstmörder. In dieser Szene werden die wenigsten alt.

donperleone
01
7.11.2011, 15:36

Mein gott!der trailer is ja nu schlimmer als befürchtet! :-D

Jack Flash
02
7.11.2011, 15:26
darum ....

sparts ned beim glühwein - sparts ned beim speed ....

wie die werbung eines *SPORT-EXPERTEN* so schön verlautet - auf dass es mehr als 63 Tote beim Skisport in einer Saison gibt ....

Raymond Domenech
00
7.11.2011, 13:42
Einen gesunden Wahnsinn braucht man aber

um aus einem Heli in eine Schneewand zu springen :)

Ist ja nicht gerade ein Waldlauf am Wochenende.

tramezzino
00
7.11.2011, 14:25

das ist eh nur für ein paar profi freaks, da warne ich vor nachahmung....

englewood
05
7.11.2011, 12:10

"A History of Snow"....what a stupid title.

Der Freund Deiner Frau
00
7.11.2011, 14:06

indeed

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