Delegiertentagung

Offiziere machen sich für Wehrpflicht und Miliz stark

6. November 2011, 17:45

Darabos-Kritiker Paulus erhält Unterstützung aus SPÖ

Salzburg/Wien - Für Eduard Paulus ist seine Wiederwahl zum Präsidenten der Offiziersgesellschaft (ÖOG) ein klarer Auftrag: Der Salzburger Hofrat und Hauptmann der Miliz sah das Ergebnis als "Votum gegen den Minister und dessen Politik".

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) hatte im Juni dem Dachverband der ÖOG den wehrpolitischen Status aberkannt. Paulus war nämlich - wie Darabos selbst noch vor einem Jahr - vehement für die Beibehaltung der Wehrpflicht eingetreten, was dem Minister nach seinem Meinungsumschwung im Jänner nicht mehr ins Konzept passt.

Bei der Delegiertentagung am Samstag waren die Wehrsprecher aller Parteien - sämtlich Anhänger der Wehrpflicht - erschienen, die Haltung des Sozialdemokraten Stefan Prähauser wurde besonders ausgezeichnet: Er erhielt das Kommandeurskreuz der ÖOG.

Während die Offiziere einhellig für die Aufrechterhaltung der Wehrpflicht und die Erhaltung des Milizsystems eintreten, hat es um den Beschluss einer entsprechenden Resolution intensive Diskussionen gegeben: Die Stärkung der Miliz sollte nach dem ursprünglichen Resolutionsentwurf dadurch betont werden, dass die ÖOG im Gegenzug einen Abbau der Berufssoldaten fordert. Das aber ging den Berufsoffizieren, die ebenfalls im Präsidium der ÖOG vertreten sind, denn doch zu weit.

Beschlossen wurde dann die Forderung nach Wiedereinführung der (vom damaligen Minister Günther Platter abgeschafften) verpflichtenden Milizübungen und eine Forderung nach "Reduzierung der Militär- und Zivilverwaltung" im Verteidigungsministerium. Diese Formulierung dürfte auch Minister Darabos entgegenkommen, der entsprechende Pläne ausarbeiten lässt.

Darabos selbst hat in der Vorwoche Serbien besucht - ein Land, das die Wehrpflicht abgeschafft hat. Darabos hofft, für einen entsprechenden Schritt eine Mehrheit in Österreich zu finden.

Aufrüstung gegen Cyberwar

Ein weiteres Projekt des Ministers, die Aufrüstung des Heeres zur Abwehr von Internet-Attacken, nimmt derweil konkretere Formen an. Am Samstag erklärte der Minister zur bevorstehenden IKT-Sicherheitstagung seines militärischen Inlandsgeheimdienstes: "Die Abwehr von Angriffen auf die IT-Sicherheit ist eine der wesentlichsten Aufgaben der Zukunft. Diesen neuen Bedrohungen müssen wir mit neuen Kompetenzen begegnen." Das sonst streng geheim agierende Abwehramt zieht in dieser Woche militärische und zivile Sicherheitsexperten zusammen, um Strategien zum Schutz der Informationsinfrastruktur zu beraten. (cs, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2
talvisota
01
20.11.2011, 21:05
ich weiß nicht,

dass offiziere mehr vom heer verstehen, als politiker ist anzunehmen.

gelernte österreicher wissen, dass die vollmundigen versprechungen nicht gehalten werden. wenn das berufsheer kommt, wird es mit sicherheit teurer - bei gleicher leistung oder es gibt weniger leistung bei gleichen kosten. der entacher ist ja auch kein depp.

da die offiziere bereits alle einen posten haben und sich nicht persönlich an der wehrpflicht bereichern können, gibt es keinen grund für sie, nicht objektiv zu sein.

ANNOnymus
51
7.11.2011, 17:35

ES REICHT !
Natürlich wollen die militärs mehr militär und was sie nicht wollen ist ihren job verlieren .

KEINE SKLAVEREI MEHR !
KEIN WEHRDIESNT MEHR!

Kronenzeitungsleser
04
10.11.2011, 11:20
...ihre Inkompetenz reicht!

tock tock tock
06
9.11.2011, 10:01
Warum sollten die den Job verlieren?

Das sind entweder Berufssoldaten -> dann habens den Job sowieso (Mit oder ohne Wehrpflicht).

Oder es sind Milizsoldaten - die haben sowieso einen zivilen Beruf.

Michael Wehse
03
7.11.2011, 16:33
Erfahrung und Demokratie

Menschen, die die Grundlagen des Kriegshandwerks gelernt haben, wissen genauer als andere, was im Zuge militärischer Auseinandersetzungen alles geschehen kann. In einer Demokratie stellen Reservesoldaten eine große informierte Gruppe dar, die im Zweifelsfall eher zu einer friedlichen Entscheidung neigen wird und aufgrund ihrer Erfahrung davon überzeugen kann.

Belegen kann ich das nicht, jedoch mit einer Beobachtung untermauern:

Die militärisch perfekt gesteuerte Berichterstattung zum Kuwait-Einmarsch der Koalitionskräfte 1991 konnte mehrheitlich jene meiner Studienkollegen begeistern, die den Präsenzdienst noch nicht abgeleistet hatten. Nur überzeugte Pazifisten und Reservisten blieben skeptisch.

let's dance
 
00
7.11.2011, 15:18
Wehrpflichtige werden

bei (möglichen) zukünftigen Unruhen vielleicht nicht so ohne weiteres auf das eigene Volk schiessen wie hauptberufliche bezahlte Militärs.

Das ist für mich derzeitig der einzige (egoistische) Grund weshalb ich die Wehrpflicht derzeit noch befürworten könnte.

Für Österreich gäbe es mit Sicherheit bessere und effizientere Alternativen als unser momentanes BH.

Pauli Feuerstein
25
7.11.2011, 10:33
schreibtischtäter darabos

der mann ist verwirrt wie sonst niemand in der regierung. ist halt doof wenn man sich mangels eigener konzepte gedrungen fühlt, krone-politik zu exekutieren! :)

er könnte jedoch zumindest für die spö eine "nachwuchs" hoffnung darstellen, für den rest der bevölkerung ist er ein schlechter burgenländerwitz!

ceiberweiber.at
40
7.11.2011, 13:41
unsinn

er hat die nato am hals, da hat er absolut recht und leider keine unterstützung von denen, die nur an ihren schrebergarten denken. es wäre alles viel einfacher, hätte er in dieser hinsicht verdiente solidarität. dann könnte man ganz ohne druck über die probleme diskutieren, die es gibt - denn man muss so offen und ehrlich wie noch nie debattieren, wenns um die zukunft des heeres geht. da hat er sicher auch viele chancen nicht genützt - aber eben auch, weil viele sowieso alles von ihm kritisiert haben. es gab viel kindische, trotzige, dumme reaktionen - allerdings auch von kammerhofer.

Folgendes...
 
01
7.11.2011, 17:28
Auch wenn ich die Frage bereuen werde...

Was genau meinen sie mit dem wiederholten "hat die nato am hals"?

Die Nato kann sich wünschen - wie jede andere Organisation auch. Und weiter? Wir sind meines Wissens nach in der PfP, beteiligen uns auch an Übungen...

Pauli Feuerstein
00
9.11.2011, 08:53
.... diese formulierung in der überschrift ...

... echt witzig! :))

DiscoDiskurs
30
7.11.2011, 10:00

Die ÖOG verrennt sich, meiner Ansicht nach, immer mehr in einer bloßen Blockierer-Haltung. Ein deutliches Zeichen dafür ist der Paulus-Sager zur eigenen Wahl ("Votum gegen den Minister"). Seine einzige Daseins-Berechtigung ist gegen etwas zu sein... Das sagt schon einiges, finde ich.

ceiberweiber.at
30
7.11.2011, 13:12
schon....

es ist aber etwas, das sich im kreis dreht bzw. wo es eine spirale gibt - nichtkommunikation und kammerhofer spielen auch eine rolle, da ist von beiden seiten im grunde vor allem bockigkeit gegeben, keinesfalls aber ein gemeinsames, grosses granzes....

somussesnichtsein
21
7.11.2011, 08:55
natürlich sind die offiziere

gegen ein berufsheer.

das würde doch ihre bequemen posten gefährden!

Lt K.....
01
26.11.2011, 15:40

Gewöhnliche Grundwehrdiener sind für Kdten eine größere Herausforderung als freiwillige PiAD, da letztere im Großen und Ganzen eine höhere Leistungsbereitschaft aufweisen und sich eher mit dem militärischen Umfelde abfinden.

45 GWD im Zug zu führen braucht mehr Durchsetzungskraft als 45 EF zu führen.

Nur brauchen wir den Grundwehrdienst als Basis zur Rekrutierung neuer Soldaten, ohne GWD sähe es in Bälde äußerst düster aus.

Nennt mich Loretta
01
7.11.2011, 13:09
Was, glauben Sie, ist für Offiziere bequemer?

Einen Haufen Grundwehrdiener zu befehligen oder einen Haufen Berufssoldaten?

Pauli Feuerstein
12
7.11.2011, 10:31
irrtum!

leo lander alias mont tatont
53
6.11.2011, 19:18
die Kuchenesser fürchten um ihre Posterl

Wenig Soldaten, wenig Kuchenesser, weniger VP Wähler.

O5
20
6.11.2011, 19:41

Exakt. Die Tatsache dass sich das Bundesheer so radikal dagegen wehrt zeigt nur wieviel Einsparungspotential es da gäbe.

tock tock tock
02
9.11.2011, 10:02

Das ist Schwachsinn!

ceiberweiber.at
10
7.11.2011, 08:13
die ressourcen werden nicht mehr

einsparen kann man personal ja nur längerfristig, dh es geht darum, die vorhandenen ressourcen besser zu nutzen, finanziell und personell.

Fisch Suppe
24
6.11.2011, 22:36
bitte zuerst nachdenken

Wenn man schon als nickname das einstige Widerstandsbewegungszeichen "05" wählt und damit zeigt, wo man ideologisch steht, sollte man ein bisserl nachdenken, wohin uns ein Berufsheer führen kann! Das führt uns schnurstracks in ein autoritäres System, wie man es in Österreich z.B. ab 1934 beobachten konnte.

Regelmäßige allgemeine Wahlen nach den Prinzipien des Verhältniswahlrechts und auch die allgemeine Wehrpflicht sind Merkmale für einen Staat, bei dem das Recht vom Volk ausgeht, und nicht von einer elitären Clique in Brüssel, Berlin oder Gütersloh, was insbesondere bei einer EU-Berufsarmee zu befürchten ist.

Clemo
21
7.11.2011, 06:49

Es gibt sicherlich Vor-und Nachteile von Berufsheer und Milizheer.
Aber "schnurstracks" führt uns ein Berufsheer sicher nicht in einen Bürgerkrieg wie 1934. Länder wie Australien, England und Co haben seit einigen Jahren ein Berufsheer und sind garantiert im Bogen dessen, was man Demokratie nennt.

Der Ruhestifter
 
32
7.11.2011, 00:23
Deswegen haben die usa wehrpflicht und russland nicht!

Oder ist es umgekehrt? Ach, egal! Was zählen für typen wie dich schon fakten?

Nennt mich Loretta
12
7.11.2011, 12:49
Erkundige Dich lieber mal wann und warum die USA die Wehrpflicht quasi abgeschafft haben.

PS: In den USA gibt es noch die Wehrpflicht. Sie wurde nur ausgesetzt.

Der Ruhestifter
 
21
7.11.2011, 18:53
Dein arrogantes herumgekeife kannst du dir sparen

Fischsuppe hat behauptet, wehrpflicht gehöre zu den kennzeichen von staaten, in denen die macht vom volke ausginge.

Die tatsache, dass in halbwegs funktionierenden demokratien, wie den usa, uk, frankreich, die wehrpflicht abgeschafft wurde, während sie in ganz schlecht funktionierenden demokratien wie russland und der türkei, aber auch in offenen diktaturen wie syrien besteht, zeigt, dass diese behauptung lächerlich ist. Und zwar völlig unabhängig davon, was die gründe für die aussetzung der wehrpflicht in den usa waren.

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