Lehrer und Eltern beklagen autoritären Führungsstil der Direktorin
Linz - Das Schuljahr ist gerade einmal acht Wochen alt und heute, Montag, tritt an der Volksschule 50 in Linz bereits die zweite Direktorin ihren Dienst an. Ihre Vorgängerin ist auf unbestimmte Zeit in Krankenstand, die ablehnende Haltung gegen ihre Person habe sie "nervlich fertig gemacht", berichtet Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. Auf einer Versammlung vorige Woche hatten Eltern einen "Schulstreik" beschlossen.
Die Direktorin habe an der Volksschule im Linzer Stadtteil Oed ein Klima der Angst geschaffen, halten Lehrer ihrer neuen Vorgesetzten vor. Von Verboten und Schikanen ist die Rede, Veranstaltungen wie "Schule am Bauernhof" seien abgesagt worden. Auch hätten Eltern nicht mehr wie bisher mit ins Klassenzimmer gedurft. Den autoritären Führungsstil und die angeblich rücksichtslosen Umgangsformen wollen Eltern und Lehrer nicht hinnehmen.
Die Direktorin habe "zugegebenermaßen etwas ungeschickt" agiert, gibt Enzenhofer zu. Ihr Vorgänger an der VS 50 sei "sehr großzügig" gewesen. Diese Freiheiten von heute auf morgen zu streichen, habe für Ärger gesorgt. Doch das "vergiftete Klima" lasse sich nicht allein damit erklären. Laut Enzenhofer mache vor allem eine Lehrerin, die sich ebenfalls um den Direktorenposten beworben hatte, Stimmung gegen die Neue.
Schon seit der zweiten Schulwoche sind Bezirks- und Landesschulinspektoren ständig an der VS 50, um zu kalmieren - ohne Erfolg. Die Lehrerin, die sich im Hearing geschlagen geben musste, "macht Randale und husst Teile der Lehrer und Eltern auf", nimmt Enzenhofer kein Blatt vor den Mund. Jetzt sollen mit dem Schulstreik auch noch die Kinder instrumentalisiert werden.
Um einen geregelten Schulbetrieb zu ermöglichen, hat er eine Entscheidung getroffen. Solange die Direktorin wegen ihrer angegriffenen Psyche krank geschrieben ist, wird vorübergehend eine "erfahrene Leiterin einer anderen Schule" an die VS 50 kommen. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, Printausgabe, 7.11.2011)