Coaches sollen Jugendliche unterstützen - Hundstorfer: Investitionen von 10 Millionen Euro
Wien - Die Lehrlingssituation in Österreich ist verfahren.
Einerseits suchen viele Betriebe verzweifelt nach Nachwuchs,
andererseits stehen tausende Jugendliche ohne Job da. Derzeit kommen
7.035 Suchende auf 4.991 Lehrstellen. Das liegt auch daran, dass sich
viele auf das gleiche Berufsbild konzentrieren, etwa Automechaniker
oder Einzelhandelskauffrau. Oft machen den Jugendlichen auch
mangelnde Deutsch- und Rechenkenntnisse zu schaffen. Wirtschafts- und
Sozialministerium investieren nun 10 Mio. Euro in die
Lehrlingsausbildung. Sogenannte Coaches sollen die Jugendlichen
unterstützen.
"Wir versuchen jetzt mit einem weiteren Programm gerade in Wien,
Niederösterreich und der Steiermark gegenzusteuern", sagte
Sozialminister Rudolf Hundstorfer in der "Zeit im Bild" des ORF
(Samstag). Die Jugendcoaches sollen in die Schulen gehen und die
Jugendlichen bei der Lehrstellensuche und dann später im Betrieb
unterstützen.
Auch Migranten, die Schätzungen zufolge doppelt so stark von
Arbeitslosigkeit betroffen sind, sollen bei der Jobsuche besser
unterstützt werden, und zwar durch ein neues Gesetz, das dem
Arbeitsmarktservice (AMS) erlaubt, Daten zum Migrationshintergrund zu
sammeln. Derzeit darf das AMS nur die Staatsbürgerschaft und die
Sprachen der betreuten Personen erheben, nicht aber deren ethnische
Herkunft. Die Regierung will das ändern, denn nur so könne man
gezielte Schulungen anbieten. Das neue Gesetz soll am 1. Jänner in
Kraft treten, berichtete die "ZiB" am Sonntag. Zusätzliches Geld für
die Betreuung von Migranten wird aber keines lockergemacht.
Die von Sozialminister Rudolf Hundestorfer (SPÖ) und
Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) gewünschte Verbesserung
der Betreuung von Personen mit Migrationshintergrund beim
Arbeitsmarktservice (AMS) soll am Dienstag die Hürde im Ministerrat
nehmen. (APA)