AMS soll Daten über Migrationshintergrund erheben dürfen

6. November 2011, 13:54
  • Daten zum Migrationshintergrund soll das AMS künftig sammeln dürfen, nur so könne man
gezielte Schulungen anbieten.
    foto: apa/techt

    Daten zum Migrationshintergrund soll das AMS künftig sammeln dürfen, nur so könne man gezielte Schulungen anbieten.

Coaches sollen Jugendliche unterstützen - Hundstorfer: Investitionen von 10 Millionen Euro

Wien - Die Lehrlingssituation in Österreich ist verfahren. Einerseits suchen viele Betriebe verzweifelt nach Nachwuchs, andererseits stehen tausende Jugendliche ohne Job da. Derzeit kommen 7.035 Suchende auf 4.991 Lehrstellen. Das liegt auch daran, dass sich viele auf das gleiche Berufsbild konzentrieren, etwa Automechaniker oder Einzelhandelskauffrau. Oft machen den Jugendlichen auch mangelnde Deutsch- und Rechenkenntnisse zu schaffen. Wirtschafts- und Sozialministerium investieren nun 10 Mio. Euro in die Lehrlingsausbildung. Sogenannte Coaches sollen die Jugendlichen unterstützen.

"Wir versuchen jetzt mit einem weiteren Programm gerade in Wien, Niederösterreich und der Steiermark gegenzusteuern", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer  in der "Zeit im Bild" des ORF (Samstag). Die Jugendcoaches sollen in die Schulen gehen und die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche und dann später im Betrieb unterstützen.

Auch Migranten, die Schätzungen zufolge doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind, sollen bei der Jobsuche besser unterstützt werden, und zwar durch ein neues Gesetz, das dem Arbeitsmarktservice (AMS) erlaubt, Daten zum Migrationshintergrund zu sammeln. Derzeit darf das AMS nur die Staatsbürgerschaft und die Sprachen der betreuten Personen erheben, nicht aber deren ethnische Herkunft. Die Regierung will das ändern, denn nur so könne man gezielte Schulungen anbieten. Das neue Gesetz soll am 1. Jänner in Kraft treten, berichtete die "ZiB" am Sonntag. Zusätzliches Geld für die Betreuung von Migranten wird aber keines lockergemacht.

Die von Sozialminister Rudolf Hundestorfer (SPÖ) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) gewünschte Verbesserung der Betreuung von Personen mit Migrationshintergrund beim Arbeitsmarktservice (AMS) soll am Dienstag die Hürde im Ministerrat nehmen. (APA)

Share if you care
24 Postings

Der AMS Berater darf also jetzt fragen:"Hod dei Muada mid an Dschuschn budat?"

[...] denn nur so könne man gezielte Schulungen anbieten [...]

Hört sich ja toll an - aber was genau steckt dahinter???
Die Muttersprache darf bereits erhoben werden (also deutsch/türkisch/rumänisch/... Kurse anzubieten dürfte nicht das Ziel sein).

Wozu braucht man den Migrationshintergrund denn noch?
Menschen mit chinesisch/japanischen Wurzeln bekommen Messer/Gabel Unterricht?
Russen werden im Wodkaverzicht unterrichtet?
Franzosen im Genießen von Einheitskäsebrei?
Engländer bekommen Kaffeeförderkurse?

Bitte um weitere Anregungen für "zielgerechte" Kurse!

...

waehrend sich die fetten und wohlhabenden beamten durch psychologen unterstuetzen lassen sollen die die die vierfache leistung bringen gecoacht werden. es ist wie 1945.

Ja ja der Konjunktiv is a Hund...

Der Satz "Nur so könne man in Zukunft ...." liefert also nun amtlich den Beweis dafür, daß alle bisherigen AMS Schulungen also vollkommen ungezielt erfolgt sind.
QED.
Und für Wien kann ich Ihnen jetzt schon sagen, wer dann die "Ausschreibung" gewinnen wird, und die Schulungen/Coachings durchführen wird, es sind immer die üblichen Verdächtigen.

Das erinnert mich an ein Interview über Häftlinge in Österreich vor ein paar Monaten. Tenor des Ganzen: Ausländer werden nicht öfter straffällig als Staatsbürger. Darauf die Frage nach dem Migrationshintegrund der "Staatsbürger". Antwort: Das kann man nicht beantworten, denn die Erhebung der Abstammung würde ja den ersten Schritt hin zum "ethic profiling" eröffnen, Staatsbürger ist nunmal Staatsbürger, zumindest für die Statistik...

Ausbildung hilft.

Vielleicht sollte man VORHER ohne PC-rosa-Brille einmal hinterfragen, warum die Jugendlichen mit Migrationshintergrund so oft keine vernünftige Ausbildung haben.
Vielleicht sollte man sich einmal fragen, ob diese bereichernde Kultur nicht das Problem ist.

Grandiose Idee.
Dann bitte auch gleich Armbinden mit Halbmond oder so verteilen - da muss man konsequent sein.

das tun sie beim AMS am liebsten:

Belastungsmaterial sammeln, um es irgendwann gegen die "KundInnen" verwenden zu können, das ist ja das Einzige, was die können: die Leute aus ihrer "Betreuung" hinauszuekeln, anstatt ihre faulen Hintern in die Höhe zu kriegen und in die Büros und Betriebe zu gehen und seriöse Arbeitsplätze aufzustellen! Warum inserieren viele Betriebe denn lieber in der Zeitung, als beim AMS zu suchen? Weil von AMS-Betreuern nichts zu erwarten ist, null Engagement, null Kompetenz, null Verantwortung, ab in den nächsten Deppenkurs mit ihren Schäfchen, und die Statistik stimmt, alles andere ist denen wurscht

Wachen sie auf.

Jeder AMS Berater der in der früh aufsteht, seinen Job die Woche macht zeigt schon mehr Kompetenz, Engagement und Verantwortung als 80% der jungen Arbeitslosen.

Wie unfähig muss man sein, in diesem Land KEINE Lehrstelle zu bekommen.

Das AMS ist kein Arbeitsplatzbeschaffer, sondern ein Arbeitslosenverwalter. Und das meine ich nicht zynisch, sondern das ist einfach so, das ist, zusammengefaßt, der Arbeitsauftrag des AMS.

Und was tut ein Verwalter? Genau - er verwaltet. Dazu gehören u.a. Aufzeichnungen, die das Verwalten unterstützen. Vielleicht gibt es auch einen Auftrag von anderer staatlicher Stelle, solche Aufzeichungen wie die hier diskutierte anzulegen, wer weiß? Das wäre dann aber legal.

Es gibt auch Jugendliche ohne Migrationshintergrund mit Defiziten beim Rechnen, Lesen und Schreiben. Das AMS sollte Kenntnisse in diesen Bereichen testen und die Betroffenen in entsprechende Kurse schicken- sozusagen Nachhilfe für das, was sie in der Schule nicht gelernt haben.

Kann denn das ein Problem sein ?

Schafrsinnige AMS Mitarbeiter erkennen doch wohl die verbalen Fähigkeiten bzw. Mängel der Arbeitsuchenden. Da kann es doch kein Problem sein im Karteiblatt ein entsprechendes Kennzeichen zu setzen ohne dass gleich alle Gutmenschen und Datenschützer aufheulen. Schließlich gibt es auch in der Sprache der eingeborenen Unterschiede von "Schönsprecher" bis "Dialektsprecher".- oder ist es schon ein Verbrechen, wenn das festgehalten wird ? Oder ist etwa schon die Erhebung von persönlichen Voraussetzungen ein Verbrechen ?

Da gibt's auch noch das Datenschutzgesetz.

Man kann alles übertreiben !

Es ist aber schon schwer Arbeitskräfte zu vermitteln ohne deren Qualifikation zu beschreiben. Und die Möglichkeit zur verbalen Kommunikation ist, mit Verlaub, doch auch wichtig für die Ausübung der meisten Berufe. So ist z.B. ein Kranfahrer, der nicht deutsch spricht, für eine Baustelle mit vornehmlich deutschsprachigen Arbeitern ungeeignet, weil er die Anweisungen seiner Kollegen nicht verstehen kann.
Deutsch sollte auch in gemischtsprachigem Arbeitsumfeld (und in unserem Land) das gemeinsame Kommunikationsmittel sein.

Euphemismen waren ein Kernmerkmal der nationalsozialistischen Sprache.

Ebenso wie der Sprache der modernen Arbeitswelt. Oder jener der politisch korrekten Politik. Oder tausender anderer Sprachen.

der Traine (Erwachsenenbildner) bekommt 11€ /Std

Beim Coach (Jugedlichenbildner) werden's dann wohl 5,50 €.

Billiger gibt's keine Marktreife.

aha, grade lief eine Volkszählung, und keineR fiel das auf... den die Methoden haben sich geändert.

Und wie es scheint, ist das AMS eventuell in die Minderheitenerfassung involviert, verfeinernd, sozusagen?
Im AMS-Computer landen im Jahr mindestens 700.000 Personen, mitsamt ihren persönlichen Daten und mitsamt der Daten ihrer im gemeinsamen Haushalt lebenden.
Lebenslänglich bleiben diese Daten gespeichert!
Supi - oder. Solchen Einblick in völlig private Daten hat die Bullerei nie, außer... es gäbe mal eine klitzekleine Vernüpfung.
Die mit den Sozialämtern gibt es ja ganz offiziell schon (Mindestsicherung). Und somit werden diese Datenerhebungen echt gefährlich für die Betroffenen.
Es braucht sich ja nur das System verschärfen - siehe Ungarn.

Also ich kann mir beim besten Willen kein Kurs-Szenario vorstellen, bei dem die Angabe der Sprache und Nationalität nicht völlig ausreichend wäre. Was will das AMS mit der - im Grunde für den Arbeitsmarkt völlig irrelevanten - ethnischen Herkunft anfangen, welche "gezielten Schulungen" lassen sich "nur so" anbieten?

gezielte Schulungen

Vielleicht meinen die, dass man Lehrstellensuchenden beibringen muss, dass sie sich in der Firma auch von einer Frau etwas befehlen lassen müssen, ohne auf das Kopftuch bei dieser bestehen zu können....

und dann zaubert das AMS einfach passende Jobs herbei?

genauso ein Bullshit wie wenn wiedermal vor einer Wahl gesagt wird "stellen wir x Mio Eur zur Schaffung neuer Jobs zur Verfügung" wo ich mir immer denk wie schafft man Stellen?

Ich weiss zuminest, dass meine derzeitige AMSTussn Migrationshintergrund hat (nein, sie hat kein Kopftuch),. kommt aus Kroatischer Gegend. Noch mehr einbildet als die hiesigen Tram...fahrerinnen.

ziemlich dumme idee

das ams ist jetzt schon nicht in der lage aus den vorhandenen daten auch nur die minimalsten logischen schlüsse zu ziehen

das thema "ethnische herkunft" ist ein paradebeispiel, wo das ams wieder die haarstreubendsten geschichten erfinden wird

beispiel: ein maschinenschlosser mit gesellenprüfung geht "in die schicht" bei einem produktionsbetrieb, wird gruppenführer, schichtleiter .. erfolgreich .. die produktion wird ausgelagert .. das ams sucht arbeit für einen angelernten arbeiter, 52 jahre .....

die tochter des österreichischen botschafters in kirgistan (dort ist keiner) der eine "einheimische" geheiratet hat, bricht ihr studium ab und meldet sich beim ams - "zentralasiatisches nomadenvolk, keine ausbildung...

Bitte, ich versteh Ihr geschreibsel nicht.
Was ist mit dem Maschinenschlosser? Ist er 52 Jahre alt und findet nix?
Und was ist mit der Tochter des österr. Botschafters in Kirgisistan?? Dort gibts gar keinen oder was??!
Bitte um Aufklärung, ist ja vielleicht ganz interessant, was Sie zu sagen haben. So allerdings - njet.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.