Freund von Plech verdiente an Buwog-Privatisierung

6. November 2011, 12:49
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Immobiliensachverständiger war Subunternehmer von Lehman Brothers

Wien - Die Privatisierung der Bundeswohnungen (Buwog) im Jahr 2004 war nicht nur für Freunde des damaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser ein gutes Geschäft. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" soll auch ein Freund und Geschäftspartner des Immobilienmaklers Ernst Karl Plech, ein Immobiliensachverständiger, daran verdient haben. Der Mann, früher Mitarbeiter in Plechs Maklerbüro, habe einen Subunternehmerauftrag von der US-Investmentbank Lehman Brothers erhalten. Diese war im September 2002 von Grasser mit der Abwicklung der Buwog-Privatisierung beauftragt worden. Plech war Mitglied jener Kommission, die den Auftrag an Lehman vergab.

Lehman habe für für die Bewertung der Buwog-Immobilien die Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG engagiert, schreibt das Magazin. Auch Plechs Freund habe sich um den Auftrag beworben. Das "profil" zitiert hierzu aus einer Aktiennotiz aus der im Finanzministerium zuständigen Kommission vom Oktober 2002: Demnach verwies der vom Ministerium eingesetzte Verfahrensanwalt in diesem Zusammenhang auf Plech "und empfiehlt ein Gespräch mit ihm, insbesondere was allfällige weitere bzw. andere Subunternehmer betrifft." Kurz darauf habe KPMG Plechs Freund als Sachverständigen zur Schätzung der Bundeswohnungen engagiert.

"Üblicher Satz"

Zu seinem Honorar wollte sich Plechs Freund gegenüber "profil" nicht äußern. "Es war ein üblicher Satz", wird er zitiert. Plech wollte gegenüber dem Magazin keine Stellungnahme abgeben.

Die Ermittler der "Soko Constantia" bezeichneten in ihrem Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft die Beziehung zwischen Plech und seinem Freund als "aus kriminalistischer Sicht auffällig", so das Magazin.

Plechs Freund ist laut "profil" im Jahr 2003 von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) mit der Bewertung eines prominenten Wohnungspakets beauftragt worden. Bei der Aussiedlung des Finanzministeriums aus der Himmelpfortgasse sei er ebenso zum Zug gekommen wie bei den Bundesforsten. (APA)

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