Akteneinsichtraum & Co.

Wie das Parlament den U-Ausschuss vorbereitet

6. November 2011, 09:04
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    apa-foto: roland schlager

    Der Sitzungssaal des Nationalrats.

Abgeschottete Räume, vertrauliche Schriftstücke und elektronischer Faksimilieschutz

Wien - Räumlichkeiten adaptieren, Personal bereitstellen - der parlamentarische Untersuchungsausschuss zu diversen Korruptionsaffären bedeutet auch für die Parlamentsdirektion jede Menge Arbeit. Mit den Vorbereitungen hat man im Hintergrund schon vor dem offiziellen Beschluss begonnen, wie Wolfgang Engeljehringer, Koordinator für U-Ausschüsse in der Parlamentsdirektion, im Gespräch mit der APA erklärte. Das Hohe Haus ist jedenfalls startklar: Sobald etwa die Aktenanforderung beschlossen ist, könne der spezielle Akteneinsichtraum kurzfristig eingerichtet werden.

In diesem Raum werden die Akten, die dem Parlament für den U-Ausschuss geliefert werden, gelagert und gescannt. Gleichzeitig können hier die Abgeordneten in die Schriftstücke Einsicht nehmen. Schon im Vorfeld wurde beispielsweise geklärt, ob die Scanner funktionieren und wo die Kästen zur Lagerung gerade stehen.

Da es sich grundsätzlich um vertrauliche bzw. geheime Akten handelt, wird für den Akteneinsichtraum ein Ausschusslokal entsprechend gesperrt. Handy und Laptop sind abzugeben, auch die Putzfrau dürfe nur unter Aufsicht in den Raum, erläutert Engeljehringer. Der Raum wird von der Außenwelt abgeschottet sein, so gebe es keine EDV-Leitungen nach außen, womit er auch vor Hackern geschützt sei.

Studenten scannen tausende Seiten

Alle eintreffenden Akten müssen sofort genau erfasst werden. Dann werden sie aufbereitet und gescannt. Dazu wird es im Akteneinsichtraum zwei Scannerstraßen geben, etwa die Hälfte der Geräte des Hauses werde dafür verwendet. 15 Studenten, die jetzt schon für die Parlamentsdirektion arbeiten, würden verstärkt für das Einscannen herangezogen - unter Leitung eines Beamten, so Engeljehringer. Jede einzelne Seite bekommt einen elektronischen Faksimileschutz für jede Fraktion, um sie vor der Weitergabe zu schützen, und außerdem einen Hinweis auf das Strafgesetzbuch.

Aus einem Scan entstehen somit sechs Dokumente - eines für jede Fraktion und eines für die Parlamentsdirektion. Die Dokumente werden dann auf DVD gebrannt, diese wiederum in der jeweiligen Parteifarbe bedruckt. Nur Berechtigte dürfen die DVDs übernehmen, jede Übernahme wird schriftlich festgehalten.

Während vertrauliche Schriftstücke in verschlossenen Holzschränken lagern, werden geheime Akten laut Engeljehringer in Stahlblechschränken verwahrt. Letztere werden auch nicht gescannt, die Mandatare und ihre Mitarbeiter dürfen aber vor Ort Auszüge abschreiben. Für jede Partei steht in dem Raum ein eigener, verschlüsselter PC zur Verfügung. Mit solchen Auszügen, gedruckt wiederum auf Faksimile-Papier, darf man auch den Raum verlassen.

Eine halbe Million Kopien

Wie viele Akten auf das Parlament zukommen, könne man derzeit noch nicht sagen, erklärte Engeljehringer. Beim Spionage-U-Ausschuss 2009 seien fast 22.000 Seiten gescannt worden, beim vorletzten U-Ausschuss 2008 sei es eine halbe Million Seiten gewesen.

Auch personell wird vom Hohen Haus einiges abverlangt: Rund 100 Mitarbeiter werden mit dem U-Ausschuss beschäftigt sein - die Mitarbeiter der Klubs noch nicht eingerechnet. So braucht es beispielsweise Aufsichtspersonal, Stenografen, Schreibkräfte, Juristen, EDV-Mitarbeiter oder Akademiker, die in Zweierteams die Vorsitzende in der Geschäftsordnung unterstützen und Protokoll führen.

Grundsätzlich handelt es sich dabei um Mitarbeiter aus dem Haus, so Engeljehringer. Die Arbeit wird entsprechend umgeschichtet, weniger dringende Tätigkeiten zurückgestellt. Nur bei den Stenografen werde eventuell Verstärkung gebraucht. (APA)

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12 Postings
Wolfgang Lederbauer1
00
7.11.2011, 15:57
Gleichzeitig können hier die Abgeordneten in die Schriftstücke Einsicht nehmen...die Mandatare und ihre Mitarbeiter dürfen aber vor Ort Auszüge abschreiben....

Man darf gespannt sein, wie die Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses mit diesen Festlegungen zurechtkommen.

Eine Prüfungstätigkeit ohne Kopien ( in Papierform ) scheint sehr schwierig zu sein.

Jedenfalls sollten möglichst viele Dokumenationen zur Verfügung stehen, insbesondere die Wahrnehmungsberichte des Rechnungshofs. Wir werden die Parlamentarier mit gezielten Hinweisen unterstützen.

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 133&page=1

Man wird sehen, wie das alles abläuft.

http://so-for-humanity.com2000.at

NONE
12
6.11.2011, 17:05

Diese U-Ausschüsse sind unnötig.

Was es hingegen braucht ist sofortiges Inhaftieren dieses korrupten Saupacks. Es ist doch ein Blödsinn wie das ganze abläuft - da beurteilen sich die Herrschaften untereinander ob sie korrupt waren oder nicht.

Machen wir das bei Gerichten auch so - da urteilt dann ein Handtaschenräuber über einen anderen Handtaschenräuber. Oder ein Bankster spricht ein Urteil über einen anderen Bankster.

Macht genausoviel Sinn.

xxx...yyy...
00
7.11.2011, 14:59
zustimmung zu ihrem ersten satz

was die inhaftierungen angeht: ich würde da zuerst gerne ein ordentliches gerichtsverfahren sehen...

Wieviel Demokratie ist es bitte?
04
6.11.2011, 13:31
Das schützt die Protagonisten auch nicht mehr

davor - daß sie ("Klubs") längst als superkorrupte Criminals entlarvt sind, die *nie* vorhatten seriös zu arbeiten, als sie sich entschlossen "Partei" und "Politiker" zu werden.

Gelüfteter kann ein "Geheimnis" nicht sein.

Alleine schon, wie die Republik institutions-, - verwaltungsmäßig formatiert ist, ist offener Trickbetrug und Plünderei im großen Stil.

Die Farce um ihre super-scary-secret-dirty Details können sie sich direkt sparen.

Und zwar 4 von 5 Parteien. Mindestens.

(Is there someth. like a secret handshake and password protected orgy bunker and all?)

santa fe
 
04
6.11.2011, 15:06

I like your style.

Sabrine Grünbaum
09
6.11.2011, 13:15
wäre nicht Transparenz billiger und demokratischer?

In den USA ist bis auf Staatsgeheimnisse (militärische Geheimnisse) die Untersuchungsarbeit von Kongreß und Senat grundsätzlich öffentlich und es werden die Befragungen im Fernsehen übertragen und die Dokumente veröffentlicht. Wäre das nicht bei uns auch möglich? Das wäre billiger, sauberer und entspricht mehr den Anforderungen einer Demokratie.

Wolfgang Lederbauer1
00
7.11.2011, 16:05
...es werden die Befragungen im Fernsehen übertragen und die Dokumente veröffentlicht....

Was sollte zB bei der Untersuchung des Verkaufs der Bundeswohnbaugesellschaften geheim sein?

Der Rechnungshof hat doch insgesamt drei Wahrnehmunsgberichte veröffentlicht, die von unüberbietbarer Deutlichkeit und Schärfe sind ...

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php... 133&page=1

http://so-for-humanity.com2000.at

Honzo1122
00
6.11.2011, 19:27

Wozu gibts ORF3?

NONE
11
6.11.2011, 17:06

Klar wäre es das, aber mit diesem korrupten Gesindel das wir hier haben sind solche Reformen nicht durchzusetzen.

hin und wieder ein tunichtgut
01
6.11.2011, 17:03
genau

so hab ich auch gedacht bei der lektüre des artikels. die herrschaften volksvertreter lernen offenbar nicht dazu ....

Somebody Someone
04
6.11.2011, 09:59

"Der Raum wird von der Außenwelt abgeschottet sein, so gebe es keine EDV-Leitungen nach außen, womit er auch vor Hackern geschützt sei."

Hm. Das heißt, es gibt eine Verbindung, aber die ist abgeschottet? Na, dann kann ja nichts schiefgehen.

Der Mann in Orange
01
6.11.2011, 15:35

jemand hat das internet heruntergeladen und nun gibt es nur ein kabel von jedem der parteien-pcs zu sich selbst.

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