Militärische Option gegen den Iran rückt näher

5. November 2011, 12:30
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Israelischer Präsident: Geheimdienste vieler Länder sehen die Uhr ticken

Tel Aviv - Ein Militärschlag Israels und anderer Staaten gegen das iranische Atomprogramm wird nach Einschätzung des israelischen Präsidenten Shimon Peres immer wahrscheinlicher. "Die Geheimdienste aller Länder wissen, dass die Zeit abläuft und warnen ihre Chefs", zitierte die Zeitung "Haaretz" am Samstag aus einem Fernsehinterview des israelischen Senders Arutz 2 (Channel 2) mit dem Staatsoberhaupt. Der Iran könne schon in sechs Monaten einen Atombombe haben.

Peres betonte zugleich, die Welt sei nun gegenüber Israel in der Pflicht, die iranischen Atombestrebungen zu stoppen. "In der Zeit, die uns noch verbleibt, müssen wir die anderen Nationen der Welt zum Handeln drägen, und sie daran zu erinnern, dass es an der Zeit ist, zu ihrem Versprechen an uns zu stehen und ihrer Verantwortung nachzukommen - egal ob das harsche Sanktionen oder eine militärische Operation bedeutet", so der 88-Jährige laut der englischsprachigen Online-Ausgabe von "Haaretz" weiter.

Israel und der Westen vermuten seit langem, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Atombomben entwickelt. Der Iran hat das stets bestritten und für den Fall eines Angriffs eine "apokalyptische" Antwort angedroht.

Risiko für US-Soldaten

Unterdessen hieß es gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN aus Kreisen des US-Militärs, dass die Vereinigten Staaten befürchteten, Israel würde ohne vorherige Warnung gegenüber Washington den Iran angreifen, berichtete "Haaretz" am Samstag auf seiner Internetseite. Man sei insbesondere in Sorge angesichts des Risikos, das ein derartiger Angriff für die US-Truppen im Irak und am Persischen Golf bedeuten würden.

In Israel wird schon seit mehr als einer Woche eine intensive Debatte über das Für und Wider eines Militärschlags gegen Iran diskutiert. Die Bevölkerung ist einer Umfrage gespalten. Die Angst, dass der Israel extrem feindlich eingestellte Iran Atomwaffen erlangen könnte, hält sich die Waage mit den unkontrollierbaren Folgen eines militärischen Vorgehens, das einen Flächenbrand in der gesamten Region auslösen könnte.

Nervosität vor neuem IAEA-Bericht

Immer wieder wurde in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der internationalen Atomenergiebehörde IAEO (IAEA) in Wien hingewiesen, der kommende Woche vorgelegt werden soll. Die darin womöglich enthaltenen Feststellungen zum iranischen Atomprogramm seien von großer Bedeutung für das weitere Vorgehen, hieß es in israelischen Medienberichten. (APA)

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