Amnesty will Auslieferung von libyschem Ex-Regierungschef verhindern

4. November 2011, 19:40
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Libyen fordert von Tunesien Mahmoudi

London - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hat Tunesien aufgefordert, den libyschen Ex-Regierungschef Baghdadi al-Mahmoudi nicht an sein Heimatland auszuliefern. Die Organisation habe dem tunesischen Justiz- und Menschenrechtsministerium mitgeteilt, dass der 70-Jährige schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter zu befürchten habe, wenn er nach Libyen zurückgeschickt werde, sagte Amnesty-Nordafrika-Sprecher James Lynch am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Es gehe um das Risiko für den Menschen, nicht um dessen einzelne Verbrechen.

Mahmoudi war am 21. September an der tunesisch-algerischen Grenze festgenommen und zu sechs Monaten Haft wegen illegalen Grenzübertritts verurteilt worden. Ein Berufungsgericht sprach ihn jedoch wenige Tage später von dem Vorwurf frei. Tunesien erkannte den libyschen Übergangsrat im August offiziell an und sicherte eine Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu. Am Dienstag will ein tunesisches Gericht über den Auslieferungsantrag für den Ex-Regierungschef befinden. Mahmoudis Anwalt hatte zuletzt erklärt, sein Mandant fürchte im Falle einer Auslieferung um sein Leben, da er seit dem Tod von Ex-Machthaber Muammar Gaddafi der einzige sei, der über Staatsgeheimnisse verfüge. (APA)

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