Libyen fordert von Tunesien Mahmoudi
London - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty
International (ai) hat Tunesien aufgefordert, den libyschen
Ex-Regierungschef Baghdadi al-Mahmoudi nicht an sein Heimatland
auszuliefern. Die Organisation habe dem tunesischen Justiz- und
Menschenrechtsministerium mitgeteilt, dass der 70-Jährige schwere
Menschenrechtsverletzungen wie Folter zu befürchten habe, wenn er
nach Libyen zurückgeschickt werde, sagte Amnesty-Nordafrika-Sprecher
James Lynch am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Es gehe um das
Risiko für den Menschen, nicht um dessen einzelne Verbrechen.
Mahmoudi war am 21. September an der tunesisch-algerischen Grenze
festgenommen und zu sechs Monaten Haft wegen illegalen
Grenzübertritts verurteilt worden. Ein Berufungsgericht sprach ihn
jedoch wenige Tage später von dem Vorwurf frei. Tunesien erkannte den
libyschen Übergangsrat im August offiziell an und sicherte eine
Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu. Am Dienstag will ein
tunesisches Gericht über den Auslieferungsantrag für den
Ex-Regierungschef befinden. Mahmoudis Anwalt hatte zuletzt erklärt,
sein Mandant fürchte im Falle einer Auslieferung um sein Leben, da er
seit dem Tod von Ex-Machthaber Muammar Gaddafi der einzige sei, der
über Staatsgeheimnisse verfüge. (APA)