Selbstmordattentat und zahlreiche Explosionen im Nordosten Nigerias
Kano - Bei einem Angriff auf ein mehrheitlich von
Christen bewohntes Dorf im Norden Nigerias sind zwei Menschen getötet
worden. Bewaffnete Männer griffen in der Nacht zum Freitag eine
Gruppe von Gläubigen an, die Nachtwache hielten, wie die Polizei
mitteilte. Mehrere Menschen seien bei dem Überfall im Bundesstaat
Kaduna verletzt worden. Die Polizei sucht derzeit nach den
Angreifern.
Zwei Selbstmordattentäter
In Kaduna waren nach den Präsidentschaftswahlen im April hunderte
Menschen bei Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen ums Leben
gekommen. Grund für die Zusammenstöße war die Wahl Goodluck Jonathans
zum Präsidenten, der aus dem christlichen Süden stammt und sich gegen
seinen stärksten Konkurrenten Muhammadu Buhari aus dem muslimischen
Norden durchsetzte. In Nigeria kommt es immer wieder zu Gewalt
zwischen Christen und Muslimen.
Weitere Anschläge gab es am Freitag in der Stadt Maiduguri im
Nordosten des Landes. Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich nach
Angaben eines Sicherheitsbeamten vor einer Militärbasis in die Luft.
Beide kamen dabei ums Leben, weitere Tote gab es den Angaben zufolge
nicht. Zudem explodierte eine Bombe vor dem Sitz des Geheimdienstes
SSS des Bundesstaates Borno. Zeugen berichteten zudem von mehreren
Explosionen in Maiduguri. Die Stadt ist immer wieder Ziel von
Anschlägen radikaler Islamisten. Zahlreiche Anschläge werden der
islamistischen Sekte "Boko Haram" zugerechnet. Die Gruppe hatte sich
auch zu dem Selbstmordattentat vor dem UNO-Hauptquartier in Abuja im
August mit 24 Toten bekannt. (APA)