Wertvolle Erfahrung

4. November 2011, 17:08
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    foto: andreas stix /www.pixelio.de

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    Erfahrungen im Job: oftmals hart und rau

Worüber gerne geschwiegen wird

Junge fragen gern Etablierte, welche Eigenschaften und Fähigkeiten karriereentscheidend seien. Etablierte antworten meist: Lernbereitschaft, Leistungsbereitschaft, soziale Kompetenz, Freude an der Tätigkeit, Veränderungsbereitschaft usw.

Geschwiegen wird - eigentlich immer - über die absolute Voraussetzung für ein Berufsleben an der dünnen Luft "oben": eine haltbare Rüstung gegen ungerechtfertigte Attacken aller Arten und auf allen Ebenen, meist auf der persönlichen, kaum jemals auf der sachlichen. Denn das bringt ein Top-Job auch mit sich: (überwiegend) anonyme Anwürfe und Abwertungen aller Arten. Sichtbare "Spitzenleute" sind Projektionsflächen für mannigfaltige Befindlichkeiten. Dem Nachwuchs wird es (unvorbereitet) überlassen, diese schwierige Erfahrung selbst zu machen. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.11.2011)

Kommentar posten
18 Postings
Wolfgang Ullram
02
6.11.2011, 15:17
deswegen

bin ich auch dagegen, dass jugendliche nun nicht sitzenbleiben können und daher keine pflicht zur leistung haben.
mitgeschleppt....bis zum schulabschluss.

und dann im beruf...das große erwachen.
ich war im call center für bis zu 150 bersufsneulinge nach ahs usw. im alter von 18-xxx uni abbrecher zuständig.

selbst basics wie pünktlich erscheinen, krankmeldungen, usw. funzen nicht. und dass sie "leistung" zum erstenmal erbringen MÜSSEN scheint auch ein aha erlebnis zu sein.
deshalb gehört auch in der schule eine vorbereitung auf den ernst des lebens.
aber es findet eher das gegenteil statt. eine blase die in der realität jäh zerplatzt. sozialromantik statt lebensnahe vorbereitung

Schmutzteufel
00
15.1.2012, 09:12
Danke für diese Aussagen Herr Ullram!

Ich predige (predigte) als langgediente Mutter dies meinen vier Kinder. Aber sie kapieren es erst, wenn sie im Berufsleben sind!
"Mama, hätt ich doch damals....!"
Und dann büffelt Mann(Frau) in Abendkursen!

Post(er)
01
7.11.2011, 18:11

Wenn du keine "Sozialromantik" willst, dann gehe nach Texas und melde dich von allen Versicherungen und von der Pension ab. Viel Glück!

Post(er)
02
6.11.2011, 13:40

Das läuft wie im Film: Wenn Sie aussehen wie ein Chef, dann werden Sie auch Chef.

Hollywood lässt grüßen.

RichardRoe
01
6.11.2011, 16:47

Das haben Sie wirklich filmreif gesagt, dafür gibts natürlich ein dickes Lob, also ein grünes Stricherl.

Aber. Von insgesamt rund 443.000 Betrieben in Österreich entfallen 427.800 auf solche mit bis zu 19 Mitarbeitern, also etwa 96% aller Betriebe. Und das sind natürlich keine Betriebe, in denen ein Mitabeiter 'Karriere bis nach ganz oben' machen kann, es sei denn er übernimmt später den Betrieb. Und da entscheidet nicht, ob sie/er aussieht wie Chef sondern ob sie/er 'es' überhaupt machen will, viele wollen die Rolle der/des Angestellten nicht verlassen, und dann, ob die Befähigung vorhanden ist. Muss nicht aussehen wie Chef, muss können wie Chef.

Chef werden ist derzeit leicht! Zigtausende Betriebe stehen zur Übernahme!

Post(er)
00
7.11.2011, 18:14

"Zigtausende Betriebe stehen zur Übernahme!"

Die keiner haben will und für die keine Bank einen Cent Kredit zahlt. Das haben Sie vergessen zu erwähnen oder?

Klar wie im Film, dort wo man Karriere machen kann, und mehrere Personen mitentscheiden, dort haben Sie die "Hollywood-Chefs".

RichardRoe
00
7.11.2011, 18:46

Kredit kriegen Sie heute auch mit einer 'guten' Firma oft keinen. Die brauchen das Geld zum Zocken an der Börse, nicht zum Herborgen.

Ja, da haben Sie wohl recht, die Übernahme einer gut eingeführten Firma kann zum jähen Bumerang werden. Nun, da gibts dann noch Hilfen der Wirtschaftkammer und Haftungsübernahmen, man muß sich halt beraten lassen und schauen, ob die lt Besitzer ach so tolle Firma ev. nicht mal einen Euro wert ist. Ältere Mitarbeiter könnten nur schwer kündbar sein, wichtige Kunden abspringen, wegen des neuen Besitzers etc. Natürlich muss man auch was arbeiten wollen und das können was man können soll. Nur Mercedes kaufen und im Büro mit dem Computer spielen ist das beste Rezept zur Pleite.

Carlos Clementin
00
7.11.2011, 06:59

Wobei bei Übernahmen folgendes Erschwernis hinzukommt:
Der Nachfolger muss meistens das Betriebsvermögen und auch die Angestellten mitübernehmen. Und hier hakt es oft extrem. Erstens einmal die Investition aufbringen - da ist meist ein gut 5-Stelliger Kredit nötig, den ein Normalangestellter gar nicht bekommt.
Weiters die Übernahme von älteren Angestellten, deren Löhne oft nicht unerhelblich hoch sind.
Wenn nicht eine große Stammkundschaft oder ein eingespielter Markt dahinter stehen absolut schwierig.
und dann gibt es auch noch Ex-Fa.Inhaber, die als ablose eine monatliche Zahlung höher als jegliche Pension haben wollen....

mizzi9
00
14.11.2011, 09:16
die Übernahme von älteren Angestellten

tja, die werden dann als erste gekündigt und von nun an gings bergab ... würde gerne eine Statistik sehen, wo die Firmen dann innerhalb eines Jahres pleite gingen.

der schalldämpfer
00
6.11.2011, 11:51
…vor allem bei österreichs Medien

und da vor allem die Zeitungen.

Carlos Clementin
04
6.11.2011, 07:30

Die liebe Karin neigt zur Reduktion ihrer Beiträge auf das Wesentliche. Naja, wir Poster füllen die zeitung schon, ist ja auch "die Zeitung für Poster".

Dr. Viktor Frankenstein
03
6.11.2011, 10:09
Meistens

sind die Postings sowieso viel interessanter als die Artikel.

okami
03
5.11.2011, 20:23
Unerwähnt geblieben ist ...

... der (Sach-)Zwang zum Gehen über Leichen.

Zartere Gemüter haben auch damit ihre Probleme - hört man.

Stenmurks
02
5.11.2011, 09:15

Mir kommen fast die Tränen. Ist es Mitleid mit den armen Führungskräften, Bewunderung für diesen Aufsatz? Ich weiß es nicht.

voigt-kampff
00
4.11.2011, 23:04
Irre, danke, danke, danke!

piroschka d.
05
4.11.2011, 17:59

wow, welch ausführlicher beitrag über die rauhe jobwelt! man sieht, da hat jemand wirklich viel erlebt!

slackerli
00
6.11.2011, 22:09

und ein wirklich aussagekräftiges und professionell gemachtes bild dazu...

Laird of Glenmore
012
4.11.2011, 21:58
Die armen Führungskräfte

Die einfachen MitarbeiterInnen haben mit denselben Anschuldigungen und Problemen zu rechnen, verdienen aber deutlich weniger.

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