Andritz: Analysten erwarten gute Zahlen

4. November 2011, 16:21
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Klares Umsatz- und Ergebnisplus sowie deutlich höherer Auftragsbestand gesehen

Wien - Die Analysten heimischer Finanzinstitute erwarten für die am Dienstag zur Veröffentlichung anstehenden Neunmonatsergebnisse des steirischen Anlagenbauers Andritz einen deutlichen Ergebnis- und Gewinnanstieg bei gleichzeitig steigenden Umsätzen. Im Schnitt erwarten die Experten der UniCredit, der Raiffeisen Centrobank (RCB) und der Erste Group einen Nettogewinn nach drei Quartalen von 142,8 Mio. Euro, das entspräche einem Plus von gut 25 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Beim Umsatz sehen sie einen Anstieg in prozentuell gleicher Größenordnung auf 3.116,3 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) dürfte laut Schätzungen in den ersten drei Quartalen gar um 28 Prozent auf 200,6 Mio. Euro anziehen.

Auch im Drittquartalsvergleich gehen die Analysten von klaren Zuwächsen in allen Bereichen aus. Im Mittel erwarten sie einen Nettogewinn von 54,8 Mio. Euro, also um gut 16 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Beim Umsatz sehen sie eine Steigerung zum dritten Quartal des Vorjahres um gut 23 Prozent auf 1.105,2 Mio. Euro, die Schätzungen für das EBIT belaufen sich auf 78,8 Mio. Euro (plus 24 Prozent).

Orderstand hoch

Nach Ansicht der UniCredit-Experten sollte sich der Auftragsstand im dritten Quartal beträchtlich erhöht haben, was auf mehrere Großaufträge in der "Pulp & Paper"-Division vom ersten Halbjahr zurück zu führen sei. Diese dürften den Auftragsbestand im dritten Quartal um 34 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum antreiben, wie es in einer aktuellen Studie heißt.

Auch die Experten der Erste Group verweisen in ihrer jüngsten Einschätzung auf den starken Orderstand, den sie als Treiber für die zweistelligen Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal ausmachen. Was den Auftragseingang betrifft, so sollte sich die Einbuchung des Belo Monte-Projektes zu Buche schlagen. Die Umsatzrealisierung aus dem Staudamm-Projekt in Brasilien werde aber erst im nächsten Quartal einsetzen, wie es in einer RCB-Studie heißt. Insofern sei eine Auswirkung auf die Profitabilität noch nicht sichtbar.

UniCredit sieht sinkende Margen

Die Margen sehen die UniCredit-Experten trotz der anziehenden Umsätze im Jahresvergleich rückläufig. Einerseits seien die Margen im dritten Quartal des Vorjahres sehr stark gewesen, andererseits würden Großaufträge während des Quartals geringere Margen abwerfen. Eine Abweichung der Margen von den Schätzungen sei allerdings nicht überzubewerten, zumal die Margen auch in der Vergangenheit starken Fluktuationen unterlegen waren, heißt es in der Einschätzung weiter.

Insgesamt sehen die UniCredit-Experten den steirischen Anlagenbauer gut gerüstet. Der starke Orderstand, die günstige Liquiditätssituation, die exzellente Marktposition und das starke Langfrist-Wachstum würden Andritz mit einem "guten Polster" in der derzeit ungünstigen Marktposition ausstatten. (APA)

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